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Toxikologische Notfälle 79 Fallbeispiele aus der Praxis

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2015
  • Verlag: Georg Thieme Verlag KG
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Toxikologische Notfälle

Bei toxikologischen Notfällen ist Eile geboten. Ob Medikamentenüberdosierung, Vergiftung durch Nahrungsmittel oder Verätzung - in vielen Vergiftungsnotfällen geht es um Leben und Tod. Diese 79 spannenden Fälle aus der Praxis helfen, akute Notfallsituationen richtig zu beurteilen und schnell zu handeln. - umfassend: Darstellung der klinischen Vielfalt toxikologischer Notfälle - praxisorientiert: konkrete Fallbeispiele und Anordnung nach Symptomatik - übersichtlich: alle Kapitel enthalten Fallbeschreibung, Ursache, Symptomatik und Therapie - universell einsetzbar: geeignet für Fachärzte und Weiterbildungsassistenten, Notärzte und Rettungsassistenten

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 25.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783132022812
    Verlag: Georg Thieme Verlag KG
    Größe: 4092 kBytes
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Toxikologische Notfälle

1 Der Vergiftungsunfall

F. Martens
1.1 Notfallsituation

In 5-10% seiner Einsätze muss sich ein Notarzt mit Vergiftungen auseinandersetzen. Überwiegend handelt es sich um Erwachsene, die einen Suizidversuch unternehmen und dazu sedierende Medikamente, oft in Kombination mit Ethanol, oral aufnehmen. Andere Pharmaka, Drogen und chemische Erzeugnisse gehören zu den selteneren Vergiftungsursachen. Nach einer raschen Basisuntersuchung der vitalen Funktionen und etwaigen Erstmaßnahmen erfolgt die sorgfältige Inspektion der Einsatzstelle, eine gründliche Anamnese bzw. Fremdanamnese vor Ort, die körperliche Untersuchung des (entkleideten) Patienten und die Sicherstellung verdächtiger Substanzen (Asservate). Die Therapiemaßnahmen sind an der tatsächlichen bzw. erwarteten Schwere der Vergiftung auszurichten. In der Mehrzahl der Fälle werden die Sicherung der Vitalfunktionen, ggf. durch Intubation, Beatmung sowie durch Gabe von Volumen und/oder kreislaufwirksamen Katecholaminen ausreichend sein.

Merke

Nur bei wenigen Giftursachen stehen Antidote zur Verfügung. Deren Gabe ist z.T. mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet, so dass sie nur bei entsprechend schweren Vergiftungen und bei hinreichender Sicherheit der Diagnose gegeben werden sollten.

Da die Mehrzahl der Patienten die Giftstoffe schlucken, sind Überlegungen zur primären Giftentfernung aus dem Magen anzustellen. Die Indikation für induziertes Erbrechen oder Magenspülung hat zu Gunsten der Gabe von Medizinalkohle einen Wandel erfahren, der auch in der präklinischen Notfallmedizin umgesetzt werden sollte.
1.2 Art der Giftzufuhr

1.2.1 Giftzufuhr über den Magen-Darm-Kanal

Die Mehrzahl aller Vergifteten schluckt die jeweiligen Giftstoffe. Damit stellt sich die Frage, ob die Entleerung des Magens die Schwere der Vergiftung verringert, oder ob die erforderlichen Maßnahmen den Patienten eher zusätzlich gefährden. Je länger die Gifteinnahme zurückliegt, umso weniger Giftstoff lässt sich aus dem Magen entfernen [9] . Entsprechende Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Nutzen der Magenentleerung später als eine Stunde nach Ingestion nicht mehr nachweisbar ist ( [4] , [5] , [6] , [7] ). Berücksichtigt man die besonderen präklinischen Bedingungen an der Einsatzstelle (Räumlichkeit, Qualifikation des Personals) wird die Indikation zum induzierten Erbrechen oder zur Magenspülung vor Ort nur noch außerordentlich selten zu stellen sein. Die Gabe großer Dosen von Aktivkohle sollte hingegen bereits an der Einsatzstelle erfolgen, um einer weiteren Giftresorption vorzubeugen ( [8] , [10] ).
1.2.2 Giftzufuhr über die Haut

Vergiftungen durch dermale Exposition entstehen meist infolge Fahrlässigkeit oder Unachtsamkeit. Lediglich hochlipophile Substanzen können die intakte Haut penetrieren und so eine systemische Vergiftung verursachen (z.B. Alkylphosphate). Verschmutzungen der Haut werden durch Abwaschen mit Wasser und Seife unter Beachtung des Eigenschutzes (Handschuhe) entfernt. Sichtbare Hautschädigungen wie Rötungen oder Blasenbildungen werden anschließend nach den Regeln der chirurgischen Wundversorgung behandelt; am Notfallort genügt die sterile Abdeckung offener Hautwunden.
1.2.3 Giftzufuhr über die Atmung

Patienten, die Gifte eingeatmet haben, werden in saubere Luft verbracht. Danach kann über evtl. spezifische Maßnahmen entschieden werden. Hier ist vor allem zu klären, ob Gase bzw. Dämpfe mit erstickender Wirkung (z.B. CO, Zyanide, Schwefelwasserstoff) oder solche mit lokal schädigenden Effekten am Atemtrakt vom Sofort- oder vom Latenztyp inhaliert wurden. Art und Konzentration inhalierter Noxen sind am Notfallort kaum zu bestimmen; besser ist oft die Dauer der

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