text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Verdauung von Ecker, Katharina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Verdauung

Die Physiologie der Haustiere bildet die Grundlage für das Studium und den Beruf eines Veterinärmediziners. Sie beschreibt, wie der Körper funktioniert und auch wie er kompensiert, falls etwas nicht funktioniert. Dadurch ist das Verständnis der Physiologie die Basis für die Pathologie, Pharmakologie und in Folge für das klinische Arbeiten. Das Skript Verdauung beinhaltet neben möglichst einfachen Erklärungen auch unzählige Abbildungen und Skizzen. Trotzdem wird nicht an Details, Fachbegriffen (allesamt bei erster Verwendung erklärt) oder sachlicher Korrektheit gespart. Neben der Physiologie wird in den meisten Kapiteln auch ein kurzer Ausblick auf Pathomechanismen des betroffenen Systems geworfen, um auch gleichsam Verständnis hierfür aufzubauen.

Katharina Ecker hat 2009/10 mit dem Studium der Veterinärmedizin in Wien begonnen und hielt 2012 - 2014 wöchentlich das durch die Hochschülerschaft unterstützte Physiologietutorium. Damit die Studenten sich in den Tutorien voll und ganz auf den Stoff konzentrieren und mitdenken konnten, schrieb Katharina ein über 700 Seiten umfassendes Skriptum, das den gesamten Stoff der Physiologie abdeckte. Dabei war es ihr nicht nur wichtig, möglichst einfach und anschaulich zu erklären, sondern auch ausschließlich vertrauenswürdige Quellen zu verwenden. Nachdem das Studium beendet ist, ist dies nun ein Weg das Skriptum auch künftigen Studenten anzubieten, damit die Wissenssammlung nicht verloren geht.

Produktinformationen

Weiterlesen weniger lesen

Verdauung

3. Verdauung im Vormagen

Betrachtet man die Verdauung im Magen, so unterscheiden sich Monogastrier sehr stark von Wiederkäuern, welche über ein mehrteiliges Vormagensystem als funktionelle Gärkammer verfügen, um ihre vorwiegend aus Gräsern bestehende Nahrung abzubauen. Säugetiere sind prinzipiell aufgrund ihrer Enzymausstattung nicht dazu befähigt, Gräser zu verdauen. Sie sind daher auf Bakterien, Protozoen und Pilze angewiesen, welche unter anaeroben Bedingungen Gerüstsubstanzen, wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin, abbauen können und Metaboliten ausscheiden, welche wiederum von Säugern genützt werden können. Aus diesem Grund haben sich bei Herbivoren an verschiedenen Stellen des Verdauungstraktes Gärkammern entwickelt, in denen - bei ausreichend langer Verweildauer des Nahrungsbreis - die vollständige Hydrolyse der Zellwandbestandteile abläuft.

Die Beziehung zwischen Säuger und Mikroorganismen stellt eine Symbiose dar, da das Wirtstier den Mikroben einen Lebensraum mit konstanten Parametern bietet, wie beispielsweise Temperatur, Feuchtigkeit und pH - Wert, und die Versorgung mit Flüssigkeit und Nahrung sicherstellt. Die Mikroorganismen helfen ihrem Wirten durch die Bereitstellung mikrobieller Enzyme und der dadurch stattfindenden Fermentation von zum Teil unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und durch die Synthese hochwertiger Nährstoffe bei der Sicherung seines Bedarfs. Dabei stellen sie ihm vor allem kurzkettige Fettsäuren, essentielle Aminosäuren, Proteine und Vitamine zur Verfügung, zu einem nicht unbeachtlichen Teil, weil sie selbst vom Wirtstier verdaut werden.
3.1. Anatomie des Vormagensystems

Das Vormagensystem gliedert sich in den Pansen, Rumen, die Haube, Reticulum, und den Blättermagen, Psalter. Funktionell bilden Rumen und Reticulum eine Einheit, weshalb auch oft von Reticulorumen gesprochen wird.

Die Schleimhaut des Pansens trägt als Anpassung an spitze Futterbestandteile ein mehrschichtiges, verhorntes Epithel, es werden jedoch trotzdem unterschiedliche Substanzen resorbiert. Um diesen Vorgang zu erleichtern, ist die Oberfläche durch unzählige Pansenzotten erheblich vergrößert. Außerdem findet im Pansen eine ständige Durchmischung des Nahrungsbreis statt, welche für die Fermentation der Ingesta durch Mikroben notwendig ist. Dafür sind die aus Muskulatur bestehenden Pansenpfeiler essentiell, welche in das Lumen hineinragen und somit auch im relaxierten Zustand sichtbar sind.

Das Reticulum ist erheblich kleiner als der Pansen, liegt cranial von ihm und zeichnet sich durch eine in Zellen unterteilte Schleimhaut aus. Hier findet eine Entmischung der Ingesta statt.

Die Schleimhaut des Psalters ist, abgesehen vom Psalterkanal, in verschieden große Schleimhautblätter gelegt, die zusätzlich mit Papillen besetzt sind. Somit wird auch hier die Oberfläche stark vergrößert und Resorptionsprozesse werden ermöglicht.
3.2. Mikroorganismen

Um Gras als Nahrungsgrundlage nutzen zu können, benötigen Säugetiere die Hilfe von anaeroben Mikroben, welche sich im Gastrointestinaltrakt ansiedeln und dort durch die Fermentation von Gerüstkohlenhydraten wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin Substanzen erzeugen, welche für den Säuger ebenfalls nutzbar sind. Bei Wiederkäuern befindet sich die mikrobielle Flora vorwiegend im Vormagensystem, wodurch ein großer Teil der Nährstoffverdauung bereits vor dem eigentlichen Magen, also im oberen Gastrointestinaltrakt, stattfindet.

Die Voraussetzung für eine effektive mikrobielle Verdauung von Nahrung ist in jedem Fall - egal ob sie, wie bei Wiederkäuern, im Vormagen oder, wie bei Pferden, im Dickdarm stattfindet - eine Verweildauer, die lang genug ist, um den Abbauprozessen die nötige Zeit zu geben, und natürlich die Möglichkeit der mikrobiellen Kolonisation des betroffenen gastrointestinalen Abschnittes.

Dort befinden sich etwa 109 - 1011 Bakterien und Archaeen, bis zu 106 Protozoen und bis zu 105

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.