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Virusinfektionen bei Haus- und Nutztieren Haussäugetiere, Fische, Geflügel

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2010
  • Verlag: Schlütersche
eBook (PDF)
38,99 €
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Virusinfektionen bei Haus- und Nutztieren

Die Neuauflage des bewährten Kompendiums ist umfassend erweitert und stellt jetzt auch die Viruserkrankungen des Nutzgeflügels dar. Kompakt und übersichtlich beschreibt der Leitfaden alle wichtigen Virusinfektionen bei Haussäugetieren, Geflügel und Fischen einschließlich der Viruscharakteristika. Die Stärke dieses Buches ist die prägnante Kurzdarstellung der Virusinfektionen nach Ätiologie, klinischer und pathologischer Leitsymptomatik, Diagnostik, Prophylaxe und Bekämpfung. Der Tierarzt erfährt, zu welchem Zeitpunkt der Erkrankung, mithilfe welcher Proben und mit welcher Methodik er eine Erfolg versprechende Diagnostik durchführt. Studierenden der Veterinärmedizin liefert das Buch Kernfakten für die Lehrfächer "Klinische Virologie" und "Tierseuchenbekämpfung". Gleichzeitig bietet es das notwendige Basiswissen für jeden in der praktischen Diagnostik tätigen Veterinärmediziner.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 06.12.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842682511
    Verlag: Schlütersche
    Serie: vet
    Größe: 1892 kBytes
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Virusinfektionen bei Haus- und Nutztieren

5 Virusinfektionen der Hunde (S. 103-104)

5.1 Tollwut H.-J. Thiel
Syn.: Rabies, Lyssa, Rage, Wutkrankheit A

Kurzbeschreibung

Die Tollwut ist eine seit über 4000 Jahren bekannte Zoonose, die praktisch alle Säugetiere befallen kann. Die Infektion des Menschen erfolgt in der Regel durch Biss eines tollwütigen Tieres (Wildtiere wie z. B. Fuchs, Fledermaus oder Haustiere). In seltenen Fällen kann es zu Infektionen über Luft oder Schleimhäute sowie durch Organtransplantation kommen. Es werden mehrere Formen der Tollwut unterschieden, nämlich die bei landlebenden Säugetieren vorkommende terrestrische Tollwut, die Fledermaustollwut sowie die silvatische (silva = Wald) Tollwut und die urbane Tollwut, letztere tritt in Städten überwiegend bei streunenden Hunden auf und gilt als für den Menschen gefährlichere Form.

Die Krankheit ist gekennzeichnet durch ausgeprägte zentralnervöse Störungen und endet praktisch immer tödlich. Jährlich sterben weltweit mindestens 50000 Menschen an Tollwut, die daher als wichtigste Zoonose gilt. Tollwut ist in Asien, Afrika, Amerika und Osteuropa verbreitet. In zahlreichen europäischen Ländern ist die Tollwut durch orale Immunisierung von Füchsen und Verhinderung der Einschleppung von infizierten Tieren praktisch ausgerottet worden. Viele Länder haben den Status "Tollwutfreiheit", auch Deutschland ist seit August 2008 offiziell frei von Tollwut.

Ätiologie

Tollwutviren gehören zur Familie Rhabdoviridae innerhalb der Ordnung Mononegavirales. Nach der offiziellen Taxonomie werden gegenwärtig sieben Tollwutspezies unterschieden (s. Anhang). Im Folgenden werden insbesondere das "klassische " Tollwutvirus und die von ihm verursachte Tollwuterkrankung beschrieben. Bei diesem sind das als "Straßenvirus" bezeichnete Feldvirus (Wildtyp) und das im Labor durch Passagen vermehrte "virus fixe" (Prototyp der Laborstämme) zu unterscheiden. Außerdem existieren unterschiedliche Tollwutvirustypen, die jeweils besonders gut an bestimmte Wirtsspezies bzw. Infektionszyklen (urbane oder silvatische Tollwut) adaptiert sind.

Klinische und pathologische Leitsymptomatik

Die Inkubationszeit variiert stark. In den meisten Fällen kommt es 14-60 Tage nach Exposition zu Krankheitserscheinungen. Bei Bissverletzungen am Kopf oder in seiner Nähe kann die Inkubationszeit auf 10-14 Tage verkürzt sein. Die klinische Symptomatik der Tollwut wird durch die Enzephalitis bestimmt und in drei Verlaufsstadien eingeteilt: Prodromal-, Exzitations- und paralytisches Stadium.

Im Ersteren (ca. zwei bis fünf Tage) kommt es zu wenig charakteristischen Symptomen wie Verhaltensänderungen (Scheu, Ängstlichkeit, Nervosität, Erregbarkeit, Aggressivität, Unruhe, Drangwandern), Allotriophagie, Pruritus, Vomitus, starkem Speichelfluss und mitunter Fieber. Das sich anschließende Exzitationsstadium (ca. zwei bis sieben Tage) ist durch Steigerung der Unruhe, Anorexie, Beißsucht und neurologische Symptome wie generalisierte Krämpfe und Muskelspasmen im Pharynx-Larynx- Bereich gekennzeichnet.

Diese Symptome können durch den Anblick von Wasser (Hydrophobie) oder durch grelles Licht (Fotophobie) ausgelöst oder verstärkt werden. Der Tod ist bereits im Exzitationsstadium möglich oder tritt im Verlauf des nachfolgenden paralytischen Stadiums (ca. drei bis vier Tage) durch Lähmungen und Atemstillstand ein. Die Symptome der Tollwut können auch wenig ausgeprägt und untypisch sein. Oft treten "atypische" Verlaufsformen auf, bei denen eine Unterteilung in die drei Verlaufsstadien nicht möglich ist. Wenn das recht charakteristische Exzitationsstadium fehlt, wird die Bezeichnung "stille Wut" verwendet, die insbesondere bei Pferden und Rindern auftritt.

Ein besonderes Kennzeichen der Tollwut bei Wildtieren ist der Verlust der natürlichen Scheu gegenüber Menschen. D

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