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Mahlers Sinfonien Ein musikalischer Werkführer von Revers, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2020
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Mahlers Sinfonien

Gustav Mahlers neun vollendete sowie die letzte,unvollendet gebliebene 10. Sinfonie zählen zu den meist aufgeführten Werken dieser Gattung. Der vorliegende Band bietet eine klare und anregende Einführung in dieses Herzstück der Kompositionen Mahlers. Peter Revers, einer der profiliertesten Kenner seines ?uvres, zeigt darin unter anderem die Einflüsse auf das sinfonische Schaffen des Komponisten, erhellt die Stellung der Sinfonien in dessen Gesamtwerk, beschreibt den Prozess ihres Entstehens und stellt Werk für Werk eingehend vor.
Gustav Mahlers neun Sinfonien sowie die (unvollendete) Zehnte zählen weltweit zum zentralen Konzertrepertoire. Von Anfang an sprengte Mahler die traditionellen Gattungsgrenzen, vor allem zwischen Lied und Sinfonie. Und obwohl er, der begnadete Dirigent und Direktor der Wiener Hofoper, nie eine Oper komponiert hat, finden sich in seinen Sinfonien zahlreiche Beispiele gleichsam szenischer Provenienz: eine Theatralik ohne Bühne. Seine Sinfonien beschreiben häufig eine Welt schroffer Ausdruckskontraste, die elementare musikalische Kategorien wie etwa Marsch, Lied, Choral, volksmusikalische Einflüsse, aber auch katastrophal anmutende Klangeruptionen und Zusammenbrüche einerseits, krönende Finalsteigerungen andererseits beinhalten. Nach der monumentalen 8. Sinfonie («Sinfonie der Tausend») herrscht in seinen beiden letzten die Aura des Abschieds vor. Das allmähliche Verstummen der musikalischen Ereignisse wird zum zentralen Moment des musikalischen Ausdrucks und eröffnet eine neue Perspektive von Finalsätzen abseits jeglichen triumphalen Gestus.

Peter Revers lehrt als Professor für Historische Musikwissenschaft an der Kunstuniversität Graz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 17.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406747335
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Serie: C.H. Beck Wissen 2228
    Größe: 2472 kBytes
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Mahlers Sinfonien

II. Die Sinfonien
Naturlaut - Groteske - Apotheose:
die 1. Sinfonie

Besetzung: 4 Fl. (3. und 4. auch Piccolofl.), 4 Ob. (3. auch Eh.), 4 Klar. (3. auch Bassklar., 4. auch Es-Klar.), 3 Fag. (3. auch Kontrafag.), 7 Hr., 5 Trp., 4 Pos., Basstuba, Pauken, Schlagwerk (Große Trommel, Becken, Triangel, Tam-tam), Harfe, Streicher.

Entstehungszeit: Anfänge ungewiss, 2. Satz («Blumine») 1884; Fertigstellung März 1888.

Fassungen: insgesamt 3 Fassungen, wobei die früheste nicht vollständig überliefert ist (ursprünglich 5 Sätze, lediglich der 1. Satz, das Scherzo sowie das Finale sind erhalten). Die zweite, fünfsätzige Fassung unter dem Titel «Titan», eine Tondichtung in Symphonieform. Die dritte Fassung entspricht der späteren Druckfassung und ist viersätzig. Bezeichnung Symphonie in D-Dur für grosses Orchester).

Aufführungen: Erste fünfsätzige Fassung: Budapest, 20. Nov. 1889 (dort als Symphonische Dichtung in zwei Teilen uraufgeführt). Zweite Fassung ist vollständig erhalten: Erstaufführung in Hamburg am 27.10._1893 unter dem Titel «Titan», eine Tondichtung in Symphonieform. Zweite Aufführung am 3. Juni 1894 in Weimar unter dem Titel Titan. Symphonie in zwei Abtheilungen und fünf Sätzen. Dritte Fassung: 16. März 1896 in Berlin.

Erstdruck: (Fassung in vier Sätzen): Josef Weinberger, Wien-Leipzig-Paris 1899.

Kritische Gesamtausgabe: Symphonie Nr. 1 in vier Sätzen für großes Orchester, Bd. 1, Wien (Universal-Edition) 1992. Neue Kritische Gesamtausgabe: Titan. Eine Tondichtung in Symphonieform in zwei Teilen und fünf Sätzen für großes Orchester, Supplement Bd. V, Wien (UE) 2019.

Zu den zweifellos eindrucksvollsten kompositorischen Leistungen des jungen Mahler zählt der Anfang des Kopfsatzes seiner Ersten Sinfonie. Und es wäre kaum übertrieben, diesen (zusammen mit dem Beginn der 1. Szene von Wagners Rheingold) als Paradigma für eine auf Klang und Klanggestaltung basierende Kompositionsweise zu beschreiben. Was diese «Klangkomposition» wesentlich ausmacht ist weder ein komplexes harmonisches Phänomen, noch die Dynamik innerer Bewegung in einem fluktuierenden Klangkontinuum (wie bei Wagner), sondern der, allerdings in mehreren Oktavlagen erklingende, liegende Einzelton a, über dem sich das auf elementare Bausteine beschränkte motivische Geschehen entfaltet. Und doch war es gerade dieser einzelne Ton, der im Laufe des Kompositionsprozesses die meisten Veränderungen erfahren hat. Mahlers Ziel war es dabei, so nahe wie möglich das Ideal eines elementaren Naturklangs zu realisieren, inspiriert von der Idee des Sonnenlichtes an einem sommerlichen Tag, das «durch die Zweige zittert und schimmert.» (NBL 2: 173). Die klangliche Umsetzung dieser Imagination sollte man sich jedoch nicht als rein statischen Klang vorstellen. Über sechs Oktaven erstreckt sich dieses anfängliche a, das von neunfach geteilten Streichern (Violinen, Bratschen, Violoncelli und zwei Drittel der Kontrabässe) im Flageolett ausgeführt wird. Nur der übrige Teil der Kontrabässe spielt ein Kontra-A, und zwar - wie Mahler eigens hinzufügt - im pp, aber «sehr deutlich». Während dieser Basston über 53 Takte unverändert bleibt, ist die Zusammensetzung der im Flageolett erklingenden Streicher einem ständigen Wandel ausgesetzt. Die im Grunde statisch-immaterielle Klangaura wird damit auf eine bis dahin einzigartige Weise auskomponiert und zur Basis einer gleichermaßen allmählichen wie hoch differenzierten Entwicklung elementarer moti

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