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Metallisierte Welt - auf den Spuren einer Subkultur von Grütz, Moritz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.01.2018
  • Verlag: Hirnkost
eBook (ePUB)
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Metallisierte Welt - auf den Spuren einer Subkultur

Noch hinter den höchsten Bergen, in den größten Wüsten und auf den kleinsten Inseln finden sich ein paar wackere Metalheads, die sich zu Bands zusammengeschlossen haben, Konzerte geben und Metal-Kultur leben. Doch wie fühlt sich ein Black-Metaller im sonnigen Kuba und welche Risiken birgt es, in Saudi-Arabien in einer härteren Musikgruppe zu spielen? Wie denkt ein Metalhead im von Bürgerkriegen zermürbten Libanon über die Glorifizierung von Gewalt in martialischen Songtexten und was geht eigentlich in der regionalen Szene von Madagaskar? Wie steht es in all diesen Ländern ganz generell um die gesellschaftliche und politische Akzeptanz dem Metal gegenüber? 'Metallisierte Welt - Auf den Spuren einer Subkultur' dokumentiert in über 30 Band-Interviews die Suche nach Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Metal in unserer tatsächlich bis in den letzten Winkel 'metallisierten Welt'. Moritz Gru?tz, Jahrgang 1988, ist passionierter Metal-Fan, Musiker und Konzertgänger. In den letzten zehn Jahren verfasste er als Musikredakteur fu?r verschiedene Online-Magazine u?ber eintausend metalbezogene Artikel. Er ist Chefredakteur des Metal1.info, eines der etabliertesten deutschsprachigen Online-Magazine fu?r Metal- und Rock-Musik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 02.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945398715
    Verlag: Hirnkost
    Größe: 18671 kBytes
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Metallisierte Welt - auf den Spuren einer Subkultur

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DISTRICT UNKNOWN

Afghanistan

Mit Afghanistan assoziiert man hierzulande in erster Linie Krieg, Taliban und Mohnfelder. Aber Metal? Sully Omar von District Unknown berichtet aus einem Land, in dem Livemusik generell verpönt und das Zeigen der Devil Horns strafbar ist.

Unseren Recherchen zufolge seid ihr die einzige aktive Metal-Band aus Afghanistan. Stimmt das? - und wenn ja: Macht euch das traurig oder stolz?

Soweit ich weiß, sind wir tatsächlich momentan die einzige Metal-Combo in Afghanistan. Es gibt noch eine Hardrock-Gruppe namens White Page , aber ob die noch aktiv ist, weiß ich nicht. Wir sind natürlich stolz, dass wir sozusagen der Goldstandard für afghanischen Metal sind, aber das ist gewiss nicht unser primäres Ziel. Ich bin mir zwar darüber im Klaren, dass das unsere Band einzigartig macht, aber eigentlich ist es nebensächlich. Ich würde mir wünschen, es gäbe mehr Metal-Formationen in Afghanistan!

Aber es gibt zumindest noch mehr Metalheads, mit denen ihr eure Musik teilen könnt, vielleicht sogar so etwas wie eine Metal-Szene?

Es gibt einen ausgewählten und sehr exklusiven Kreis von Metalheads in Afghanistan - die meisten von ihnen kennen wir persönlich. So etwas wie eine Metal-Szene gibt es in Afghanistan aber nicht. Für Rock-Musik gibt es eine kleine Szene mit ein paar wenigen Bands, aber die meisten agieren von außerhalb des Landes. Wir teilen unsere Musik mit unserer Fanbase - da diese Gruppe gut vernetzt ist, bekommen diese Leute unser Material zumindest schnell zu hören.

Gibt es in Afghanistan auch weibliche Metal-Fans? Woran liegt es, dass weniger Frauen Metal hören als Männer?

Wir haben hier definitiv ein paar sehr begeisterte Metal-Fans in Afghanistan - darunter auch Frauen! Vielleicht ist Metal wegen seiner manchmal aggressiven Note Gender-verzerrt. Aber das ist kein allgemeingültiges Gesetz. Das gleiche Phänomen lässt sich ja auch im Hip-Hop, Rock oder Pop beobachten. Aber wir haben unseren Anteil an weiblichen Fans und wir sind sehr dankbar für diesen Support!

Afghanistan hat einen jahrelangen Krieg durchgemacht. Hat sich dadurch etwas für euch und andere liberal denkende Menschen zum Besseren gewendet?

Indirekt ja. Die Veränderung der politischen Landschaft hat den Boden bereitet für die fortschrittlich denkenden Teile der Gesellschaft, um Afghanistan weiterzuentwickeln und aufzubauen. Der Krieg hat aber weder unsere Musik beeinflusst noch irgendetwas wirklich zum Besseren gewendet. Er hat jedoch zumindest ermöglicht, dass unsere Musik heute besser verfügbar ist und dass die Gefahr, die von ultrakonservativen Gruppierungen ausgeht, etwas kleiner geworden ist.

Könnt ihr heute in der Öffentlichkeit zeigen, dass ihr Metal-Fans seid, beispielsweise durch den Kleidungsstil?

Wir sind keine typischen Metalheads in dem Sinne, dass wir uns auf bestimmte Art und Weise kleiden oder bestimmte Accessoires tragen, um unsere Szenezugehörigkeit kundzutun. Ich verbinde auch nicht automatisch Kleider oder Style mit Metal. Wir sind alle vielseitige Künstler und wir würden uns nicht auf schwarze Hosen, Ketten und schwarze Shirts limitieren wollen, um in das Metal-Klischee zu passen.

Wie seid ihr mit Metal in Berührung gekommen?

Jeder bei uns in der Band hat eine eigene Geschichte dazu, wie er zum Metal gekommen ist und wie ihn der Metal beeinflusst hat, bevor wir unsere Gruppe gegründet haben. Die Gründungsmitglieder von District Unknown sind zwei Brüder - da ging es mit Metallicas "S&M"-Album los und von da weiter ... neue Musik von Freunden, neue Genres entdeckt und so weiter. Unser Schlagzeuger Pedram ist dann tiefer in speziellere Metal-Genres abgetaucht und hat seine Sammlung an unseren Bassisten weitergegeben, seinen Bruder Quasem, der 2004 vom Iran nach Afghanistan gekommen ist. Ich selbst bin, wie auch unser Sänger, über die Nu-Me

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