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Stille Nacht! Heilige Nacht! Die Geschichte eines Liedes von Thuswaldner, Werner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.09.2018
  • Verlag: Residenz Verlag
eBook (ePUB)
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Stille Nacht! Heilige Nacht!

'Stille Nacht! Heilige Nacht!' erklang erstmals am Heiligen Abend 1818 und ist heute das bekannteste Weihnachtslied der Welt. Das 1816 vom Hilfspfarrer Joseph Mohr geschriebene und 1818 vom Dorfschullehrer und Organisten Franz Xaver Gruber vertonte Weihnachtslied wurde in 300 Sprachen übersetzt, wird auf allen Kontinenten dieser Erde gesungen und von den großen christlichen Kirchen geteilt. 2011 in den Rang des immateriellen Kulturerbes Österreichs erhoben, war es nicht zuletzt auch ein gigantischer kommerzieller Erfolg. Zum 200-Jahr-Jubiläum erzählt der leidenschaftliche Kenner Werner Thuswaldner die Geschichte eines völkerverbindenden Welterfolgs: historische Hintergründe, unbekannte Details aus Musik- und Religionsgeschichte, aber auch viel Persönliches machen dieses Buch zu einer Fundgrube für alle, in denen 'Stille Nacht! Heilige Nacht!' bis heute die schönsten Weihnachtserinnerungen weckt. Werner Thuswaldner, geboren 1942 in Kärnten, Ausbildung zum Techniker, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg, langjähriger Leiter des Kulturressorts der 'Salzburger Nachrichten'. Schriftstellerische Arbeiten für Theater und Radio; Sachbücher, Romane, Kinderbücher, 2002 die erste Ausgabe von 'Stille Nacht! Heilige Nacht!', die der Autor aus Anlass des Jubiläums überarbeitet und um zahlreiche neue Erkenntnisse erweitert hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 04.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701745944
    Verlag: Residenz Verlag
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Stille Nacht! Heilige Nacht!

Turbulenzen der Geschichte

Die verhängnisvolle "Franzosenzeit" begann für die Region damit, dass bereits an dem Feldzug von 1792 800 Salzburger mitwirken mussten, von denen viele umkamen. Das war aber nur ein Vorgeschmack auf das Leid und die gravierenden Ereignisse, die in den Jahren darauf über Salzburg im Allgemeinen und Laufen im Besonderen hereinbrachen. Das Kriegsgeschehen erreichte in den letzten Jahren des Jahrhunderts auch die Salzburger Region. Französische Truppen rückten von Süden auf Salzburger Territorium vor und steckten Tamsweg und Mauterndorf in Brand. Am 3. Dezember 1800 wurden die Österreicher bei Hohenlinden in der Nähe von München geschlagen. Wenige Tage danach ergriff der Fürsterzbischof von Salzburg, Hieronymus Graf Colloredo, die Flucht, zuerst nach Brünn und dann in seine Heimatstadt Wien. Nach Salzburg kehrte er nie wieder zurück. Der habsburgische Erzherzog Johann besetzte mit einem Heer von 40 000 Mann das rechte Salzachufer. Am 13. Dezember 1800 kam es in unmittelbarer Nähe der Stadt Salzburg zur Schlacht auf dem Walserfeld. 500 Franzosen sollen dabei gefallen sein. Zurückflutende österreichische Soldaten kamen nach Laufen. Im benachbarten Waging zündeten Franzosen vier Häuser an und raubten die Kirche aus. Zwei österreichische Divisionen setzten sich in Laufen und Oberndorf fest. Große Teile der Bevölkerung verließen ihre Häuser in Erwartung des Feinds und flohen in die umliegenden Wälder. Am Morgen des 13. Dezember kamen die Franzosen, zuerst ein Korporal und sechs Jäger zu Pferd mit gezogenen Säbeln. Am Stadttor empfing sie der Pfleger, der Verwalter Andreas Seethaler, und hielt eine Ansprache:

"Der Ruf eurer Siege und eurer Großmut ist längst von den Ufern der Maas, Schelde und des Rheins bis an die Gestade der Salzach vorgedrungen. Euer Einzug hier überzeugt uns bereits von der Wirklichkeit und dem ausgedehnten Erfolg eurer Siege. Macht uns durch euer menschenfreundliches, der Nation würdiges Betragen zu Zeugen eurer Großmut. Eine kleine, durch Kriegsungemach und Feuer-, Wasser-, Schauer- und Viehfallschaden gebeugte Gemeinde bittet euch darum. Meldet dies euren Generalen zurück und unser Verlangen zum Wohle eurer siegreichen Truppen alles Mögliche zu tun." Dem Korporal wurden vom Bürgermeister die Schlüssel der Stadt übergeben. Nachdem weitere französische Soldaten gekommen waren und Wein, Schnaps, Brot und Geld verlangt hatten, fingen die Österreicher an zu schießen.

Die Franzosen erwiderten das Feuer, der Schusswechsel dauerte eine Stunde. Die Franzosen sicherten sich so viele Schiffe wie möglich und setzten damit ihre Truppen auf das rechte Ufer über. Dabei verloren sie an die fünfzig Mann. Laufen gaben sie aber nicht auf. Hier kam es zu Plünderungen, auch die Bauernhäuser in der Umgebung wurden ausgeraubt. Französische Soldaten brachen den Tabernakel in der Stiftskirche auf und stahlen die Monstranz. Ganze Wagenladungen mit geraubten Gütern fuhren davon. Dazu kam die Verpflichtung, einen Großteil der Vorräte herauszurücken, Brot, Hafer, vierhundert Zentner Heu, sechshundert Zentner Stroh. In diesen Dezembertagen mussten in der Stadt mehr als 95 000 Soldaten und über 24 000 Pferde untergebracht werden.

Diese Dezember-Ereignisse wurden von einem Oberndorfer Zeitzeugen, Sebastian Standl, in einer Familienchronik festgehalten. Es ist die Sicht der Opfer, die hier zur Sprache kommt.

"Die Franzosen kamen bald. Schon am 13. Dezember 1800 kamen sie die Straße von Waging und Tittmoning herein. Bei Froschham traten die dunklen Massen aus dem Wald aufs Feld heraus. Die Schöffleute waren viel oben auf dem Totenberg, wo die kaiserlichen Kanonen standen, und schauten hinüber. Jetzt konnte man sehen, wie die Artellerie auffuhr und ehe man sich's versah, blitzte es auf. Ein tiefer, dumpfer Schlag hinunter und wieder herauf an den stillen Wänden der Salzach. Die Kaiserlichen blieben die

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