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Was ist Popmusik?

  • Verlag: wbg Academic
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Was ist Popmusik?

Das Phänomen Popmusik erfreut sich in Philosophie, Musik-, Literatur-, Medien- und Sozialwissenschaft einer lebhaften Debatte. Dennoch sind eine ganze Reihe von grundlegende Fragen, die die Popmusik im Kern betreffen, noch weitgehend offen: Welche Abgrenzungskriterien lassen sich für Popmusik gegenüber anderer Musik - etwa Klassik, Jazz, Schlager, Volksmusiken - bestimmen? Gibt es sie in allen Genres oder ist Popmusik ein eigenes Genre? Zeichnet sie sich durch spezifische Gehalte aus? Verlangt Popmusik eine bestimmte Aufführungspraxis? Ist Popmusik primär ein soziales oder musikalisches Phänomen? Gibt es ästhetische Kriterien für eine Unterscheidung zwischen gut und schlecht? Welchen Einfluss haben Publikum und Kulturindustrie auf das popmusikalische Geschehen? Diese und noch viele weitere Fragen beantworten die Autoren des Bandes. Interdisziplinär und facettenreich beleuchten sie das Wesen der Popmusik und machen dadurch ihre ganze schillernde Vielfalt sichtbar. Stefan Greif studierte Germanistik, evangelischen Theologie und Philosophie an der Universität Siegen. Er war Hochschuldozent im Fach Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn und hatte Lehrstuhlvertretungen in Paderborn und an der Universität Flensburg. Seit 2007 ist er Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Kassel. Ralf von Appen ist Musikwissenschaftler an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Schwerpunkte sind die Analyse, Geschichte und Ästhetik populärer Musik. Von Appen ist seit 2008 im Vorstand der Gesellschaft für Popularmusikforschung (GfPM). Daniel Martin Feige ist Juniorprofessor für Philosophie und Ästhetik unter besonderer Berücksichtigung des Designs an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte in der philosophischen Ästhetik und Kunsttheorie, der Hermeneutik sowie der Philosophie des deutschen Idealismus. Charis Goer studierte Deutsch, Englisch, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Anglistische Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn und der Western Michigan University, Kalamazoo/USA; Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn und ist akademische Rätin für Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld. Thomas Meinecke studierte Theaterwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur und Kommunikationswissenschaft an der LMU München. Er ist Radio-DJ beim bayrischen Zündfunk sowie im Nachtmix von Bayern 2 sowie freier Autor, Popliterat, Kolumnist, Musiker, DJ. Thomas Phleps ist Professor für Musikpädagogik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Musiken und musikalischen Umweltverhältnissen des 20. Jahrhunderts, der musikpädagogischen Auseinandersetzung mit projekt- bzw. themenorientierten Handlungskonzepten, den Strategien institutionalisierter Musikpädagogik und auf populärem Terrain. Er ist Vorstandsmitglied im Arbeitskreis Studium Populärer Musik (ASPM) resp. der Gesellschaft für Popularmusikforschung (GfPM). Roger Behrens studierte Philosophie und Sozialwissenschaften in Hamburg, Berkeley, Kassel, Maastricht. Er ist Mitherausgeber des Buchmagazins testcard. Beiträge zur Popgeschichte. Er ist Publizist und freier Journalist. Georg Mohr studierte Philosophie und ev. Theologie an der Uni Bonn. Seit 1998 ist er Professor für Praktische Philosophie am Institut für Philosophie der Uni Bremen. Christoph Jacke ist Professor für Theorie, Ästhetik und Geschichte der Populären Musik im Fach Musik der Universität Paderborn. Er ist Mitbegründer und Sprecher der 'AG Populärkultur und Medien' in der 'Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)', Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft für Popularmusikforschung (GfPM), der International Association for the Study of Popular

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534742899
    Verlag: wbg Academic
    Größe: 1111 kBytes
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Was ist Popmusik?

Daniel Martin Feige

Über das Wesen der Popmusik

Was ist das Wesen der Popmusik? In zwei Schritten werde ich im Folgenden eine Antwort auf diese Frage formulieren. In einem ersten Schritt möchte ich die durchaus kontroverse Redeweise von einem "Wesen" verteidigen. Das ist dann möglich, wenn man sie weder im Sinne einer empirischen Definition, noch im Sinne einer klassischen, am Erbe von Aristoteles orientierten Wesensdefinition versteht, sondern demgegenüber im Sinne einer retroaktiven Wesensbestimmung. Der erste Teil verfolgt damit insgesamt das Ziel, die logische Form dessen abzustecken, was überhaupt als Antwort auf die Frage, was Popmusik ist, in Frage kommen kann. Im zweiten Teil werde ich daraufhin primär unter musikontologischer Perspektive eine inhaltliche Antwort formulieren. Eine solche musikontologische Perspektive verstehe ich nicht als Suche nach einer unsere Praxis des Sprechens und Erfahrens übersteigende musikalische Tiefengrammatik, sondern vielmehr als Frage nach Momenten, die dieses Sprechen und Erfahren erst systematisch verständlich machen. Dabei werde ich die Begriffe Werk, Performance und Aufnahme als musikontologische Grundbegriff ausweisen und zugleich fragen, welche Rolle sie jeweils in der Tradition der europäischen Kunstmusik, des Jazz und des Pop spielen. Die leitende These ist, dass im Pop die Aufnahme von besonderer Relevanz ist.
Empirisch, primordial oder retroaktiv?

Ich möchte in diesem ersten Teil noch keine inhaltliche Antwort auf diese Frage, was Popmusik ist, formulieren, sondern zunächst vielmehr drei logische Formen von Antworten unterscheiden: Die erste besteht in einer empirischen Definition (i), die zweite in einer primordialen Wesensdefinition (ii), die dritte schließlich in einer retroaktiven Wesensbestimmung (iii). Zugleich werde ich zeigen, dass die dritte logische Form sich aus einer Kritik der Probleme der ersten beiden ergibt.

Zuvor ist es aber wichtig, einige Festlegungen zu klären, die meinen Gebrauch des Begriffs "Popmusik" betreffen. Mindestens zwei Ausgangspunkte lassen sich bestimmen. Einerseits lässt sich dieser Begriff so deuten, dass das, was unter ihn fällt, entweder anhand der Funktion bestimmter Arten von Musik und/oder anhand des Grades der Verbreitung bestimmter Arten von Musik definiert wird. Eine solche Erläuterung würde Popmusik als Musik bestimmen, die keine Gattung oder Tradition sui generis wäre, sondern bestimmte Werke, Darbietungen, Stile usf. aller musikalischen Traditionen meinen würde. Der 1930er Jahre Big Band Swing wäre ebenso wie die Musik von Johann Strauss Popmusik. An einem solchen Verständnis von Popmusik ist aber problematisch, dass wir hier wohl eher von Popular musik und nicht von Pop musik sprechen würden. Zugleich wäre zumindest im Fall von Strauss und vergleichbaren Komponisten in der Tradition europäischer Kunstmusik eine entsprechende Debatte um den Begriff der Popmusik mit einer Debatte um die Frage nach leichter und ernster Musik, nach Unterhaltungsmusik und Kunstmusik amalgamiert. Auch wenn der Unterschied zwischen Musik, die Kunstcharakter beanspruchen kann und solcher, die das nicht kann, von großer Relevanz ist: Die These wäre problematisch, dass Popmusik per se schon jenseits der Kunst läge (H INDRICHS 2014, Einleitung behauptet das). Denn die Unterscheidung von Kunst und Nicht-Kunst liegt quer zu der Einteilung von Traditionen musikalischer Praxis. Damit ist bereits die Alternative benannt, wie sich auch über Popmusik nachdenken lässt - eine Alternative, der ich im Folgenden verpflichtet bin: Popmusik kann selbst als eine bestimmte Tradition musikalischer Praxis begriffen werden (mit Blick auf den Jazz als Verteidigung dieser These auch F EIGE 2014, Kapitel 4). Das heißt auch, dass Popmusik eine bestimmte Art von Musik ist, die sich von anderen Arten von Musik unterscheidet (vgl. kontrastiv dazu Dspa

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