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Über Bruce Springsteen von Remnick, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2013
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Über Bruce Springsteen

Um zu begreifen, was Amerika ist, hat es schon immer auch der Rockmusik bedurft. Bruce Springsteen ist wohl der amerikaniste aller Musiker und so erzählt David Remick nicht nur die Geschichte einer lebenden Legende, sondern ihm gelingt ein Griff ins Herz Amerikas. Es öffnet die Augen für den Menschen Springsteen, genauso wie für eine verlorene Generation, die Generation der Väter, die die Träume ihrer Kinder nicht mehr verstanden, die Band als Familie, die Familie als Unternehmen. Ein Blick so nah und aufwühlend, so scharf ohne ein Wort zu viel, dass dieser Text zu den großen Texten der Musikgeschichte wird, genau wie sein Gegenstand. David Remnick, Verfasser der weltweit erfolgreichen Biographie "Barack Obama: Leben und Aufstieg" und preisgekrönter Chefredakteur des New Yorker, hat an den Universitäten Columbia und Princeton gelehrt. "King of the World" wurde weltweit zum phänomenalen Best- und Longseller, für sein Buch "Lenin's Tomb" erhielt er den Pulitzer-Preis. Er lebt mit seiner Familie in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 14.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827076700
    Verlag: Berlin Verlag
    Originaltitel: We are alive
    Größe: 11580 kBytes
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Über Bruce Springsteen

Vor fast einem halben Jahrhundert, als Elvis Presley "Harum Scarum" drehte und "Help!" in den Charts war, erwarb sich ein launischer, von seinem Vater geplagter und dennoch auf unheimliche Weise charismatischer Junge von der Küste New Jerseys namens Bruce Springsteen einen bescheidenen Ruf als Gitarrist in einer Band, die sich nach der Lieblingsseife des Leadsängers The Castiles benannt hatte. Ihre Mitglieder kamen aus Freehold, eine Industriestadt eine halbe Stunde landeinwärts von den Buden an der Promenade und vom Meer entfernt. Die Castiles spielten bei sechzehnten Geburtstagen und auf Tanzabenden, in Autokinos und bei Supermarkteröffnungen. Einmal traten sie vor den Patienten einer psychiatrischen Klinik in Marlboro auf. Ein Herr im Anzug betrat die Bühne und erklärte in einer zwanzigminütigen Einleitung, die Castiles seien "größer als die Beatles". Worauf ihn ein Arzt unterbrach und auf sein Zimmer geleitete. Eines Nachmittags im Frühjahr 1966 begaben sich die Castiles, im Gepäck ihren Traum, nach ganz oben zu kommen, und zwar schnell, in ein Studio in Bricktown und nahmen zwei ihrer eigenen Songs auf, "Baby I" und "That's What You Get". Vor allem aber spielten sie eine Reihe Coverversionen ein, von Glenn Millers "In the Mood" bis "I Understand" von den G-Clefs. Sie probierten auch Sachen von Sonny and Cher, Sam and Dave, Don & Juan, den Who, den Kinks, den Stones und den Animals. Andere Musiker, meist spätpubertierende Grauhaarige, haben nur noch vage Erinnerungen an ihre frühen Tage auf der Bühne. (Nicht wenige haben nicht mal welche an die letzte Woche.) Springsteen dagegen, inzwischen über sechzig Jahre alt und einer der haltbarsten Musiker seit B. B. King und Om Kalthoum, erinnert sich offenbar an jeden einzelnen schrillen Abend - seit dem Moment im Jahr 1957, als er und seine Mutter Elvis in der Ed Sullivan Show sahen ("Ich sah sie an und sagte: ?So will ich ... auch ... sein.?"), bis zu seinen jüngsten Großtaten, wenn er als millionenschwerer, volksnaher Rockstar sich von seinem hingebungsvollen Publikum Eines Nachmittags im Frühjahr 1966 begaben sich die Castiles, im Gepäck ihren Traum, nach ganz oben zu kommen, und zwar schnell, in ein Studio in Bricktown und nahmen zwei ihrer eigenen Songs auf, "Baby I" und "That's What You Get". auf Händen tragen lässt. Und er ist heute schon Gegenstand historischer Ausstellungen; im Rock and Roll Hall of Fame Museum in Cleveland und im National Constitutional Center in Philadelphia werden seine Textblätter und alten Autos ausgestellt, seine verblichenen Bühnenklamotten präsentiert wie Fetzen eines Leichentuchs. Aber anders als etwa die Rolling Stones, die seit der Disco-Ära keinen großen Song mehr geschrieben haben und nur noch zusammenkommen, um als ihre eigene Coverband ihr Vermögen zu vermehren, verweigert Springsteen die Rolle des gewinnsüchtigen Kurators seiner eigenen Vergangenheit. Er entwickelt sich als Künstler weiter, füllt ein Spiralheft nach dem anderen mit Ideen, Zitaten, Fragen, Ausschnitten und letztlich auch neuen Liedern. Sein neuestes Album, "Wrecking Ball", ist eine melodische Anklage gegen die Rezession, besingt ungleiche Einkommen, ausgelaugte Arbeiter und das, was er "die Entfernung zwischen der amerikanischen Wirklichkeit und dem amerikanischen Traum" nennt. Diese Arbeit ist weit entfernt von seinen frühen Operetten über schwüle Sommeraffären und Ausschweifungen auf dem Highway. Bewusst gegen die Tradition des politischen Progressivismus gewendet, zitiert Springsteen aus irischen Rebellenliedern, Dust-Bowl-Balladen, Bürgerkriegsmelodien und Sträflingsgesängen. Die ersten Proben für die Welttournee fanden in Fort Monmouth statt, einem Armeestützpunkt, der im Jahr davor geschlossen wurde, nachdem er seit dem Ersten Weltkrieg ein Außenposten für den militärischen Geheimdienst gewesen war; der Spion Julius Rosenberg sowie Tausende militarisierter Brieftauben waren dort stationiert. Das sechshund

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