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AC/DC Die Bandgeschichte von Wall, Mick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2014
  • Verlag: Edel Germany GmbH
eBook (ePUB)
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AC/DC

Als AC/DC 1976 von Sydney nach England gingen, waren sie in ihrer australischen Heimat bereits Stars. In Europa schafften sie mit einer Reihe legendärer Auftritte im Londoner Marquee Club den Durchbruch. Auch wenn sie hart und laut waren und Angus Young in seiner Schuluniform und Bon Scott mit seinen Tattoos aus der Menge der langhaarigen Rockveteranen herausstachen, hatten sie mit der zeitgleich aufkommenden Punk-Bewegung nichts gemein. Sie waren gestandene Musiker, die einfach nur Rock'n'Roll machten - und von Anfang an ziemlich klare Vorstellungen davon hatten, was sie erreichen wollten. Als Bon Scott, ihr charismatischer Sänger, im Februar 1980 starb, stand die Band dank ihres erfolgreichen Albums Highway to Hell kurz vor dem internationalen Durchbruch. Ihr Aufstieg in den Rockolymp war stets von schweren Krisen begleitet, doch es gelang ihr stets, sich auf ihre Stärken zu besinnen. Heute sind AC/DC populärer denn je. Mick Wall, der Grandseigneur des Rockjournalismus, hat für seine kritische Biografie über die Band der beiden Brüder Malcolm und Angus Young mit zahlreichen Weggefährten gesprochen. Es gelingt ihm, in die Mauer des Schweigens, die die Young-Brüder um AC/DC errichtet haben, zumindest einige Löcher zu reißen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 17.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841902849
    Verlag: Edel Germany GmbH
    Größe: 9413 kBytes
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AC/DC

KAPITEL 1

DIE CLANBRÜDER

W ir werden noch mal groß rauskommen, Mann. Richtig groß ..." Das erzählten die Young-Brüder überall in Sydney herum. Doch ernst nahm sie keiner. Für wen, zum Teufel, hielten sich diese verschissenen kleinen Rowdys eigentlich, diese Versager? Der hübsche Malcolm mit seiner Hooligan-Matte und Angus, sein völlig durchgeknallter kleiner Skinhead-Bruder. Die beiden waren gerade mal über einsfünfzig groß, zwei aggressive kleine Arschlöcher, die dir schneller eine reinschlugen, als du gucken konntest.

Sie sahen nicht mal aus wie Australier – und sie sprachen auch nicht so. Wenn man sie sah und reden hörte, war sofort klar, wo sie herkamen: vom Arsch der Welt. Aus Schottland im rauen Norden, dort, wo niemals die Sonne schien und dich der ständige Regen, der dir ins Gesicht schlug, zwang, mit zusammengekniffenen Augen herumzulaufen.

Geboren und aufgewachsen sind die Youngs in Cranhill, einer Hochhaussiedlung am Stadtrand von Glasgow. Cranhill war kleiner und überschaubarer als die sogenannten "Big Four" Easterhouse, Pollok, Castlemilk und Drumchapel, die anstelle der alten, baufälligen Mietskasernen nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Boden gestampft wurden. Die Young-Brüder waren wilde Rabauken, die zusammen mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft, die sich auf der Straße herumtrieben, am Wasserturm von Cranhill abhingen. Die Youngs waren Protestanten, die sich nach außen hin zwar zur Regierung in England bekannten, tatsächlich aber einem großen Clan angehörten, dessen Mitglieder niemanden respektierten, der nicht dazugehörte. Es gibt Leute, die sehen in dem Blei in den Wasserrohren eine plausible Erklärung dafür, dass die Young-Brüder nicht sonderlich groß wurden. Andere hingegen führen ihre Körpergröße auf puren Eigensinn zurück: Sie wollten partout nicht wachsen und sich in einer anderen Welt als der ihren arrangieren müssen. Sie waren einfach restlos glücklich in ihrer Gosse.

Der ebenfalls in Glasgow geborene Derek Shulman, der ursprünglich selbst Musiker war, bevor er als Mitarbeiter einer amerikanischen Plattenfirma ins Musikbusiness wechselte und AC/DC bei ihrem Comeback in den frühen 90ern unterstützte, sagt: "Ein Clan, genau das sind sie. Trotz all ihrer Erfolge läuft für sie im Leben immer noch alles nach dem Prinzip "Wir gegen Sie". Familie, Blutsverwandtschaft, das zählt für sie. Und entweder man gehört zu hundert Prozent zu ihrem unglaublich engen Zirkel, oder man gehört eben nicht dazu. So einfach ist das."

Cranhill ist auch heute noch ein trostloser Ort. Drei Hochhausblöcke beherrschen die im Osten Glasgows direkt an der M8 gelegene Siedlung. Armut, Massenarbeitslosigkeit und Entbehrungen bestimmen das Leben der Menschen dort. Zerschlagen haben sich alle Hoffnungen, die die Architekten einst in diese Siedlung steckten, damals, kurz nach dem Krieg, als all die neu angelegten Straßen nach bekannten schottischen Leuchttürmen wie Gantrock und Bellrock benannt wurden. Nur eine, die Longstone Road, wurde nach einem englischen Leuchtturm benannt. Und genau dort – da sind sich die Leute aus Cranhill einig – lebten vor fünfzig Jahren die Youngs. Einer der Anwohner, Malcolm Robertson, meint, dass es das Haus immer noch geben würde, dass es einer der typischen Nachkriegsbauten in dieser Straße sei. An die Hausnummer kann sich allerdings niemand mehr erinnern.

Das Erscheinungsbild von Cranhill ist geprägt von kleinen, zweistöckigen Wohnhäusern und Sozialbauten, das nächste Einkaufszentrum ist rund fünf Kilometer entfernt. In den Vorgärten türmen sich Sperrmüll und

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