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Alles klar auf der Andrea Doria Berühmte Songzeilen und ihre Geschichte von Fischer, Günther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2015
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Alles klar auf der Andrea Doria

Es gibt Songzeilen, die einem nicht aus dem Kopf gehen, die Zeiten und Moden überdauern. Rund 200 unvergessliche Songzeilen haben Günther Fischer und Manfred Prescher zusammengetragen: Megahits wie Celine Dions 'My Heart Will Go On' aus 'Titanic' finden sich hier ebenso wie unbekanntere Stücke aus dem Underground. Die ältesten Songs - etwa 'White Christmas' von Bing Crosby - stammen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, als sich Rundfunkgeräte, Jukeboxes und Plattenspieler rasant verbreiteten. Am anderen Ende der Pop-Historie stehen Hits, die noch frisch und vertraut in den Ohren klingen - wie Eminems 'Cleaning Out My Closet', Julis 'Perfekte Welle' oder Lana Del Reys 'Video Games'. Zu jeder Songzeile erzählt das Buch die oft überraschende Geschichte dahinter: Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass ABBA ihren Hit 'Dancing Queen' dem schwedischen Königspaar zur Hochzeit widmete und im Song darauf anspielen, dass Silvia sich 'ihren' König in einer Disko geangelt hatte? Günther Fischer war Chefredakteur mehrerer Magazine, Kulturchef der Zeitschrift Bunte, Ressortleiter bei Süddeutsche Zeitung/Süddeutsche.de und schreibt heute über Musik, Kultur und Automobile.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806232110
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 1140 kBytes
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Alles klar auf der Andrea Doria

"I heard it through the grapevine/not much longer would you be mine" aus: "I Heard It Through The Grapevine" von Marvin Gaye

Norman Whitfield und Barrett Strong ("War") schrieben für das in Detroit ansässige Label Motown jede Menge Hits: "Too Busy Thinking About My Baby", "Ball Of Confusion", "Papa Was A Rolling Stone", "Just My Imagination" - um nur vier davon zu nennen. Ihre Songs verbinden Kenner der Szene mit einer Phase der Umorientierung, die die 1959 von Barry Gordy Jr. gegründete Hitschmiede Motown durchmachte: Die seichten Liebeslieder, mit denen die Firma Mitte der sechziger Jahre die US-Hitparade dominierte, wurden von härteren und funkigeren Songs ersetzt. Die Erfolge von James Brown ("Say It Loud, I'm Black And I'm Proud") und Sly Stone ("There's A Riot Goin' On") blieben auch den Motown-Chefs nicht verborgen: Der weiche Sound von tausend Geigen und ohrenschmeichelndem Gesang machte Platz für Bass, E-Gitarre und aggressivere Töne.

Der Übergang zum Funk vollzog sich leise und fast unbemerkt im Jahr 1967. Besonders ein Lied markiert den Wandel: Whitfield/Strongs "I Heard It Through The Grapevine", mit dem Gladys Knight & The Pips einen veritablen Hit landeten. Aber erst ein Jahr später und in der Version von Marvin Gaye wurde ein wegweisender Song daraus. Sein "Grapevine" beginnt mit einem einprägsamen Basslauf, der auch zu späteren Motown-Aufnahmen passen würde. Der Text beschreibt ein typisches Souldrama, wie sie Motown auf dem Gipfel des Erfolgs zu Hunderten produzierte, mit den Supremes, den Four Tops oder eben Marvin Gaye. Gleichzeitig mit den musikalischen und inhaltlichen Entwicklungen veränderte sich auch der Stil der Sänger: Man erlaubte ihnen mehr Eigenständigkeit.

Der 1939 in Washington, D. C., geborene Gaye betrat mit seiner Version von "Grapevine" Neuland, er interpretiert das traurige Lied vom Ende einer Liebesbeziehung mit einer tiefen Verletzlichkeit. Die Zeilen "I heard it through the grapevine/Not much longer would you be mine/Oh I heard it through the grapevine/Oh and I'm just about to lose my mind" füllt er mit Leben, indem er Enttäuschung, Trauer und Sehnsucht herausarbeitet.

Verstärkt wurde Marvin Gayes Wandel vom austauschbaren Hitsänger zum charismatischen Künstler durch ein für ihn bedrückendes Erlebnis: Seine Duettpartnerin und gute Freundin Tammi Terrell starb am 16. Juli 1970 an einem Hirntumor. Gaye zog sich zurück, überdachte seine Karriere und nahm dann die ebenso einfühlsamen wie erfolgreichen Alben "What's Goin' On" (1971) und "Let's Get It On" (1973) auf. Die warme und weiche Stimme, die diese Platten auszeichnet, hört man so zum ersten Mal auf "I Heard It Through The Grapevine".

Natürlich lässt sich das Lied auch völlig anders interpretieren, wie verschiedene Coverversionen zeigen: In Ike und Tina Turners Variante wird dieses "Ich weiß vom Hörensagen, dass du nicht mehr mir gehören willst" fast schon wütend herausgeschleudert, die Temptations machten - wiederum produziert von Whitfield und Strong - tatsächlich ein Funkstück daraus, und die Country Rocker von Creedence Clearwater Revival wollten die Exfrau anscheinend durch bösen Zauber verfluchen. Ihre Aufnahme erschien 1970 auf der LP "Cosmo's Factory" und bringt den Basslauf des Originals nicht nur als Intro, sondern hält ihn über die gesamten 11:07 Minuten des Songs durch. Man bekommt dadurch das Gefühl, eine düstere, sich ständig wiederholende Zauberformel zu hören.

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Original: Marvin Gaye: "I Heard It Through The Grapevine" (1968, Tamla, LP), weitere Versionen: Gladys Knight & The Pips: "Everybody Needs Love" (1967, Soul, LP), Ike & Tina Turner: " In Person" (1969, Minit, LP), The Temptations: "Cloud Nine" (1969, Gordy, LP), Creedence Clearwater Revival: "Cosmo's Factory" (1970, Fantasy, LP)

"I shot the sheriff/But I didn't shoot no deputy" aus: "I Shot The S

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