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Dancing With Myself Die Autobiografie von Idol, Billy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.10.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Dancing With Myself

"Ich bin hoffnungslos gespalten zwischen dem Guten und der Dunkelheit, dem Mönch und dem Sexbesessenen, dem Priester und dem Dichter, dem Populisten und dem Demagogen. All das schreibe ich jetzt schwarz auf weiß nieder, direkt aus meinem Herzen aufs Papier." Aufgewachsen in der englischen Arbeiterklasse, war Billy Idol mit seiner Band Generation X neben den Sex Pistols und The Clash Teil der frühen Punkbewegung. Anfang der Achtzigerjahre zog er nach New York und startete dort eine einzigartig erfolgreiche Solokarriere voller Höhen und Tiefen. Wer kennt sie nicht, die trotzig hochgezogene Oberlippe, die geballte Faust zum "Rebel Yell", die wasserstoffblonden Stachelhaare? Billy Idol, der erste und einzige echte Popstar der Punkgeneration - Frauenschwarm und Provokateur. Die alten Fans werden sich an ihre Jugend zurückerinnern, eine neue Generation Fans wird sich ungläubig die Augen reiben, wie exzessiv so ein Rockstarleben früher sein konnte. Sein neues Album wird die Charts stürmen. Mit unvergesslichen Hits wie "White Wedding", "Rebel Yell" oder "Dancing With Myself" stieg der Punk in den 80ern zu einem der Aushängeschilder von MTV auf und füllte Stadien. Neben seiner Musik und den wasserstoffblonden Haaren war es vor allem sein ausschweifender Lebensstil, für den Billy Idol berühmt-berüchtigt war. Im Herbst 2014 erscheint ein neues Studioalbum, das erste in 10 Jahren. Billy Idol lebte das Leben, von dem die meisten Möchtegern-Rock'n'Roller nur träumen können. Er nahm auf nichts und niemanden Rücksicht, am allerwenigsten auf sich selbst. Seine Autobiografie ist eine Achterbahnfahrt von den Siebzigern bis heute. Und der Mann hat eine Menge erlebt. Von wegen "Dancing With Myself" - wir tanzen mit! Billy Idol, geboren 1955 unter dem bürgerlichen Namen William Michael Albert Broad in Stanmore in England. Nach ersten Erfolgen mit der Punkband Generation X zieht er 1981 nach New York und steigt in den Achtzigerjahren als Solokünstler zum weltweiten Megastar auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 20.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641079673
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Dancing with Myself
    Größe: 10147 kBytes
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Dancing With Myself

PROLOG

ES HEISST, WENN DU DEN AUFPRALL HÖRST, BIST DU NOCH AM LEBEN

Am Morgen des 6. Februar 1990 war ich seit mehr als einem Jahrzehnt auf einem schmalen Grat gewandert, ständig mit einem Fuß über dem Abgrund, auf der Suche nach dem größtmöglichen Kick. Ich hatte ein ziemlich kaputtes Leben geführt. Warum aber hatte ich mich nicht einfach komplett ins Drogennirwana geschossen, wo ich mich doch so nihilistisch fühlte? Stattdessen folgte ich dem Credo von Jim Morrison, Samuel Taylor Coleridge und - zeitweise - William Wordsworth, dem Credo der Selbstentdeckung durch Selbstzerstörung, dem ich mich bis heute so überzeugt verschreibe: Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre, und irgendwann wirst du damit richtigliegen.

An diesem schicksalhaften Vormittag stehe ich im Morgengrauen hellwach im Wohnzimmer meines Hauses in den Hollywood Hills. Vor mir erstreckt sich das Los-Angeles-Becken bis zu den Hochhaustürmen der Innenstadt. Ich habe nicht geschlafen, mein Kopf dröhnt noch von den Überresten des Alkohols und der illegalen Substanzen der letzten Nacht, und ich blicke hinaus auf die mürrisch erwachende Stadt. Das sich ausbreitende Tageslicht legt Schatten auf die Hänge. Es wirkt fast so, als ob Gott nach und nach die Farben für den heutigen Tag aus seinem Malkasten hervorholt; die Braun- und Grüntöne von Erde und Laub, die sich vom ausgebleichten Weiß der Felsen abheben, auf denen mein Haus steht.

Vom Fenster aus höre ich in der Ferne Sirenen heulen. Hat wohl einer Pech gehabt, denke ich, während ich dem grollenden Autostrom unausgeschlafener, ungeduldiger Pendler auf dem Freeway 101 lausche, die sich durch den Cahuenga-Pass schlängeln: das Geräusch einer Welt, die sich langsam wieder in Bewegung setzt. Der endlose Seufzer des Freeways ist wie ein Echo meiner müden, ausgezehrten Seele.

Am Abend zuvor haben wir nach fast zwei Jahren Arbeit das Album mit dem treffenden Titel Charmed Life abgegeben. Ich spüre die Erwartungen, die auf mir lasten, und bin früh von der obligatorischen Studioparty nach Hause gegangen. Das klingt jetzt, als hätten wir nur eine einzige Party zum Abschluss des Albums veranstaltet, aber eigentlich haben wir die ganzen zwei Jahre durchgefeiert. Zwei Jahre lang nonstop Bier, Bräute und Bikes, dazu ein ständiger Strom aus Hasch, Koks, Ecstasy, Heroin, Opium, Quaaludes und Secobarbital. Ich bin in zahllosen Clubs zusammengebrochen und oft im Krankenhaus aufgewacht. Manchmal kam ich auf dem Rücken liegend wieder zu Bewusstsein, starrte an irgendeine triste, graue Krankenhausdecke, verfluchte mich selbst und war sicher, der Nächste zu sein, der vor irgendeinem Nachtclub in L.A. oder auf irgendeinem kalten Steinfußboden draufgeht, umringt von Fremden und Paparazzi.

Ich habe GHB genommen, ein Steroid gegen die lästige Erschöpfung, die mich zuletzt davon abhielt, Sport zu treiben und meinen Körper wenigstens halbwegs in Form zu halten. Nimmt man zu viel davon - wozu ich neige -, ist das, als würde man sich selbst für drei Stunden in ein künstliches Koma versetzen; für Außenstehende sieht es aus, als hätte man diese Welt verlassen.

Als wir 1988 mit den Aufnahmen begannen, versprachen wir einander, cool und konzentriert zu bleiben und uns nicht komplett in Drogen und sonstige Ausschweifungen zu stürzen. Aber als die Wochen langsam zu Monaten wurden, fingen wir an, freitags etwas früher Schluss zu machen - zur "Drop Time", zu der wir alle gemeinsam Ecstasy einwarfen. Aus Freitag wurde bald Donnerstag, aus Donnerstag Mittwoch und so weiter, bis alle Regeln außer Kraft gesetzt waren. Irgendwie schafften wir es, trotz Dauerbenebelung noch Musik zu machen. Es war, als würde ich mich permanent von einem weiteren üblen Absturz erholen, und ich brauchte jedes Mal drei Tage, um mich wieder "normal" zu f

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