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Die Legende der böhsen onkelz von Lerchenfeldt, Conrad (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2015
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Die Legende der böhsen onkelz

Kaum eine Band in Deutschland ist so umstritten wie die Böhsen Onkelz. Doch auch kaum eine Band hat so treue Anhänger. Nach Anfangsjahren, in denen die Band immer wieder in Verbindung mit der rechten Szene gebracht wurde, distanzierten sich die Onkelz im Lauf der Zeit von dieser politischen Richtung. Ihre Fans hielten immer zu ihnen und als im Jahr 2014, nach fast zehn Jahren der Bühnenabstinenz, zwei Comeback-Konzerte angekündigt wurden, waren die Tickets innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Conrad Lerchenfeldt beleuchtet das Phänomen Böhse Onkelz von allen Seiten. Worin besteht ihre Faszination? Was verbindet die Fans mit der Band? Wie weit rechts stehen sie tatsächlich? Ein Buch nicht nur für alle Onkelz-Fans, sondern auch für alle, die sich für das Phänomen Böhse Onkelz interessieren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 09.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864137389
    Verlag: riva
    Größe: 255 kBytes
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Die Legende der böhsen onkelz

Geschorene Köpfe:

Die ersten Schritte

D ie Böhsen Onkelz begannen als Punkband, wurden aber kurz darauf zu Skinheads, was gleichbedeutend mit rechts oder gar Nazi ist - das war und ist immer noch Teil der öffentlichen Wahrnehmung der Gruppe. Auch weil es heute selbstverständlich ist, dass der Begriff Skinhead als Synonym für Randale und Neonazis steht.

Wie so oft ist die Wahrheit hinter solchen Zusammenfassungen und der öffentlichen Wahrnehmung wesentlich komplexer. Das beginnt schon mit dem Begriff Skinhead. Zahllose Bücher sind über diese Bewegung beziehungsweise Gruppierung geschrieben worden, weil sie so einfach eben nicht zu erklären ist. Grundsätzlich sind die Skins aus der britischen Arbeiterklasse hervorgegangen. Im Lauf der Zeit haben sich dann diverse unterschiedliche Anschauungen aus diesem Ursprung entwickelt. Da gab es die traditionellen Skins, die sich über Herkunft und Äußerlichkeiten definierten, jedoch weit entfernt von jeglicher politischen Ideologie waren. Es gab linksextreme Skins, es gab rechtsextreme Skins und es gab sogar später eine ausgesprochen antirassistische Gruppierung innerhalb der vielschichtigen Skinhead-Bewegung.

Dass Skinheads gerade zu Beginn der Achtzigerjahre wieder ein Thema wurden, daran hatte auch der Punk seinen Anteil, der ja bis heute als tendenziell politisch eher links oder anarchistisch eingestuft wird. Dass Punk zunächst Jugendliche in aller Welt in seinen Bann zog, lag vor allem an der Tatsache, dass Punk so anders und so unangepasst war. Eben genau das, was einen pubertierenden und revoltierenden Jugendlichen anzieht. Punk lag jenseits von Kommerz und überkommenen Traditionen, die das Erwachsensein kennzeichneten. Es war etwas, das sozusagen der Jugend selbst gehörte, von ihr gelebt und entwickelt wurde. Nur wurde das Thema Punk nach einer Weile so groß, dass es auch Menschen auffiel, die so gar nichts mit der Grundidee des Anti-Seins oder der Revolte anfangen konnten. Punk wurde von Geschäftsleuten entdeckt, von Unternehmen und Managern. Auf die echten wütenden Punkbands folgten die daran nur oberflächlich angelehnten Produkte der großen Plattenlabels. Und war es zunächst noch eine Provokation, sich mit Nietenhalsbändern oder Sicherheitsnadeln zu schmücken, gab es solche Accessoires bald im Kaufhaus oder der Boutique um die Ecke für jedermann und für ein paar Cent aus industrieller Fertigung. War Punk anfangs noch schmutzig oder eine Kultivierung des Asozialen, entwickelte er sich zu einem Modetrend, der aus den Ghettos auf die Schulräume der Gymnasien überschwappte, der aus der Unterschicht und der provokanten Jugendkultur Einzug in den Mainstream hielt. Eine Entwicklung, die ein echter Punk verabscheute.

Aus dieser Situation heraus entstand etwas, das später unter dem Begriff Oi!-Punk zusammengefasst wurde und das schließlich recht unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen vereinte. Der Begriff Oi! ist grundsätzlich britischer Slang und steht für nichts anderes als Hey!. In der Realität der beginnenden Achtzigerjahre jedoch war Oi! zunächst einmal eine musikalische Richtung, die den Versuch wagte, den mittlerweile kommerzialisierten Punk zurück zu seinem einfachen und echten Ursprung zu bringen. Was daraus musikalisch entstand, zog auch einige Skinheads an. Im Grunde war Oi!-Punk eine einfache und laute Musik, die sich zum Mitgrölen eignete.

Schon im Jahr 1981 beschäftigte sich das Nachrichtenmagazin Der Spiegel mit dem Thema und ließ dabei auch den Musikjournalisten Garry Bushell zu Wort kommen, der in der Zeitschrift Sounds den Begriff Oi! für diese neue Musik und ihre Hörer überhaupt erst geprägt hatte. Zitiert wurde Bushell mit den Worten: "Das ist Musik für Fußball-Krawallmacher."

Was wieder direkt zurückführt zu den Böhsen Onkelz und ihrem Umfeld. Die vier waren schließlich noch immer nicht hauptberuflich Musiker, sie waren junge Männer, die sich prügelten, wenn sich Gelegen

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