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Georg Danzer Große Dinge - Erlebtes und Erzähltes von Danzer, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2015
  • Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
eBook (ePUB)
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Georg Danzer

Jö Schau! Georg Danzer wurde 1975 mit dem Lied 'Jö schau' berühmt. Im Jahr des 40. Geburtstages des Liedes wurde ein Exemplar von 'Auf und davon', der verschollen geglaubten Autobiografie von Georg Danzer, wiedergefunden. Verschollen, da es durch den Konkurs des einstigen Verlages keine Chance hatte, sich am Markt zu verbreiten. 1993 erschienen, schrieb Danzer darin seine ganz persönliche Geschichte nieder: Die vom Buben, geboren im Oktober 1946, der im grauen und rauen Wien der Nachkriegszeit aufwuchs. Nun wird erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den zweiten Teil von 'Große Dinge' bilden Interviews mit Wegbegleitern von Georg Danzer. Prof. Franz Christian Schwarz, der langjährige Manager und beste Freund von Danzer, und Andy Zahradnik erzählen über Treffen mit Wolfgang Ambros, Marianne Mendt, Ulli Baer, Hans Theesink und zahlreichen anderen. Das Buch erinnert an einen, der es schaffte, 'Große Dinge zu vollbringen' und dabei stets bescheiden blieb. Franz Christian Schwarz, geboren 1953, lebt und arbeitet in Wien. Er ist seit 1977 in der Musikbranche tätig, u.a. für Konstantin Wecker, Joesi Prokopetz, Wilfried und Rainhard Fendrich, 1997 bis 2006 war er Manager von Georg Danzer. 2013 wurde ihm der Berufstitel 'Professor' verliehen. Er gestaltet regelmäßig die Sendung 'Heimat bist Du großer Töne' auf Radio Wien. Andy Zahradnik, geboren 1958 in Wien, ist Autor und Musikjournalist, er hat u.a. Bücher über den Komponisten Ralph Siegel und die Schlagersängerin Monika Martin veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 18.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783800079278
    Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
    Größe: 2383 kBytes
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Georg Danzer

"Die ungetrübte biografische Wahrheit ist nicht zu haben"
Sigmund Freud
"Des kaun do no ned ollas gwes'n sein ... da war do no was"

Wiener Dialekt. Und nur so! Es wäre ein unpassender Kniefall davor, "dass das außerhalb Österreichs auch noch verstanden werden sollte", diesem Buch ein hochdeutsches "Das kann doch noch nicht alles gewesen sein ... da war doch noch etwas" an den Anfang zu setzen.

Georg Danzer war Wien. Klar, da waren seine Jahre in Deutschland, zahlreiche Songs, die er auf Hochdeutsch geschrieben und gesungen hat, aber der "Schurl" war Wiener durch und durch. Aufgewachsen am Gaudenzdorfer Gürtel, den Blues in der Seele, im Gemüt und in der Sprachmelodie, ebenso wie den Wortwitz, den diese Stadt am Donaustrand den Menschen am Weg ins Leben umhängt wie einen Rucksack und der so viel ausmacht, vor allem den berühmten Unterschied.

Georg Danzer hat das Lied "Des kaun do no ned ollas gwes'n sein" 1975 auf seinem Album "Ollas leiwand" zum ersten Mal veröffentlicht. Ollas leiwand - alles ist gut. Auf der LP war auch der Kracher "Jö schau" zu finden, und allgemein gilt diese Platte als diejenige, die den großen Durchbruch der Karriere des "Liederaten" Georg Danzer einläutete.

Liederat - so bezeichne ich den Georg gerne. Die Wortschöpfung stammt von der Liederatin Stefanie Werger und ich leihe sie mir sehr gerne aus, denn ich kenne keine andere Bezeichnung, die das Tun und Schaffen des Georg Danzer in aller Kürze so perfekt beschreibt und die Steffi wird so lieb sein und nichts dagegen haben, weil ja der Georg immer schon ein Würdiger war, einer aus dem Kreis der wenigen wahren Liederaten in Österreich.

"Liedermacher" gefällt mir sowieso nicht. Es klingt wie das handwerkliche Herstellen eines Liedes, nach Werkzeug. Die Lieder des Georg Danzer wurden nicht "gemacht". Sie sind das Ergebnis allerfeinster, aus der Feder fließender Dichtkunst. Sie erzählen Erlebtes, Erdachtes, vom Zorn genauso wie von der Liebe, der Trauer, dem Unverständnis und dem Zwischenmenschlichen. Manchmal berührend romantisch, dann wieder schön herb und derb. Sie erzählen auch von uns allen.

Es war 1977 oder 1978, so genau weiß ich das nicht mehr, da hatte ich zum ersten Mal mit Georg Danzer zu tun. Ich war beim Österreich-Ableger von CBS Records in Wien beschäftigt und CBS hatte die Reste von m-records aufgekauft. Das deutsche Label ging den Bach runter und die Masterrechte der Produktionen, die seinerzeit auf m-records erschienen waren, wanderten zu CBS. Ich war blutjung und kam so, durch den Crash von m-records, zu den ersten großen Hits von Georg Danzer wie die Jungfrau zum Kind. Plattenfirmen machen in so einem Fall genau das, was man von ihnen erwartet: Man nimmt alles an Liedern, was gut und vor allem bereits hitgeprüft ist, und packt es auf eine Best-of-CD.

"Jö schau ... Georg Danzer - seine größten Erfolge" hieß das Album, kam 1976 auf den Markt und lief prächtig. Eines Tages rief mich Georg an und sagte, dass er die Abrechnungen von dieser Platte bekommen habe, die ja schon auch Gold-Status erreicht hätte, also 25 000 verkaufte Stück schon überschritten wären ... Klar! Klar? Mittlerweile war er ja bei Polydor unter Vertrag, und einen Künstler auszuzeichnen, der beim Mitbewerber sei, das gehe einfach nicht. Man hat mich zurückgepfiffen und ich sagte Georg ab. Musste absagen. Darüber ärgere ich mich noch heute, denn zu gerne hätte ich ihm diese Goldene in die Hand gedrückt. Schon aus rein sentimentalen Gründen.

Ich war 13, als mich der Herr Ambros mit dem "Hofa" musikalisch nach Hause geholt hat. Musik aus Österreich hatte mich davor nur peripher interessiert. England und Amerika waren toll. Österreich? War da was? Marianne Mendt und die "Glockn". Großes Kino, Dialekt, schön, sauber, sehr fein produziert und großartig gesungen. Doch dann warf es mich fast aus den Schuhen: Auf einmal singt da einer im Radio über jemanden, der zertreten im Rinnsal liegt.

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