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Giacomo Meyerbeer Der Meister der Grand Opéra von Henze-Döhring, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Giacomo Meyerbeer

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an einen der größten Opernkomponisten der Musikgeschichte und eine Einladung, den Meister selbst und seine heute viel zu selten aufgeführten Meisterwerke kennenzulernen! Als im Jahr 1791 Meyer Beer als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Berlin geboren wird, ahnt niemand, dass er einmal unter dem Namen Giacomo Meyerbeer die Opernwelt des 19. Jahrhunderts prägen wird. Seine Familie verfügt über die Mittel, dem Knaben eine Ausbildung bei bedeutenden Musikern seiner Zeit angedeihen zu lassen - unter ihnen Zelter und Vogler. Als aufstrebender junger Komponist geht er auf Empfehlung Antonio Salieris nach Italien, wo er sich den Opernstil Gioachino Rossinis auf persönliche Weise aneignet. Meyerbeers 'Crociato in Egitto' lässt bald darauf die Musikbegeisterten in Europa aufmerken. Davon ermutigt, zieht es ihn nach Paris - jene Stadt, die fortan seinen Lebensmittelpunkt bilden wird. Dies bleibt nicht ohne Folgen für sein Familienleben. 1826 heiratet Meyerbeer; doch trotz - oder wegen? - seiner großen Erfolge, dessen ersten er an der Seine 1831 mit 'Robert le Diable' feiert, wird sein privates Glück nie ungetrübt sein. Auch eine zeitweilige Rückkehr nach Berlin, wo er vom preußischen König zum "Königlichen Generalmusikdirektor und Hofkapellmeister" ernannt und mit Orden dekoriert wird, ändert daran nichts. Paris bleibt sein Schicksalsort. Dort reüssiert er zum Star der Salons und lernt musikalische wie intellektuelle Größen seiner Zeit kennen - nicht zuletzt seinen besten Freund und Ratgeber Alexander von Humboldt. In der Lichterstadt aber feiert er vor allem Triumphe mit seinen Opern: 'Les Huguenots' (1836), 'Le Prophète' (1849), 'Le Pardon de Ploërmel/Dinorah' (1859). Und schließlich wird Paris auch der Ort, an dem Meyerbeer stirbt, noch vor der Uraufführung seines letzten Meisterwerks: 'L'Africaine' (1865). Sabine Henze-Döhring, Professorin für Musikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg, hat Giacomo Meyerbeers Briefwechsel und Tagebücher in einer wissenschaftlichen Ausgabe ediert und kommentiert. Sieghart Döhring war bis zu seiner Emeritierung Professor für Theaterwissenschaft unter besonderer Berücksichtigung des Musiktheaters und Leiter des Forschungsinstituts für Musiktheater an der Universität Bayreuth. Er ist Vorsitzender des Meyerbeer-Instituts (Thurnau).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 01.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406660047
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 5475 kBytes
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Giacomo Meyerbeer

1.
Jugendzeit - Lehrzeit - Reisezeit

Am 5. September 1791 kam in Tasdorf, einer Poststation auf der Route von Berlin nach Frankfurt an der Oder, ein Junge zur Welt: Meyer Beer. Wer hätte ahnen können, dass aus diesem Kind einmal Giacomo Meyerbeer werden würde, einer der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit? Der kleine Meyer war der erstgeborene Sohn Amalie und Jacob Herz Beers. Ob Amalie auf dem Weg in ihre Heimatstadt niederkam oder von Berlin aus nach Frankfurt reiste, dem Geburtsort ihres Mannes, ist eine offene Frage. Der Tag der Geburt dieses Kindes war jedenfalls ein sehr glücklicher im Leben des Paars, das am 4. September 1788 in Berlin geheiratet hatte. Jacob Herz war ein Sohn Naphtali Herz Beers, eines sogenannten Schutzjuden, Amalie die älteste Tochter des vermögenden Berliner Geschäftsmannes, Postfuhrunternehmers und Pächters der preußischen Staatslotterie Liepmann Meyer Wulff, Ältester der Berliner Judenschaft. Die Eheleute lebten zunächst in Frankfurt an der Oder, doch als 1789 auf Jacob Herz Beer das Generalprivileg seines Schwiegervaters übertragen wurde, ließ er sich mit seiner Frau in Berlin nieder und leitete seinen unternehmerischen Aufstieg als Kaufmann, Bankier und Besitzer einer in der Heilige-Geist-Straße 4 betriebenen Zuckerraffinerie ein. Es sollte nicht lange dauern, bis Beer sein Unternehmen erweiterte und schließlich zu den wohlhabendsten Bürgern der Stadt zählte. Amalie Beer hingegen wurde als Berliner Salonnière eine Institution. Dem Habitus aufgeklärter jüdischer Familien entsprechend, verbanden sich mit unternehmerischem Erfolg und gesellschaftlicher Anerkennung Bildung und künstlerische Interessen. Daher scheuten Amalie und Jacob Herz Beer, denen im Laufe der Jahre noch drei weitere Söhne geschenkt wurden, keine Anstrengung, für ihre vier Kinder hervorragende Lehrer zu engagieren.

Während der jüngere Bruder und spätere Firmenerbe Wilhelm das Joachimsthalsche Gymnasium besuchte, erhielt Meyer - einige seiner Schulhefte aus den Jahren 1805 bis 1807 sind im Nachlass überliefert - ausschließlich Privatunterricht. In Latein und Griechisch wurde er zum Beispiel seit 1806 fünf Stunden pro Woche von dem später so berühmten Altertumsforscher August Boeckh unterwiesen, der neben seiner Lehrtätigkeit am Seminar für gelehrte Schulen auch Privatunterricht gab. Förmlich als Hauslehrer trat 1807 Aaron Wolfssohn in Meyers Leben, ein vom Geist der Aufklärung geprägter Pädagoge und Schriftsteller, der bereits in den 1790er Jahren in Berlin - ganz im Sinne Jacob Herz Beers - die jüdische Reformbewegung gestärkt hatte. Wolfssohn erzog Meyer zu einer säkularisierten, an gesellschaftlicher wie kultureller Assimilation orientierten Lebensführung und verantwortete seine geistige Gesamtbildung. Meyers erster Klavierlehrer war Franz Lauska, ein angesehener Pianist und Klavierpädagoge, der sich - als Hofpianist aus München kommend - in Berlin niederließ, nachdem er dort 1798 erfolgreich konzertiert hatte. Lauska stand auch in Berlin dem Hofe nahe, unterrichtete preußische Prinzen und Prinzessinnen und wirkte darüber hinaus als Komponist. Bereits im Alter von nur zehn Jahren legte sein junger Schüler Meyer mit einem öffentlichen Auftritt als Pianist Ehre ein: Am 14. Oktober 1801 wirkte er in einem Konzert des Dresdener Violoncellisten Martin Calmus in Berlin mit und erregte mit seinem "vortrefflichen Klavierspiel" Bewunderung, da er "die schweresten Passagen und andere Solosätze mit seiner Fertigkeit bezwingt und einen, in solchen Jahren noch seltnern feinen Vortrag hat".[ 1 ] Von nun an trat er regelmäßig in öffentlich

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