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Im Leben bleiben von Dyk, Paul van (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2019
  • Verlag: Benevento
eBook (ePUB)
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Im Leben bleiben

New York, Sydney, Tokio - Rollstuhl Paul van Dyk ist einer der berühmtesten DJs der Welt. Er hat Fans auf allen Kontinenten. Fast jedes Wochenende spielt er in den angesagtesten Klubs - bis er auf einer Bühne in ein metertiefes Loch stürzt. Für die Ärzte ist rasch klar: Paul van Dyk wird ein Pflegefall im Rollstuhl bleiben. Ohne jede Erinnerung an sein früheres Leben. Ohne Musik. Aber es kommt anders. Paul van Dyk belegt als Musiker und Produzent Top-Plätze in den Charts rund um den Globus, ist für den Grammy nominiert und wird zweimal als World's No.1 DJ ausgezeichnet. Er führt ein Leben, das die meisten Menschen nur aus Lifestyle-Magazinen kennen. Für ihn ist es normal. Er ist voller Optimismus und Lebensfreude. Bis zum 27. Februar 2016. Ein Schritt, ein Sturz mehrere Meter in die Tiefe. Diagnose: zwei Brüche an der Wirbelsäule, Quetschungen und ein Schädel-Hirn-Trauma. Und der Beginn eines anderen Lebens, das ihn zwingt, alles noch einmal zu erlernen. In seinem Buch verarbeitet Paul van Dyk den Moment des Fallens und die Zeit nach dem Aufwachen aus dem Koma. Vor allem aber zeigt er, wie wichtig Optimismus, Motivation und insbesondere Liebe sind, um in einer fast aussichtslosen Situation wieder ins Leben zurückzufinden. Paul van Dyk, geboren 1971 in Eisenhüttenstadt als Matthias Paul, ist DJ, Musikproduzent und Hörfunkmoderator. Er ist vielfach ausgezeichnet, Träger des Verdienstordens des Landes Berlin und einer der erfolgreichsten DJs der Welt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 21.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783710950490
    Verlag: Benevento
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Im Leben bleiben

State of Trance Festival, Utrecht

Der 27. Februar ist ein gewöhnlicher Tag. Ein Samstag. Ein eher langweiliger Tag, ohne Paul; ich ordne Unterlagen. In unserem Appartement in Los Angeles. Mein Kopf ist voll von der bevorstehenden Reise nach Mexiko, übermorgen schon, wo er mich beim letzten Mal gefragt hat, ob ich ihn heiraten würde. "Margarita und Paul" - ein schönes Gefühl. Wir sind jetzt seit einem Monat verlobt.

Allerdings irritiert mich etwas. Und zwar meine Unruhe.

Nicht wegen der unzähligen Details, die bei einer Hochzeit im Vorfeld zu klären sind, nein, es ist etwas anderes, eher unbestimmt. Und dieses Nicht-Greifbare beschäftigt mich. Ich bin sehr sensitiv für solche Erscheinungen; und ich habe schlecht geschlafen. Schon seit einigen Tagen habe ich Albträume. Sehr dunkel alles, kaum konkrete Bilder. Ich wache morgens auf und fühle mich gerädert und nervös. Zudem gibt es seit einigen Tagen eine ungewöhnliche Häufung von Zufällen , an beinahe jeder Ecke, überall dort, wo Paul und ich herumschlendern. Das Ganze ist derart auffällig, als ob etwas Schlimmes in der Luft läge.

Was ist mit LA los?

"Sei vorsichtig", habe ich deshalb heute Morgen zu Paul gesagt, als wir uns an der Haustür verabschiedeten. Dieses Konzert in Holland ist einer der seltenen Auftritte, bei denen ich nicht dabei bin.

Mit einem charmanten Lachen sagte er zu mir, ich solle mir keine Sorgen machen und wir könnten jederzeit telefonieren.

Wir haben uns an der Tür geküsst, ein wenig geweint, wie meist, wenn wir uns trennen müssen; da ist eine Innigkeit zwischen uns beiden, die Außenstehende nicht immer begreifen. Paul und ich teilen alle Geheimnisse, wir sind miteinander vertraut, wie ich das vorher noch nie mit einem Menschen erlebt habe. 24/7, wie es heute gern heißt, immer zusammen, Tag und Nacht, Stunde für Stunde, Minute für Minute. Haut an Haut. Und das auch noch mit Absicht, voller Verlangen. Grausam allein die Vorstellung, meinen Tag ohne Paul zu beginnen oder ohne ihn ins Bett gehen zu müssen. Ich vermisse ihn jede Sekunde, die wir nicht zusammen verbringen.

Der Tag darauf brachte eine weitere Reihe an bizarren Vorfällen, aber ich beschloss, ihnen nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken und mich stattdessen auf die Dinge zu konzentrieren, die ich zu tun hatte.

Am Abend, als er anruft, bin ich unterwegs, ich erinnere mich genau an seine Worte: "Ich gehe jetzt auf die Bühne, ich rufe dich später noch mal an, wenn ich mit der Show fertig bin."

"Ich liebe dich", antworte ich.

Zurück in meiner Wohnung, bereite ich mir ein Tiefkühlgericht zu und öffne meinen Laptop, um mir dabei den Livestream von Pauls Auftritt anzusehen. Heute passt es aufgrund der Zeitverschiebung, und ich sehe ihm zu. Es ist das Übliche. Er spielt seine Musik. Eine grandiose Atmosphäre. Er geht vor die Bühne.

Das Übliche.

Aber er ist plötzlich verschwunden.

Wo ist er hin? Warum zeigt die Kamera ihn nicht?

Leere .

Bei einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, einer Gehirnquetschung, dauert die Bewusstlosigkeit länger als 60 Minuten, verursacht durch Einklemmung des Gehirns durch Blutungen. Das ist ein medizinischer Ausdruck.

Ansonsten fühlt ein Mensch im komatösen Zustand nichts.

Er denkt nicht, er fühlt nicht; er atmet.

Er fragt nicht einmal: Wo bin ich?

Das Gehirn ist vollständig von Knochen umgeben. Als Schutz. Aber infolge der Einklemmung wird genau das zur Gefahr, da das Gehirn unter dem Druckanstieg leidet. Die Folge ist ein Koma. Zur Entlastung wird oft die Entfernung eines Teils der Schädeldecke an

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