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Wolfgang Amadeus Mozart Musikführer - Band 2: Vokalmusik von Werner-Jensen, Arnold (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: Schott Music
eBook (ePUB)
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Wolfgang Amadeus Mozart

Band 2 des Musikführers Mozart vereint sämtliche Opern und Singspiele (Werkgeschichte, Handlungsresümees, Musikanalysen), die Messen, Vespern und andere Kirchenmusiken, dazu die Konzertarien und Lieder. Im Anhang finden sich das Werkregister nach Köchel und Literaturhinweise. Arnold Werner-Jensen wurde am 8. Juni 1941 in Innsbruck geboren. Er studierte von 1959 bis 1965 Schulmusik und Dirigieren an der Musikhochschule Frankfurt am Main sowie Germanistik an der Goethe-Universität Frankfurt, später dann Musikwissenschaft und Kunstgeschichte mit Promotion zum Dr. phil. bei Ludwig Finscher, ebenfalls an der Universität Frankfurt. Ab 1963 unterrichtete er als Gymnasiallehrer und schrieb Musikkritiken für das 'Darmstädter Echo'. 1975 erhielt er den Ruf auf eine Professur für Musikerziehung an die Pädagogische Hochschule Heidelberg. 1993 wechselte er mit den gleichen Aufgaben an die Pädagogische Hochschule Weingarten. Arnold Werner-Jensen veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Musik: Neben einer Reihe musikpädagogischer Publikationen erschienen von ihm mehrere Konzertführer sowie ein 'Buch der Musik' im Reclam-Verlag. Im Rahmen der Hindemith-Gesamtausgabe gab er zwei Bände mit Orchestermusik heraus. Zudem konzertiert er regelmäßig als Pianist und vor allem als Cembalist solistisch und mit verschiedenen Partnern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783795786250
    Verlag: Schott Music
    Größe: 6000 kBytes
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Wolfgang Amadeus Mozart

Litaneien

Die Litanei, eine alte christliche Gebetsform, ist ein Bittgesang im Wechsel zwischen Vorbeter und Gemeinde, bestehend aus einer Reihe von Anrufungen; jede einzelne Anrufung ergänzt die Gemeinde mit dem "Ora pro nobis" ("Bitte für uns"). Die Lauretanische Litanei heißt nach dem Marienwallfahrtsort Loreto und wendet sich an die Jungfrau Maria. Seit dem 16. Jahrhundert gibt es besonders viele und eindrucksvolle mehrstimmige Vertonungen. Mozart komponierte in Salzburg vier Litaneien, darunter zweimal die Lauretanische (KV 109 und KV 195). Die beiden anderen (KV 125 und 243) sind Sakraments-Litaneien (Litaniae de venerabili altaris sacramento). Sie dienen dem Lobpreis der Eucharistie und wurden zu Fronleichnam und bei Sakramentsandachten, oft auch in privatem Rahmen, gepflegt.

Mozarts Litaneien folgen musikalisch dem Typus der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kantatenlitanei, die aus einer kontrastreichen Reihe unterschiedlicher Sätze besteht, unter Einbeziehung von Texten des Messekanons. Ähnlich wie in den Messen und Vespern sind Mozarts Partituren in einem Mischstil gehalten, der aus Sätzen im sogenannten "stile antico", also kontrapunktisch-imitatorisch und repräsentativ, und im "stile moderno", also konzertant und eher subjektiv, besteht.

Mozarts erste Marien-Litanei, Litaniae de Beata Maria Virgine (KV 109), vom Mai 1771 ist das schlichteste, unaufwendigste von den vier Werken. Sie besteht aus fünf kurzen Sätzen ("Kyrie" B-Dur - "Maria" F-Dur - "Salus informorum" d-Moll - "Regina Angelorum" Es-Dur - "Agnus Dei" B-Dur) und folgt sehr offensichtlich dem Vorbild einer Litanei von Vater Leopold Mozart, der vor allem ein Komponist geistlicher Musik war. Nach dem festlichen ersten Satz ( Allegro ) folgt ein Andante ( ), das zunächst nacheinander die vier Solisten zu Wort kommen läßt und ihnen auch, nach einem Chorsatz im Mittelteil, das letzte Wort überläßt. Der dritte Satz ist ein Adagio , das nach fünf Takten zum Allegro wird, insgesamt nur vierzehn Takte kurz ist und ganz dem Chor vorbehalten bleibt. Als Kontrast folgt ein reiner vierstimmiger Solosatz ( Vivace ) im geradezu ausgelassenen Tonfall der Buffo-Oper:

Das abschließende "Agnus Dei" ist ein Andante -Satz, in dem Chor und Soli wie im ganzen Werk lediglich vom Streichorchester (ohne Bratschen) und von drei chorverstärkenden Posaunen begleitet werden.

Auch Mozarts erste Sakraments-Litanei B-Dur (KV 125), vom März 1772, folgt einem väterlichen Vorbild, und man hat im Autograph die Korrekturen Leopolds nachweisen können. Sie ist neunsätzig und wird von einem etwas größeren Orchester mit Flöten, Oboen, Trompeten und Hörnern sowie Bratschen begleitet. Stilistisch klingen in diesem Werk neben den kirchenmusikalischen Einflüssen auch die Vorbilder der Sinfonia, des Konzerts und der Solo-Arie an. So erinnert das einleitende "Kyrie" in Charakter und formalem Aufbau stark an einen symphonischen Sonatensatz oder auch an einen Konzertsatz: Es hat eine rein instrumentale Exposition mit Haupt- und kontrastierendem Seitensatz,

beide auf der Tonika; der erste machtvolle Chor-Einsatz unterbricht als Adagio den formalen Prozeß (vergleichbar etwa dem Ablauf des Kopfsatzes im A-Dur-Violinkonzert, KV 219, wo sich vor die Solo-Exposition ebenfalls sechs Adagio-Takte schieben). Danach beginnt dann - wieder "molto allegro" - die zweite Exposition, nun mit dem Seitensatz, markiert durch ein Alt-Solo, auf der Dominante. Vor die Reprise schieben sich einige "Durchführungs"-Takte im Chorsatz, allerdings harmonisch im Bereich der Dominante verweilend. In der Reprise kehrt der Seitensatz als Sopran-Solo wieder.

Der zweite Satz "Panis vivus" ( Andante F-Dur), basiert wieder auf dem Sonatensatz-Modell und wendet es nun auf eine ausdrucksvolle und sparsam koloraturenverzierte Sopran-Arie an, vom flötengefärbten Orchester begleitet. Es folgt ein machtvolles d-Moll-i

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