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Bruce Springsteen - Like a Killer in the Sun. Songtexte von Colombati, Leonardo (eBook)

  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Bruce Springsteen - Like a Killer in the Sun. Songtexte

Erste autorisierte und einzige deutsche Ausgabe von Springsteens Lyrics Bruce Springsteens Lyrics erscheinen zusammengenommen als Kapitel eines großen amerikanischen Romans, den er in den 1970ern begonnen hat und der in diesem Buch nachvollzogen wird. Kritiker halten den 'Chronisten des amerikanischen Alltags' (Der Spiegel) und seine Lyrics inzwischen für ebenso wichtig für die amerikanische Literatur wie die Werke von Fitzgerald, Carver oder Whitman. Anders als Bob Dylan versteckt sich Springsteen nicht hinter immer neuen Masken, er erzählt unverstellt von dem American Dream und seinen Schattenseiten - von der Provinz, von der Flucht aus ihr und dem Sog der Freiheit, von den Chancen der Selbstsuche wie auch von Armut, Rassismus oder Polizeigewalt. Leonardo Colombati entschlüsselt überraschende Hintergründe und Einflüsse. Die Wucht von Springsteens Bildern wie auch die leisen Erschütterungen in seiner Sprache macht Heinz Rudolf Kunze in seinen kongenialen Übersetzungen erfahrbar. Das Buch bietet: - Einleitung, Biographie und Kommentare von Leonardo Colombati - 100 Songs im Original und in deutscher Übersetzung von Heinz Rudolf Kunze - umfangreiches Bonusmaterial, Diskographie u. ä. Der italienische Schriftsteller LEONARDO COLOMBATI, geb. 1970, ist Autor mehrerer Romane und Herausgeber von 'Nuovi Argomenti', der wichtigsten italienischen Literaturzeitschrift. Seine Arbeit an diesem Band wurde von Springsteen persönlich unterstützt. HEINZ RUDOLF KUNZE, geb. 1956, ist seit Jahrzehnten als wortmächtiger Rockpoet erfolgreich und zugleich erfahrener wie versierter musikalischer Übersetzer (von The Kinks bis zu Shakespeare-Musicals).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 960
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159615233
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 1563 kBytes
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Bruce Springsteen - Like a Killer in the Sun. Songtexte

Erster Teil

Lieder oder Gedichte?

Ich bin zwar sicher, dass die Geschichte der Poesie nie vom Sturm und Drang über die Klassik schließlich beim Hip-Hop landen wird ("Car and pussy at the highest level, nigga"). Doch meine Generation war immerhin die letzte, in der wir Teenager dem Erscheinen einer LP mit derselben Aufregung entgegenfieberten, mit der vor anderthalb Jahrhunderten die Einwohner Londons Master Humphrey's Clock kauften, um herauszufinden, ob die arme Nell Trent im letzten Teil von Dickens' Raritätenladen nun tatsächlich stirbt oder nicht. Lange bevor das Herunterladen von MP3-Dateien unsere Hörgewohnheiten für immer verändern und dem Album als Format den Todesstoß versetzen sollte, zog es uns noch in den Plattenladen. Anschließend gingen wir nach Hause, schlossen uns in unsere Zimmer ein - und alles, was außerhalb unserer vier Wände lag, hörte für zumindest eine Stunde auf zu existieren: Was wir in jener Zeit taten, war das Wichtigste auf der ganzen Welt, und wir widmeten ihm mindestens dieselbe Konzentration wie der Lektüre eines Buchs, wenn nicht sogar mehr. Die besten Künstler der 1960er, 1970er, 1980er und 1990er Jahre vertrauten darauf, diese Aufmerksamkeit immer und immer wieder zu bekommen. Sie konnten es sich erlauben zu experimentieren, konnten ihre künstlerische Freiheit bis zum Äußersten ausreizen. Es ist erstaunlich, dass dasselbe auch im sogenannten Mainstream geschah. Die Beatles waren die berühmteste Band der Welt, und mit jedem neuen Album zerrten sie diese Welt hinter ihren genialen Eingebungen her. 1964 sangen alle Mädchen A Hard Day's Night , 1966 endete "Revolver" mit den (unerhörten!) Klängen von Tomorrow Never Knows . In nur zwei Jahren hatte sich eine Art kopernikanische Wende vollzogen, und alle waren quasi live dabei: Die Beatles standen immer an der Spitze der Hitparaden.

Wer ein aufmerksames Publikum hat, der kann es sich auch erlauben, Geschichten zu erfinden: Der Rock war vierzig Jahre lang die entscheidende Musikrichtung, weil die Songwriter Storytelling betrieben; Songs waren meistens abgeschlossene Erzählungen. Leute wie Lou Reed oder Tom Waits erzählten - häufig in der dritten Person - aus dem Leben von Figuren mit Vor- und Nachnamen, von Typen wie Waldo Jeffers oder Susan Michelson. Heute macht es die Geschwindigkeit, mit der Musik konsumiert wird, unmöglich, einen Text tiefergestaffelt zu organisieren und eine strukturierte Geschichte zu erzählen, die sich von Vierzeiler zu Vierzeiler immer weiter entfaltet. Jede Strophe oder sogar jede Verszeile muss für sich selbst stehen können, die erste Person regiert unangefochten, und meistens wird der Mond angeheult, wenn man nicht im abgegriffensten Softcore versinkt.

Deshalb läuft jede Text-Anthologie eines Singer-Songwriters heute Gefahr, von vornherein anachronistisch zu wirken, wie ein nostalgisches Manöver, das allerhöchstens bei denen Erinnerungen wachruft, die sich regelmäßig anhören, wie Paul Simon Robert Frost zitiert, wie Bono sich von Paul Celan inspirieren lässt oder wie Michael Stipe in einem Lied ( 9 - 9 ) die Verszeile unterbringt: "Steady repetition is a compulsion mutually reinforced" ['Ständige Wiederholung ist eine wechselseitig verstärkte Zwangshandlung']. Ich habe vielleicht nicht "von einer drei Minuten langen Platte" mehr gelernt "als in der ganzen Schulzeit", wie Springsteen in No Surrender singt [vgl. hier S. 470 f.] , doch ich würde eine fürstliche Summe für ein Zimmer im Turm der Lieder bezahlen, um die Geheimnisse von Leonard Cohen und Hank Williams ausspionieren zu können.

Mehr als sechzig Jahre sind vergangen, seit Chuck Berry am 16 . April 1956 zum ersten Mal ins Mikrofon sang: "Roll over Beethoven, and t

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