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Gender in the Making. Beiträge zur geschlechtlichen Komplexität des Musikvideos

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2013
  • Verlag: GRIN Verlag
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Gender in the Making. Beiträge zur geschlechtlichen Komplexität des Musikvideos

Sammelband aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 1,0, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Institut für Philosophie), Sprache: Deutsch, Abstract: Musikvideos lassen sich als Miniaturen der gesellschaftlichen Praxis beschreiben. In einer intermedialen Zeit, die durch Smartphones und den allumfassenden Zugriff auf das Internet den Musikvideos eine Omnipräsenz ermöglicht, ist die Begegnung mit dieser Form des 'Werbe-Kurzfilms' kaum vermeidbar. Im philosophischen Diskurs spielen Musikvideos oft eine bloß untergeordnete Rolle und gelten nur selten als potentieller Gegenstand einer konstruktiven Auseinandersetzung. Daher gibt es über das Phänomen des Musikvideos, verglichen mit anderen Formen des medialen Ausdrucks, vergleichbar wenig wissenschaftliche Literatur. Doch wenn man berücksichtigt, dass Musikvideos, wie andere Medien auch, Zeichen und Text (ergo Sprache und Bild) repräsentieren, bleibt offen, warum es im interdisziplinären Diskurs bisher so stiefmütterlich behandelt wurde bzw. wird. Dabei bleibt häufig unberücksichtigt, dass Musikvideos als gesellschaftsreflektierendes Moment zu betrachten sind. Diese Kurzfilme sprechen einen Konsumentenkreis an, der von anderen Formen medialer Präsenz kaum erreicht wird und ermöglichen selbst im Vorbeigehen eine schnelle und unkomplizierte Aufnahme von Inhalten. So beschreibt Leibesteter , dass Musikvideos in einem 'Nebenbei' konsumiert werden können. Sie sind oftmals einfach gestaltet und aufgrund ihrer Kürze erfordern sie nicht zu viel Aufmerksamkeit von ihren Konsumenten. Entgegen Leibetseder's Auffassung ist zu sagen, dass gerade nachdem ehemalige Musiksender, ihre Formate mit Werbung für Klingeltöne und Soap Operas füllen, weniger Raum bleibt, Musikvideos unbewusst zu konsumieren. Die Mehrzahl der heutigen Rezipienten, suchen bewusst nach Videos, z.B. über Internetplattformen. Dabei entsteht eine viel bewusstere Wahrnehmung als auch ein viel bewussterer Prozess des Sehens von Videos. Musikvideos prägen die Gesellschaft seit den frühen 80er Jahren. Seit dieser Zeit haben sie in einer bestimmten Weise einen umfassenden, gesellschaftsprägenden Einfluss. Bestand der damalige Anspruch, wir erinnern uns zum Beispiel an die Videos von Michael Jackson, insbesondere darin eine möglichst komplexe Geschichte mit einem speziellen Song zu illustrieren, so lässt sich von diesem Anspruch heute kaum noch etwas erkennen. Die auf schrille Farben, schnelle Bildwechsel und skandal-heischend Nacktheit ausgelegten Clips, untermalen die inhaltsleeren Texte und schaffen damit ein Bild das sich als Reflexion der Schnelllebigkeit unserer Zeit verstehen lässt...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 158
    Erscheinungsdatum: 10.10.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656515784
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V262985
    Größe: 457kBytes
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Gender in the Making. Beiträge zur geschlechtlichen Komplexität des Musikvideos

II. Pour it on me Sexualisierung und heteronormative Begehrungsmuster

Sara Paßquali

Bitches and Bottles

Die Hypermaskulinisierung im Hip Hop Video

Einleitung

Der Drang nach einer Wissenschaft, der die "Geschlechts- und Herrschaftsstrukturen" erklärt, besteht schon immer. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte spielt die "Differenzierung zwischen dem biologischen und dem kulturellen Geschlechterbegriff" eine Rolle. Mit der Zeit wurde erkannt, dass das Geschlecht ein historisch wandelbares, soziokulturelles Phänomen ist. Begriffe wie "Mann" und "Frau" werden von der herrschenden Gesellschaftsdoktrin in Abhängigkeit definiert. "Hierarchisierend, hegemonisierend, ein- und ausgrenzend, bleibt das Geschlecht jenseits von Emanzipationsbestrebungen eine identitätsbestimmende Macht". Schon in der Bibel wird der Zusammenhang von Mann und Frau so zitiert: "Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm." (Zitat: 1. Mose 2.22). Die Unterwerfung der Frau wird in mehreren Stellen der Bibel beschrieben. So heißt es weiter: "Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein" (Zitat: 1. Mose 3.16). Die Hierarchie ist im Christentum festgeschrieben, so gilt Gott, Christus, Mann und Weib. Wobei noch zu erwähnen ist, dass die Frau nicht nur zuunterst, sondern überdies noch still und stumm steht. Auch außerhalb der biblischen Tradition findet man bei den größten Denkern den "männlichen Patriarchalismus" stets wieder. So schreibt Aristoteles in der Nikomachischen Ethik, dass das Maß des Menschen der Mann sei. Auch Jean-Jacques Rousseau entwirft in Werk Emile ein eindeutiges Geschlechterbild. So wird beschrieben, dass die Frau mehr Witz besäße, der Mann jedoch den Geist, somit beobachtet die Frau, während der Mann denkt. Über viele Jahrhunderte besteht immer das eine Bild, der männliche Körper ist zu einer Symbolgestalt des Geistigen geworden, während der weibliche Körper die Symbolgestalt des Körperlichen/Sterblichen, der Sexualität darstellt.

Wie weit diese Strukturen immer noch vorherrschend sind, wird sich in der späteren Analyse der ausgewählten Musikvideos aus der "Hip Hop" Szene zeigen. Die ausgewählten Videos sollen die Stilisierung der Hypermaskulinisierung im "Hip Hop Video" zeigen. Des Weiteren sollen die dazu konträren Stilisierungen der Hyperfeminisierung gegenübergestellt werden. Musikvideos sind schließlich eine mediale Konzeption und in der Regel gesellschaftlich normiert, damit ist ein Grund gegeben, für eine intensive Beschäftigung und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Dies wirft einige Fragen auf. Zum Beispiel ist es zu hinterfragen, warum die Texte derart frauenverachtende Inhalte besitzen (müssen)? Oder die übertriebene Darstellung der "Persona" im Video, die eindeutige und immerwährende Verteilung der Geschlechterrollen? Woher kommt die Dominanz der männlichen "Persona" und woher die Unterwerfung der weiblichen "Persona"? Auch soll geklärt werden, an welche Zielgruppe sich diese spezifische Musik richtet ? Oder sind die Verherrlichung von Gewalt und der abwertende Sexismus Frauen gegenüber schon "mainstreamartig" verbreitet und sozial anerkannt? Um zu einem fundierten Abschluss zu kommen, werden zunächst Grundbegriffe der "Queer Theory" definiert und verknüpft. Auch wird es eine kurze Einführung über die Geschichte und die Entstehung des "Hip Hops" geben. In der Analyse wird bei den Videos auf Hypermaskulinität eingegangen und eine relevante Motivik und Bedeutung für die Theorie dargelegt. Sodass zum Abschluss geklärt werden kann, ob es eine Bedeutung der Kommerzialität und Wirkung auf Geschlechterkonzeptionen gibt.

Theoretischer Teil

Gender/ Be

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