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Roboterethik Eine Einführung von Loh, Janina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2019
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Roboterethik

Die Philosophin Janina Loh befasst sich in ihrem grundlegenden Buch mit den moralischen Herausforderungen, die beim Bau von Robotern und im Umgang mit ihnen eine Rolle spielen: Sind Roboter autonom? Können sie gar moralisch handeln? Haben sie einen moralischen Wert? Sollten ihnen Rechte zuerkannt werden? Wer ist zur Rechenschaft zu ziehen, wenn ein Roboter einen Menschen schädigt? Kritisch diskutiert Loh diese und weitere ethische Fragen und stellt die wichtigsten Lösungsansätze vor. Janina Loh ist Universitätsassistentin im Bereich Technik- und Medienphilosophie an der Universität Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 15.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518761847
    Verlag: Suhrkamp
    Größe: 1597 kBytes
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Roboterethik

9 Einleitung

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts halten Roboter Einzug in immer mehr Bereiche des menschlichen Lebens. Angefangen mit der Industrie und ihrem ersten Roboter Unimate [1] über Militär und Kriegsführung bis hin zu Service, Pflege, Medizin und Haushalt werden entweder bereits heute oder aber in absehbarer Zukunft Roboter eingesetzt. Die moralischen Fragen, die beim Bau von und im Umgang mit Robotern aufgeworfen werden, sind Gegenstand der philosophischen Disziplin der Roboterethik. Gegen eine häufig anzutreffende Intuition, dass Technik neutral sei, lässt sich einwenden, dass Technik allgemein Produkt menschlichen Handelns und damit immer (ob bewusst oder unbewusst) durch Normen und Werte bestimmt wird. Denn gerade durch ihre Intention unterscheidet sich eine Handlung vom Instinkt oder bloßen Verhalten (Anscombe 1957; Bratman 1987; Davidson 1980). Durch die Intention werden Werte in eine Handlung eingeschrieben. Menschen wählen über Gründe zwischen unterschiedlichen Handlungsalternativen, die zuvor implizit oder explizit gegen andere Gründe abgewogen wurden. Mit Robotern als spezifischen Technologien, [2] den in ihnen implementierten Werten und den sich aus ihnen ergebenden (gesellschaftlichen) Konsequenzen gehen also immer moralische Fragen einher (siehe zur sogenannten Neutralitätsthese der Technik auch Kapitel 4).

Auf den folgenden Seiten wird zunächst eine innerdisziplinäre Abgrenzung der Roboterethik von anderen Ethiken sowie weiteren philosophischen Disziplinen vorgenommen. Danach wird die außerdisziplinäre Verwandtschaft der Roboterethik mit nichtphilosophischen Fächern besprochen, bevor die eigentlichen Themen und 10 Fragen der Roboterethik und der sich daraus ergebende Aufbau der vorliegenden Studie vorzustellen sein werden. Eine (Arbeits-)Definition von "Roboter" erfolgt ebenfalls weiter unten im Text.

Innerdisziplinäre Abgrenzung : Die Roboterethik stellt innerhalb des sogenannten westlichen Kulturraums, auf den sich die folgenden Ausführungen beschränken, eine verhältnismäßig junge Bereichsethik dar, eine Teilbereichsethik der Maschinenethik, um ganz genau zu sein. Denn alle Roboter sind Maschinen, aber nicht umgekehrt alle Maschinen auch Roboter (Loh 2019a). Diese Einordnung der Roboterethik als (Teil-)Bereichsethik ruht auf einem Verständnis von Ethik als einer für Menschen spezifischen Kategorie des Handelns. So befasst sich die philosophische Disziplin der Ethik seit Aristoteles einerseits mit den menschlichen Sitten, Bräuchen und Gewohnheiten, andererseits mit dem guten Leben, nimmt darüber hinaus die wissenschaftliche Reflexion menschlicher Praxis vor und beurteilt die Kriterien guten und schlechten Handelns. Es wird vorausgesetzt, dass nur Menschen handelnde Wesen sind, deren Tun nicht blindem Instinkt und Trieb unterworfen ist, sondern durch Intentionen, Normen und Gründe geformt wird (Aristoteles 2006).

Die Rede von Bereichsethiken [3] bezieht sich nun auf zwei Typen: Bei den einen handelt es sich um Ethiken für den Umgang mit einem nichtmenschlichen Gegenüber. Hierzu zählen neben der Maschinen- und Roboterethik auch die Tier-, Pflanzen-, Umwelt-, Computer- und allgemein die Technikethik. Ähnlich wie in der Roboterethik nimmt etwa die Tierethik die moralischen normativen Kriterien in den Blick, die in der Züchtung, Domestikation und Haltung von Tieren, allgemein im Umgang mit Tieren und im Verhältnis von Menschen und Tieren eine Rolle spielen (Beauchamp/Frey 2011; Regan 1983; Schmitz 2014; Singer 2015). Bereits der Roboterethiker David Gunkel hat festgestellt, dass sich die Roboterethik insbesondere der Tierethik verwandt fühlen kann, insofern "[d]ie Frage nach der Maschine das Gegenstück zu der Frage nach dem Tier" (2012: 5) [4]

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