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Schicksal, Zeit und Sprache Über Willensfreiheit von Wallace, David Foster (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2012
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
14,99 €
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Schicksal, Zeit und Sprache

Können wir die Zukunft durch unser Handeln beeinflussen? Oder ist sie von Gott, vom Schicksal oder von Naturgesetzen vorherbestimmt? Diese Frage beschäftigt Philosophen seit der Antike. 1985 nahm sich ein Student vor, sie ein für allemal zu lösen - David Foster Wallace. Er jongliert souverän mit modallogischen Formeln und Diagrammen und führt exzentrische Beispiele ins Feld, die direkt seinen Erzählungen entsprungen sein könnten: Terroristen, Stabhochspringer, Tennisspieler ohne Schläger. Neben dem posthum erschienenen Aufsatz enthält der Band eine biografische Skizze über Foster Wallace' Studentenzeit und eine kurze Einführung in die Modallogik.

David Foster Wallace (1962-2008) gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der letzten Jahrzehnte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 207
    Erscheinungsdatum: 12.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518789506
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: Fate, Time, and Language
    Größe: 1568 kBytes
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Schicksal, Zeit und Sprache

DER ESSAY

David Foster Wallace

Richard Taylors "Fatalismus" und die Semantik physikalischer Modalitäten

Danksagung

Diese Arbeit ist James Donald Wallace und Sally Jean Foster Wallace gewidmet.

Ich danke folgenden Menschen, die das Projekt auf unterschiedliche Weisen unterstützt haben:


Bruce Aune

Joseph Epstein

W. E. Kennick

Lily Knezevich

Fred Landman

David Shwayder

Richmond Thomason

Robert Wall

James D. Wallace

Corey Washington

Robert Wengert



Besonders danke ich Professor Willem deVries, dem akademischen Betreuer dieser Arbeit. Ich hätte mir keinen besseren wünschen können.

Besonderer Dank gilt auch Mr. Jamie Rucker (Hampshire College) für seine Hilfe in formalen Fragen.

Ganz besonders danke ich Professor Jay Garfield vom Hampshire College. Er hat mir in weit höherem Maß, als es im Rahmen der Kooperation der Five Colleges seine Pflicht gewesen wäre, seine Zeit und sein Talent zur Verfügung gestellt und mir in allen Fragen mit Rat und guten Ideen zur Seite gestanden, wodurch die vorliegende Arbeit viel besser geworden ist, als sie es ohne seine Hilfe gewesen wäre. Sein Einfluß ist auf beinahe jeder Seite meiner Arbeit zu spüren, auch wenn er natürlich keineswegs für etwaige Irrtümer und Fehler verantwortlich ist.

I . Einführung in das Taylor-Dilemma und seinen Kontext

Richard Taylors berühmt-berüchtigter Essay "Fatalismus" ist ohne Frage ein klassischer Beitrag der modernen Philosophie zum Problem der Bestimmung des Wahrheitswerts zukunftsbezogener Aussagen. Das Problem kreist im Kern um die Frage, ob wir Aussagen, die zukünftige Ereignisse betreffen, im vorhinein als "wahr" oder "falsch" bezeichnen können, ohne unserer Überzeugung Gewalt anzutun, daß sich das Universum zumindest eines gewissen Maßes an kausaler Kontingenz erfreut und unser Tun und Lassen die Zukunft zumindest in gewissem Maß beeinflußt. Die Frage ist mindestens so alt wie Aristoteles, sie hat schon viele Philosophen und Theologen beschäftigt. 1

Die wichtigsten im 20. Jahrhundert entstandenen Arbeiten auf diesem Gebiet sind wohl die von Jan Łukasiewicz und Richard Taylor. Für Łukasiewicz war die Problematik, wie Susan Haack zeigt, der Anstoß zu seiner bahnbrechenden Erfindung der mehrwertigen Logik. 2 In seinem 1930 erschienenen Aufsatz "Many-Valued Systems of Propositional Logic" findet sich die folgende konzise Darstellung des Problems und seiner Implikationen für die Theorie der Logik:


"Ich kann ohne Selbstwiderspruch annehmen, daß zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder positiv noch negativ determiniert ist, ob ich mich nächstes Jahr zu einem bestimmten Zeitpunkt, beispielsweise am Mittag des 21. Dezembers, in Warschau aufhalten werde. Mein Aufenthalt in Warschau zu diesem Zeitpunkt ist daher möglich, aber nicht unvermeidlich. Gemäß dieser Annahme können wir die Aussage "Ich werde nächstes Jahr am Mittag des 21. Dezembers in Warschau sein" zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder als wahr noch als falsch bezeichnen. Denn wäre sie jetzt wahr, wäre meine zukünftige Anwesenheit in Warschau unvermeidlich, was im Widerspruch zur Annahme steht. Wäre sie zum jetzigen Zeitpunkt falsch, wäre meine zukünftige Anwesenheit in Warschau nicht möglich, was ebenfalls im Widerspruch zur Annahme steht. Die Aussage ist gegenwärtig folglich weder wahr noch falsch , ihr kommt ein dritter Wahrh

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