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Superintelligenz Szenarien einer kommenden Revolution von Bostrom, Nick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2014
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Superintelligenz

Was geschieht, wenn es Wissenschaftlern eines Tages gelingt, eine Maschine zu entwickeln, die die menschliche Intelligenz auf so gut wie allen wichtigen Gebieten übertrifft? Klar ist: Eine solche Superintelligenz wäre enorm mächtig und würde uns vor Kontroll- und Steuerungsprobleme stellen, verglichen mit denen die Bewältigung des Klimawandels ein Klacks ist. Mehr noch: Vermutlich würde die Zukunft der menschlichen Spezies in den Händen dieser Superintelligenz liegen, so wie heute die Zukunft der Gorillas von uns abhängt. Zukunftsmusik? Oder doch Science-Fiction? Eindeutig Zukunftsmusik, sagt Nick Bostrom, und zwar eine, die vielleicht schon binnen eines Menschenalters erklingen wird. Damit wir verstehen, was auf uns zukommt, nimmt er uns mit auf eine faszinierende Reise in die Welt der Orakel und Genies, der Superrechner und Gehirnsimulationen, aber vor allem in die Labore dieser Welt, in denen fieberhaft an der Entwicklung einer künstlichen Intelligenz gearbeitet wird. Bostrom skizziert mögliche Szenarien, wie die Geburt der Superintelligenz vonstattengehen könnte, und widmet sich ausführlich den Folgen dieser Revolution. Sie werden global sein und unser wirtschaftliches, soziales und politisches Leben tiefgreifend verändern. Wir müssen handeln, und zwar kollektiv, bevor der Geist aus der Flasche gelassen ist - also jetzt! Das ist die eminent politische Botschaft dieses so spannenden wie wichtigen Buches. Nick Bostrom, geboren 1973 als Niklas Boström in Schweden, studierte Physik, Mathematik, Neurowissenschaften sowie Philosophie unter anderem am King's College in London und an der London School of Economics, wo er promoviert wurde. Derzeit ist er Professor für Philosophie am St. Cross College der Universität von Oxford und Direktor sowohl des Future of Humanity Institute als auch des Programme for the Impact of Future Technology, die beide Teil der Oxford Martin School sind. 2009 wurde er für seine Arbeit, die weltweit rezipiert wird, mit dem prestigeträchtigen Eugene R. Gannon Award for the Continued Pursuit of Human Advancement ausgezeichnet und war auf der 100 Top Global Thinkers List von Foreign Policy .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 600
    Erscheinungsdatum: 10.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518739006
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: Superintelligence. Paths, Dangers, Strategies
    Größe: 6172 kBytes
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Superintelligenz

2.?Wege zur Superintelligenz

Maschinen sind dem Menschen in puncto allgemeiner Intelligenz noch weit unterlegen - doch eines Tages (so haben wir argumentiert) werden sie superintelligent sein. Wie wird es dazu kommen? Dieses Kapitel geht mehreren denkbaren Wegen nach. Dazu sehen wir uns zunächst verschiedene Technologien an: Künstliche Intelligenz, Gehirnemulation, biologische Kognition, Mensch-Maschine-Schnittstellen sowie Netzwerke und Organisationen. Dann bestimmen wir, wie wahrscheinlich es ist, dass sie jeweils zur Superintelligenz führen werden. Das Vorhandensein mehrerer Wege erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer zum Ziel führt.

Definieren wir eine Superintelligenz vorläufig als einen Intellekt, der die menschliche kognitive Leistungsfähigkeit in nahezu allen Bereichen weit übersteigt . 1 Im nächsten Kapitel werden wir mehr dazu sagen und den Begriff einer Art "Spektralanalyse" unterziehen, um verschiedene Formen der Superintelligenz voneinander abzugrenzen, aber für den Moment wird diese grobe Charakterisierung genügen. Wichtig ist, dass die Definition nichts darüber sagt, auf welche Weise die Superintelligenz realisiert wird. Auch in Bezug auf Qualia legt sie sich nicht fest: Ob eine Superintelligenz subjektive bewusste Erfahrungen macht, mag für manche Fragen sehr wichtig sein (insbesondere für einige moralische Fragen), aber unser Augenmerk liegt auf den Ursachen und Wirkungen der Superintelligenz und nicht auf der Metaphysik des Geistes. 2

Das Schachprogramm Deep Fritz ist dieser Definition nach keine Superintelligenz, weil es nur im Schachspiel herausragt; bestimmte Arten von bereichsspezifischen Superintelligenzen könnten jedoch von Bedeutung sein. Ist die Superintelligenz auf einen bestimmten Bereich beschränkt, werden wir das explizit erwähnen - zum Beispiel wäre eine "Ingenieurs-Superintelligenz" ein Intellekt, der die besten menschlichen Ingenieure bei weitem übertrifft. Im Allgemeinen reservieren wir den Begriff aber für Systeme, die über allgemeine Intelligenz im Übermaß verfügen. 42

Aber wie lässt sich eine solche Superintelligenz erschaffen? Betrachten wir einige Möglichkeiten.
Künstliche Intelligenz

Der Leser darf an dieser Stelle keine Blaupause für die Programmierung einer künstlichen allgemeinen Intelligenz erwarten - und natürlich gibt es bisher auch keine. Aber selbst wenn ich im Besitz einer solchen Blaupause wäre, würde ich sie ganz sicher nicht publik machen. (Falls die Gründe dafür nicht bereits offensichtlich sind, werden sie in den folgenden Kapiteln klar werden.)

Einige allgemeine Merkmale des erforderlichen Systems lassen sich aber angeben. Es scheint heute klar zu sein, dass die Fähigkeit zu lernen ein integraler Bestandteil des Systems sein muss und nicht nachträglich hinzugefügt werden darf. Das Gleiche gilt für die Fähigkeit, effektiv mit Ungewissheit und probabilistischen Informationen umzugehen. Das Vermögen, auf irgendeine Weise nützliche Begriffe aus Sinnesdaten und internen Zuständen zu gewinnen und diese Begriffe in flexiblen kombinatorischen Darstellungen zum logischen und intuitiven Denken zu nutzen, gehört vermutlich ebenfalls zu den Hauptbestandteilen einer solchen Proto- KI .

Die frühen GOFAI -Systeme beschäftigten sich selten mit Lernen, Ungewissheit oder Begriffsbildung, vielleicht deshalb, weil die dafür nötigen Methoden zu jener Zeit noch kaum entwickelt waren. Das soll aber nicht heißen, dass die zugrundeliegenden Ideen besonders neu wären. Die Idee, ein einfacheres System mittels Lernen auf das Niveau menschlicher Intelligenz zu hieven, lässt sich mindestens bis zu Alan

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