text.skipToContent text.skipToNavigation

Der Sinn des Lebens von James, William (eBook)

  • Erschienen: 01.02.2012
  • Verlag: WBG
eBook (ePUB)
31,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Sinn des Lebens

William James (1842-1910) gehört zu den wichtigsten Philosophen des angelsächsischen Sprachraums. In den hier versammelten Texten (teilweise zum ersten Mal ins Deutsche übertragen) geht er verschiedenen Aspekten des Themas "Lebenssinn" nach. So stellt er u.a. die Frage, was menschliches Leben sinnvoll erscheinen lässt oder wie die Ethik zu einem sinnvollen Leben beitragen kann. Ethische Haltungen etwa können nur wirksam sein, wenn Menschen frei sind, sie zu befolgen, und wenn sie für ihr Wollen verantwortlich sind. In "Der Wille" spürt James den verschiedenen Bedeutungen nach, welche der Wille und seine Freiheit haben können. Eine Grenze menschlichen Lebenssinns ziehen Tod und Endlichkeit des Lebens. Doch ist damit zugleich der unüberschreitbare Rahmen für den menschlichen Geist festgelegt? In "Menschliche Unsterblichkeit" wirft James die auch heute noch wissenschaftlich nicht entscheidbare Frage auf, ob Geist unabhängig von Gehirnprozessen existieren kann.

Felicitas Krämer, Dr. phil., ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Praktische Philosophie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Helmut Pape, geb. 1950, ist seit 2002 apl. Professor für Philosophie an der Universität Bamberg.

Produktinformationen

    Größe: 1048kBytes
    Herausgeber: WBG
    Untertitel: Ausgewählte Werke
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 191
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783534708055
    Ausgabe: NED
    Erschienen: 01.02.2012
Weiterlesen weniger lesen

Der Sinn des Lebens

3. Moral und Sinn in der alltäglichen Praxis: Pragmatismus

Viele Menschen, nicht nur Moralphilosophen, sind der Auffassung, die Begründung universaler Prinzipien der Moral würde den entscheidenden Teil der Ethik ausmachen. Ethik ist für sie allein die Theorie der allgemeinen, universale Gültigkeit beanspruchenden Prinzipien, Regeln und Imperative des richtigen menschlichen Handelns. Wer diese Sicht der Ethik vertritt, wird den Schriften von James zur Ethik und Lebenskunst wenig abgewinnen können. James war der Auffassung, dass selbst dann, wenn es aufgrund einer absoluten göttlichen oder vernünftigen Ordnung eine universale Ethik geben würde, sie mit dem endlichen menschlichen Leben nicht direkt etwas zu tun hätte: In einer solchen Ordnung würden die individuellen Gegebenheiten, Zufälligkeiten und Probleme der menschlichen Existenz des Einzelnen noch gar nicht vorkommen. Es bedürfte erst der in den meisten Fällen nicht möglichen Vermittlung dieser absoluten Ethik mit der Zeitlichkeit, Zufälligkeit und Komplexität, die Konflikte im Leben zwischen einzelnen Menschen ausmachen und bestimmen. James' Verständnis moralischer Konflikte zwischen zwei Menschen ist, dass dabei zwei unvereinbare Welten aufeinander treffen. Moralische Konflikte ergeben sich eben daraus, dass Menschen in Beziehung zueinander, zu ihrer Zeit und ihren individuellen Erfahrungen, Überzeugungen und Idealen nicht vergleichbar sind. Eine, wie James sagt, "apriorische" universale Ethik würde sich entweder als tautologisch oder als irrelevant erweisen: Alle moralischen und lebensrelevanten Probleme wären noch offen, weil eine universale Ethik die Tiefe des Konflikts nicht einmal beschreiben kann. In den ersten beiden Aufsätzen über den Sinn ( Was macht das Leben bedeutsam? ) und Wert menschlichen Lebens ( Ist das Leben lebenswert? ) und gleich zu Anfang des systematischen, nur der Ethik gewidmeten Aufsatzes Der Ethiker und das sittliche Leben schließt James deshalb die Möglichkeit einer apriorischen Ethik aus, wenn er schreibt:

"Diese Abhandlung widmet sich in erster Linie dem Nachweis, dass eine dogmatisch und im Vorhinein aufgestellte Ethik ein Ding der Unmöglichkeit wäre. Sofern wir etwas zum sittlichen Leben der Menschheit beitragen, bestimmen wir alle den Inhalt der Ethik mit." (S. 78)

Doch was ist Ethik dann, wenn sie keine universal und apriorisch gültige Theorie moralischer Prinzipien liefert? Ethik ist möglich, aber sie erwächst aus den geschichtlichen Lebensvollzügen und Werthaltungen der Menschen. Deshalb können wir nur in Beziehung auf historische Situationen in der Geschichte der Menschheit eine relevante und zutreffende ethische Theorie formulieren. Was natürlich heißt, dass sie für vorhergehende oder künftige Situationen mehr oder weniger irrelevant ist. Denn James geht davon aus - und hier nähert er die Ethik einer Theorie der Politik und der Gerechtigkeit an -, dass es die von jeweils lebenden Menschen verfolgten Ideale und Forderungen sind, mit denen sich die Ethik auseinander setzen muss. Wir sind, betreiben wir philosophische Ethik, auf die gemeinsamen Lebensvollzüge der Menschen als unsere Daten verwiesen, weil wir alle durch unser moralisches Handeln mitbestimmen, was als moralisch richtig oder falsch akzeptiert wird. Die philosophische Pointe der Jamesschen Ethik besteht also in dem Vorschlag, den phänomenologischen Reichtum der historischen Formen von Moral und Lebenskunst und damit auch die moralische Bedeutung der körperlichen Zeitlichkeit der Praxis alltäglichen Lebens der Menschen in ethischen Theorien einzubeziehen.

James musste nicht erst den Pragmatismus entwickeln, um mit dem Vorrang der Praxis der Lebensvollzüge gegen den Anspruch universaler Ethiken argumentieren zu können. Er war vom Primat der Praxis schon vor der expliziten Formulierung des Pragmatismus - die durch Peirce um 1878 veröffentlicht wurde - fest

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.