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Ethik Eine Einführung von Höffe, Otfried (eBook)

  • Verlag: Verlag C.H.Beck
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Ethik

Warum braucht der Mensch Moral, warum Ethik? Was unterscheidet die Moral von anderen Verbindlichkeiten menschlichen Handelns? Welche Grundmodelle der Ethik entwickelte die Philosophie im Laufe der Geschichte? Welche Fragen und Kontroversen sind in der heutigen Debatte relevant? Nicht zuletzt: Wie reagiert die Ethik auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt in den Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Umwelt? Wie setzt sie sich mit den Fortschritten in der Gentechnik und Humanmedizin auseinander? Von einer Fundamentalethik über eine Anthropologie und eine Handlungstheorie bis zur Angewandten Ethik behandelt dieses Buch kurz, prägnant und allgemeinverständlich alle relevanten Themenfelder. Otfried Höffe, Gastprofessor für Rechtsphilosophie an der Universität St. Gallen, war bis zu seiner Emeritierung ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Tübingen. Er leitet die Forschungsstelle Politische Philosophie und ist Herausgeber der Reihen "Denker" und "Klassiker auslegen".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406646317
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2545 kBytes
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Ethik

II. Methoden

1. Deskriptive und präskriptive Ethik

Die drei Bedeutungen von Ethos erlauben zunächst zwei, am Ende drei grundverschiedene Betrachtungen, denen drei ebenso verschiedene Erkenntnisinteressen zugrundeliegen:

Man kann das Ethos entweder so beschreiben, wie es gegeben ist , oder von Gesichtspunkten des Guten her vor schreiben, wie es sein soll . Die erste, deskriptive oder empirische Ethik richtet sich auf die die mannigfachen Phänomene von Lebensformen, Gewohnheiten und Einstellungen, kurz: auf die positiv vorhandene, herrschende Moral. In ihrer anspruchsvollen Form versucht sie, über die bloße Beschreibung hinaus die positive Moral zu erklären, sie sogar zu einer empirischen Theorie menschlichen Verhaltens zu verallgemeinern.

Um erfahrungsgesättigt zu sein, ist es der philosophischen Ethik bzw. Moralphilosophie empfohlen, sich über die Empirie kundig zu machen. Weil dafür aber nicht die Philosophie selbst, sondern der bunte Strauß der empirischen Sozial- und Kulturwissenschaften zuständig ist, läßt sich die Philosophie vornehmlich auf die andere, präskriptive oder normative Ethik ein. Deren erste Stufe, die ethische Grundlagenforschung bzw. Fundamentalethik , klärt den Begriff des moralisch Guten und begründet ein Prinzip oder eine Mehrzahl von Prinzipien moralisch guten Handelns. Eine zweite Stufe, die Angewandte Ethik , befaßt sich mit den moralischen Prinzipien und Kriterien ausgewählter Lebensbereiche (s. Teil VII). Eine umfassende philosophische Ethik befaßt sich jedenfalls mit beiden, zunächst mit den Grundlagen, sodann mit exemplarischen Anwendungen.
2. Methodenvielfalt

Will normative Ethik philosophisch sein, so hat sie sich durch Begriffsklärung, Argumentation und Reflexion sowie durch jene Voraussetzungslosigkeit auszuzeichnen, die nichts als ihrer Diskussion entzogen anerkennt. Als Ethik wird sie dabei von der Idee eines moralisch guten und gerechten Lebens geleitet. Mit dem Ziel, das sittliche Bewußtsein über sich aufzuklären, richtet sie keine Appelle an den Menschen, sondern bemüht sich um klare Begriffe und setzt sich mit Schwierigkeiten, etwa den drei genannten Konfliktstufen, und mit Einwänden auseinander. Ferner sucht sie ein leitendes Prinzip, ein Moralprinzip, gegebenenfalls dessen Plural, und ein Kriterium für Moral auf; sie klärt Voraussetzungen und Folgen moralischen Lebens und entwirft Grundhaltungen und Institutionen.

Eine Ethik, die diesem weiten Aufgabenfeld gerecht werden will, läßt sich auf eine Vielfalt von sich ergänzenden Methoden ein. Zwei Methoden sind schon praktiziert worden: (1) die Interpretation anthropologischer Befunde (Kap. I.2) und (2) die konstruktive Semantik (Kap. I.3); hier folgen weitere Methoden:

(3) Damit die Argumentation nicht gehaltlos, leer bleibt, muß sie sich einer empirischen Basis vergewissern. Wie man eine verbindliche Ausgangsbasis gewinnt, ist jedoch umstritten. Die hermeneutische (griechisch: Auslegung, Verstehen betreffende) Ethik (Joachim Ritter, Hans Georg Gadamer und deren Schüler, aber nicht der Ethik-renitente Martin Heidegger), und neuerdings der Sache nach auch der Kommunitarismus, behauptet, um die sittlich-politische Wirklichkeit in ihrer Geschichtlichkeit zu begreifen, den Vorrang der geschichtlichen Erfahrung vor der abstrakten Deduktion. Als Vorbild dafür gelten die praktische Philosophie von Aristoteles und von Hegel, an der sich Neoaristoteliker und Neohegelianer orientieren. Da die hermeneutische Ethik eine vorhandene Moral und Sittlichkeit auf die in ihr enthaltene Idee allgemeiner Verbindlichkeit hin auszulegen sucht, neigt sie zur Rechtfertigung des Bestehenden, o

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