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Evolutionär denken Darwins Einfluss auf unser Weltbild von Buskes, Chris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2014
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Evolutionär denken

Im Jahr 1859 erschien ein Buch, das unser Weltbild für immer verändern sollte - Darwins 'The Origin of Species'. Bis heute zeitigt Darwins Werk auf vielfältige Weise Wirkung - das ist das Thema von Chris Buskes. Nach einer Einführung in die Evolutionstheorie geht es ihm vor allem um die Frage, inwiefern sie in andere Wissenschaftszweige eindringt. Nicht nur in den Biowissenschaften, sondern gerade auch in den Sozialwissenschaften haben Evolutionstheorie und evolutionäres Denken Einzug gehalten. Neue Wissenschaftszweige wie Soziobiologie oder evolutionäre Psychologie suchen mit Darwin im Gepäck die Entstehung von Sprache, Kultur, Kunst und Religion zu begreifen. Fragen wie die, ob erworbenes Wissen genetisch oder kulturell weitergegeben wird oder was es bedeutet, dass Menschen Moral kennen, stellen sich dabei ebenso wie die, ob Liebe eine pure Fortpflanzungsstrategie ist. Auch im Bereich der Philosophie hat Darwin Eingang in die Diskussion gefunden - etwa wenn es um die Frage nach dem freien Willen geht. Chris Buskes zeigt in dieser einmaligen Zusammenschau Darwins Einfluss auf die unterschiedlichsten Wissensgebiete und skizziert auch die kontroversen Diskussionen um Darwins Erbe.

Chris Buskes, Prof. Dr., lehrt Wissenschaftsphilosophie an der Radboud-Universität in Nijmegen. 2006 erhielt er für sein Buch in den Niederlanden den 'Socrates Wisselbeker', den Preis für das anregendste philosophische Buch des Jahres.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 01.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896788672
    Verlag: Primus
    Originaltitel: Evolutionair denken
    Größe: 5387kBytes
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Evolutionär denken

Das Puzzle nimmt Gestalt an

Am 2. Oktober 1836 kehrte die Beagle nach England zurück. Ein Jahr später machte sich Darwin in London daran, seine Vermutungen über die "Transmuta tion ", wie er es nannte, die Entwicklung der Arten zu untermauern. Es war ihm durchaus bewusst, dass er das konservative, gottesfürchtige viktorianische Publikum nur mit einer Fülle von Beweismaterial würde überzeugen können. Er sichtete die Funde, die er von seiner Reise mit der Beagle mitgebracht hatte und sammelte Belege aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Das erste Puzzlestück fand Darwin in der Geologie, der Wissenschaft von der Entstehung und Entwicklung der Erde. Es ist wichtig, hierauf etwas näher einzugehen. Noch bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Geologie von biblischen Auffassungen über die Erdgeschichte beherrscht. Viele Wissenschaftler glaubten, sie könnte nicht älter als einige Jahrtausende sein, eine Auffassung, die mit dem Alten Testament übereinstimmte. Die beliebteste Theorie innerhalb der Geologie war die Lehre vom Katastrophismus, die Vorstellung, dass die Beschaffenheit der Erdoberfläche mit ihren Bergen, Tälern und Ozeanen von Naturkatastrophen wie der Sintflut herrühre. Gott hatte die Erde immer wieder durcheinander geschüttelt und ihre heutige Gestalt gegeben. Ein angesehener Vertreter dieser Sichtweise war der französische Zoologe Georges de Cuvier. Auch der junge Darwin, der sich während seines Studiums in Cambridge mit dem Geologen Adam Sedgwick, einem Anhänger des Katastrophismus, anfreundete, folgte eine Zeit lang dieser Theorie.

Bereits im 18. Jahrhundert jedoch hatte der schottische Geologe James Hutton eine alternative Theorie vorgelegt, und zwar den Uniformitarianismus oder Aktualismus. Die Erde war unendlich alt, die Erscheinungen an ihrer Oberfläche waren das Resultat allmählicher, natürlicher und auch in der Gegenwart noch wirksamer Prozesse, wie Erosion, Sedimentbildung und Vulkanismus. Huttons Ideen wurden erst im 19. Jahrhundert durch den englischen Geologen Charles Lyell, mit dem sich Darwin später anfreundete, allgemein bekannt.

Als Darwin 1831 mit der Beagle in See stach, kannte er Lyell noch nicht persönlich, doch Henslow hatte ihm Lyells Principles of geology empfohlen, deren erster Teil im Jahr zuvor erschienen war. Auf der langen Seereise war dieses Buch neben Miltons Paradise Lost Darwins Lieblingslektüre. Von Lyell lernte Darwin, dass es nicht die Annahme göttlicher Interventionen bedurfte, um die Gestaltung der Erdoberfläche zu erklären. Die Erde war nicht Jahrtausende alt, wie die Bibel verkündete, sondern Jahrmillionen, alt genug also, um einen Evolutionsprozess zu ermöglichen. Da sich durch die geologischen Kräfte die Erdoberfläche ständig verändert, müssen sich die Lebewesen an die jeweiligen Umweltbedingungen anpassen.

Nach dem Erscheinen der Entstehung der Arten bereitete der englische Physiker Lord Kelvin Darwin mit seiner Auffassung von der kurzen Geschichte der Erde Kopfzerbrechen. Wäre die Erde tatsächlich viele Millionen Jahre alt, so argumentiere Kelvin, dann müsste sie sich inzwischen zu einem Steinklumpen abgekühlt haben. Die Aktivität der Vulkane beweise jedoch das Gegenteil. Kelvin konnte nicht wissen, was wir heute wissen, dass nämlich die natürliche Radioaktivität im Erdinnern den Abkühlungsprozess beträchtlich verlangsamt. Obwohl Lyell die Veränderlichkeit der Arten nie akzeptieren wollte, ebnete sein Aktualismus der Evolutionstheorie den Weg. Wie zuvor in der Astronomie und der Physik gingen die Entwicklungen in der Geologie denen in der Biologie voraus.

Das zweite Puzzlestück zur Untermauerung seines Transmutationsgedankens entnahm Darwin der Embryologie, der Wissenschaft von der Entwicklung der Organismen von der Befruchtung bis zur Geburt. Embryos verschiedener Tierarten sind sich nämlich im Frühstadium der Entwicklung auff

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