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Internationale Gerechtigkeit Theorie und Praxis

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2012
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Internationale Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist ein Schlüsselbegriff unserer Zeit, besonders während einer tiefen Wirtschaftskrise wie wir sie augenblicklich erleben. Viele politische, wirtschaftliche, aber eben auch philosophische und theologische Debatten drehen sich um dieses Thema. Besonders auch die globale Gerechtigkeit, die Verteilung der Güter und Chancen zwischen den Staaten und Völkern, rückt durch die intensive Verflechtung der Länder und Ökonomien immer stärker in den Mittelpunkt. Diesem wichtigen Themenfeld widmet sich der vorliegende Sammelband, der den philosophischen und theologischen Rahmen absteckt und die zahlreichen einzelnen Problemfelder der ökologischen, juristischen, militärischen, ökonomischen und anderen Dimensionen behandelt. Ausgewiesene Fachleute aus dem Umkreis der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg erforschen ein Terrain, das uns noch lange beschäftigen wird. Mit Beiträgen von Hans Diefenbacher, Hans-Michael Empell, Gerald Hartung, Matthias Huber, Burkhard Liebsch, Fabiana de Oliveira Godinho, Hans Opschoor, Timo Rademacher, Ulrich Ratsch, Stefan Schäde, Eberhard Schmidt-Aßmann, Volker Teichert, Katharina Weilert, Markus Weingardt. Gerald Hartung, geb. 1963, ist wissenschaftlicher Referent und Leiter des Bereichs ?Theologie und Naturwissenschaften? an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg e.V. (FEST). Stephan Schaede ist wissenschaftlicher Referent und Leiter des Arbeitsbereichs ?Religion und Kultur? bei der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST). Gerald Hartung, geb. 1963, ist wissenschaftlicher Referent und Leiter des Bereichs ?Theologie und Naturwissenschaften? an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg e.V. (FEST). Stephan Schaede ist wissenschaftlicher Referent und Leiter des Arbeitsbereichs ?Religion und Kultur? bei der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 324
    Erscheinungsdatum: 01.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534703876
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 2036 kBytes
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Internationale Gerechtigkeit

Internationale Gerechtigkeit

Philosophische und theologische Perspektiven

GERALD HARTUNG UND STEPHAN SCHAEDE

Inhalt

Die Herausforderung Internationaler Gerechtigkeit

Eine Skizze theologischer Gerechtigkeitsperspektiven

Die philosophische Debatte über Internationale Gerechtigkeit

Die Aufgabe einer Bestimmung Internationaler Gerechtigkeit im Übergang zu den Praxisfeldern

In philosophischer und theologischer Perspektive die Frage nach der Internationalen Gerechtigkeit anzupacken und im unübersichtlichen Gewölbe der Bibliotheken zum Thema ein weiteres Licht zu entfachen, ist ohne Zweifel abenteuerlich. Gleichwohl liegt ein großer Reiz in der Herausforderung, in ein aktuelles Gespräch über Internationale Gerechtigkeit Resultate eines philosophisch und theologisch geleiteten Nachdenkens über Gerechtigkeit behutsam, aber mit Nachdruck einzubringen. Die Auseinandersetzung mit der Tradition und ihren überlieferten Argumentationsmustern zum Thema Gerechtigkeit erfüllt einen vielfältigen Zweck, Anregung zum Nachdenken, Abstand vom alltäglichen "Geschwätz" (Kierkegaard) und Herausforderung zu einer komprimierten Darstellung sein.

I. Die Herausforderung Internationaler Gerechtigkeit

Gerechtigkeit gehört zu den ältesten Rätselfragen der Menschheitsgeschichte. Schon Aristoteles urteilte über die Gerechtigkeit "nicht Abendsonne noch Frührot [sei] so staunenswürdig wie sie" 1 . Bei Platon war sie die Sonne am Ideenhimmel. Mit gleichem Bild bezeichnet ein evangelisches Kirchenlied Jesus Christus als "Sonne der Gerechtigkeit" 2 . Gerechtigkeit, das ist, über die Jahrhunderte hinweg, jenseits aller säkularen und religiösen Schwärmerei " die zentrale Leitidee der politischen Philosophie". 3 Darüber hinaus ist sie in vielen Kulturen höchstes ethisches Prinzip für gesellschaftliches und religiöses Verhalten. Weltreligionen und klassische Philosophien führen sie als zentrales Konzept: Maat in Ägypten 4 , Zedakah im Alten Israel 5 , Gottes versöhnende Gerechtigkeit bei Paulus 6 , Dharma im Hinduismus 7 . Gerecht soll das Leben sein und einem jeden sein Lebensmaß gönnen. Gerecht solle sich Zusammenleben gestalten, so lautet eine Forderung, die in vergleichender religionsgeschichtlicher Perspektive standhält.

Was muss also in diesem ausgreifenden kulturgeschichtlichen Kontext angesichts der aktuellen sich globalisierenden Welt- und Lebensverhältnisse gesagt werden? Eine Antwort wird nicht nur von der Theologie oder Philosophie gefordert. Erweisen muss sie sich auch in der Perspektive wechselseitig aufklärender Arbeit von Ökonomie, Recht, Politikwissenschaft, Theologie und Philosophie. Die Kooperation dieser Disziplinen im Blick auf das Gerechtigkeitskonzept scheint angesichts der Komplexität menschlicher Lebensverhältnisse zu einer interdisziplinären Verpflichtung zu werden. Denn jede Generation ist neu aufgefordert, sich angesichts ständig verändernder kultureller und natürlicher Bedingungen auf die Suche zu begeben, wie für gerechtere Lebensverhältnisse gesorgt werden kann. Jede der genannten Disziplin wäre dabei, wie sollte es angesichts der Komplexität ihres Gegenstandes auch anders sein, auf sich gestellt hoffnungslos überfordert.

Es ist deshalb eine der großen konzeptionellen Herausforderungen an Institutionen und wissenschaftliche Disziplinen, die praktische Bedeutung und Durchsetzbarkeit von Gerechtigkeit angesichts der Entgrenzung sozialer Ungleichheit im globalen Horizont überzeugend zu beschreiben. Diese Herausforderung steigert sich folgerichtig im Blick auf das Konzept Internationaler Gerechtigkeit. Soll es nämlich gerechte Lebensverhältnisse geben, dann müssen sie mit guten Gründen und mit M

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