text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Logos Theorie und Begriffsgeschichte

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
64,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Logos

Dieser Sammelband durchleuchtet einen der grundlegenden Begriffe der Philosophie: den ?Logos?. Nach der Meinung der antiken griechischen Denker ist der Logos der größte Herrscher, der mit seinem winzigen, unscheinbaren Körper die göttlichsten Werke vollbringt: er ist Wort und Zahl, mathematisches Verhältnis und Erzählung, Vernunft und Gesetz der Welt, Zusammenstellung und Verbindung, Akt des Einordnens und Auflistens und vieles mehr. In diesem Sammelband werden mithilfe aktueller und historischer Beiträge unterschiedlicher Fachrichtungen der Beziehungsreichtum und die Doppelsinnigkeit dieses grundlegenden Begriffs der Philosophie erfasst. So gelingt es, die Vieldeutigkeit des ?Logos? zu einer zugrundeliegenden Bedeutungseinheit zurückzuführen. Prof. Dr. Lorenzo Perilli, klassischer Philologe, Lehrtätigkeit in der Geschichte der antiken Medizin, Wissenschaft und Philosophie sowie den Digital Humanities; Forschungspreisträger, Friedrich-Wilhelm-Bessel-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung und Preis des italienischen Ministerium für Kultur; Gastwissenschaftler an verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen (u.a. in Berlin, Hamburg, Zürich, London).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 285
    Erscheinungsdatum: 01.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534736300
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 2460 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Logos

Vorwort

Am 29. Mai 1927, hielt der berühmte Mathematiker Otto Toeplitz in Kiel einen Vortrag zum Thema "Das Verhältnis von Mathematik und Ideenlehre bei Plato". Die Basis zu einer neuen, bahnbrechenden Darlegung einer der Hauptfragen des griechischen und somit des westlichen Denkens war gelegt. In Druck erschien der Text vier Jahre später in Berlin, im ersten Band der neugegründeten "Quellen und Studien zur Geschichte der Mathematik, Astronomie und Physik". Drei herausragende Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts, der Altertumswissenschaftler Julius Stenzel aus Kiel, der Mathematiker und Wissenschaftshistoriker Otto Neugebauer aus Göttingen und Otto Toeplitz aus Bonn hatten zusammen entschieden, einen neuen - heute würde man sagen, interdisziplinären - Weg zu eröffnen. In einer neuen Interpretation des schwierigen, vielseitigen Begriffs Logos erzielte die gemeinsame Arbeit ihr erstes, bedeutendes Resultat, denn unter Berücksichtigung der mathematisch-geometrischen Bedeutung von "Verhältnis" zwischen zwei Größen wurde ein Schlüssel für das genauere Verständnis der Grundgedanken der platonischen und der aristotelischen Lehre gefunden. Die entscheidende Rolle der Mathematik und der Zahlentheorie als Kennzeichen des griechischen Geistes insgesamt stand jetzt fest. Die zwei ersten Beiträge der Zeitschrift, die von Toeplitz und Stenzel stammen, bilden eine zusammenhängende Einheit, die in unserem Band als Ausgangspunkt wiederabgedruckt wird.

Diese Abhandlungen bildeten tatsächlich auch den Anfang einer Entwicklung, die sich durch das gesamte 20. Jahrhundert entfaltete, ohne sich jedoch durchsetzen zu können. Beide Beiträge, insbesondere der von Toeplitz, gaben Anstoß zu einer Reihe von Arbeiten in verschiedenen Fachgebieten: Musik, Philosophie, Mathematik. Die Theologie blieb zwar im Hintergrund, doch war die Komplexität der Bedeutung des theologischen Logos-Begriffs, die schon in dem berühmten ersten Satz des Johannes-Evangeliums zu erkennen ist, allen Vertretern dieser Forschungsrichtung bewusst. Der neutestamentliche Logos wurde eher als "dem griechischen Denken fremd" betrachtet, als "grundsätzlich etwas anderes" (s. unten, S. 278); sich von dessen Einwirkung zu befreien, blieb (und bleibt) trotzdem schwierig.

In diesem Band sind einige der wichtigsten Arbeiten aus dieser Forschungstradition gesammelt, mit dem Zweck, die grundlegende Einheit des Logos-Begriffs sowie die enge Verbindung zwischen den unterschiedlichen Gebieten des griechischen Wissens hervorzuheben. Der ausgezeichnete allgemeine Überblick von H. Kleinknecht, der nur Teil einer ausführlicheren Darlegung ist, vermag ein Bild der Entwicklung und der Komplexität, aber auch der Einheit von logos im Griechischen zu geben. Eine besondere Stellung hat natürlich in diesem Rahmen Heraklit, dessen Logos-Begriff zu den verschiedensten Interpretationen und zahlreichen Arbeiten Anlass gegeben hat. Eine einleuchtende Interpretation auf wenigen Seiten ist E. Minar geglückt. Ausgehend von der mathematischen Neigung, hebt er wichtige Aspekte der frühgriechischen Bedeutung des Wortes hervor. Parallel erscheinen einflussreiche Interpretationen wie diejenige von M. Heidegger, der in der Auseinandersetzung mit dem herakliteischen Logos-Begriff wertvolle Intuitionen mit philosophisch und semantisch fragwürdigen Gedankenspielen verbindet; trotz der Bedenken, die Heideggers Interpretationen der antiken Texte bei den Philologen und den Philosophiehistorikern erwecken, verdient sein Beitrag auch aufgrund des Einflusses, den er ausgeübt hat, einen Platz in diesem Sammelband. Die Studien des Freiburger Philosophen Heribert Boeder, und zwar besonders seine Analyse der zwei miteinander verbundenen Begriffe Logos und Aletheia, haben Heideggers Interpretation entscheidend geprägt. Merkmal von Boeders Ansatz ist sein Verzicht auf die Betrachtung des Logos-Begriffs im philosophischen Kontext, denn er fokussiert sich ganz auf die Di

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen