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Quer denken, besser denken Was wir von den klügsten Köpfen der Geschichte lernen können von Bäuerlein, Theresa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2018
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Quer denken, besser denken

Bewegten sich geniale Denker wie Albert Einstein, Sokrates oder Leonardo da Vinci in geistigen Höhen, die für die meisten von uns unerreichbar sind? Nein. Sie dachten nur anders als normale Menschen. Und von ihren Strategien, Probleme zu lösen, kann man sich für den Alltag einiges abschauen. Theresa Bäuerlein, geboren 1980 in Bonn, arbeitet seit zehn Jahren als Journalistin und Autorin u. a. für Neon , Süddeutsche Zeitung , Nido , Zeit Online, Brigitte und Krautreporter . Darüber hinaus hat sie zwei Romane und zwei Sachbücher veröffentlicht. Ihr erster Roman Das war der gute Teil des Tages ist unter dem Titel Hannas Reise fürs Kino verfilmt worden. Sie lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 15.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455004939
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
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Quer denken, besser denken

Einleitung

Jeder kennt die Legenden, die man sich über die Erkenntnismomente großer Denker erzählt: Archimedes, wie er aus der Badewanne springt, "Heureka!" ruft und nackt nach Hause rennt, so begeistert vom eigenen Geistesblitz, dass er seine Kleider vergisst. Der fallende Apfel, der Isaac Newton zu seinem Gravitationsgesetz inspiriert hat (und der ihm in den alberneren Versionen der Geschichte dafür erst auf den Kopf plumpst). Albert Einstein, der von seiner Wohnung in Berlin aus sieht, wie ein Mann vom Dach des Nachbarhauses fällt. Wir wissen nicht, ob diese Szenen wirklich genau so passiert sind, aber wir erzählen sie immer wieder: Denn wir versuchen, Momente einzufangen, in denen der menschliche Geist auf einmal unerklärliche, schwindelnde Höhen erreicht. Sie haben sich uns als Symbole eingeprägt - für Genialität, für etwas Unerklärliches.

Manchmal geht dabei eine sehr wichtige Frage verloren: Was ist vor diesen Momenten passiert? Sicher müssen doch in den Köpfen der Entdecker vorher intensive Denkprozesse abgelaufen sein - Abläufe, derer sie sich selbst vielleicht gar nicht immer bewusst waren. Etwas hat langsam in der Tiefe Form angenommen, wortlos vielleicht, flüchtig. Was war am Denken dieser Menschen so einmalig, dass ausgerechnet sie auf fundamentale Erkenntnisse stoßen konnten?

Wir normal begabten Menschen versuchen oft gar nicht erst zu begreifen, wie Genies gedacht und woher sie ihre Inspirationen bekommen haben. Wir sehen sie an wie seltene Naturereignisse, die man bestaunen, aber nie verstehen kann. Genau diese Unerreichbarkeit macht große Denker schließlich aus. Oder?

Ja - und Nein. Große Denker hatten immer Zeitgenossen, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigt und sich dabei auch alles andere als dumm angestellt haben. Zu Einsteins Zeiten etwa waren einige Physiker und Mathematiker sehr nah dran, die Prinzipien seiner allgemeinen Relativitätstheorie zu entdecken. Sie schauten sich dieselben Formeln an, sammelten ähnliche Daten, hatten manchmal sogar die gleichen Ansätze - und dennoch haben sie es nicht geschafft, den letzten Sprung zu machen, der zur entscheidenden Entdeckung geführt hätte. Einstein wiederum sagte, er besäße überhaupt keine übermenschlichen Geisteskräfte. Er habe die Relativitätstheorie einfach deshalb erfunden, weil er über Alltagsphänomene staunte, die normalerweise nur Kinder fesselten. Genau das ist der entscheidende Punkt: Viel spricht dafür, dass die größten Denker einfach anders gedacht haben als die meisten Menschen. Die gleichen Informationen durchliefen in ihren Köpfen andere Prozesse. Diese aber kann der normale Mensch sehr wohl verstehen - und sie sich vielleicht sogar aneignen.

Wir wollten also herausfinden, mit welchen Strategien die großen Philosophen, Wissenschaftler und Denker es geschafft haben, Theorien aufzustellen. Wie sie Erkenntnisse gewinnen und Gesetzmäßigkeiten aufdecken konnten, die unsere Welt entscheidend geprägt und verändert haben. Das ist natürlich eine ziemlich komplexe Aufgabe. Das schiere Ausmaß der Entdeckung eines Genies ist oft so blendend, dass es schwierig ist, sich auf den besonderen geistigen Faktor zu konzentrieren, der sie ermöglicht hat. Wir mussten uns selbst bei unseren Überlegungen immer wieder gegenseitig daran erinnern, dass wir nach den Eigenschaften eines Entdeckergeistes suchten und eben nicht die Entdeckungen selbst betrachten wollten. Man kann sich leicht in Sigmund Freuds Erläuterungen über sein Modell des Unterbewusstseins verlieren oder so sehr über die sokratischen Dialoge staunen, dass man sein eigentliches Ziel vergisst. Uns ist das bei der Vorbereitung dieses Buchs oft passiert. Wir haben uns aber schließlich darauf konzentriert, die Denkarten zu beleuchten und nicht ihr Produkt. Natürlich, jedes Werk reflektiert das Denken seines Schöpfers, aber es ist immer noch das Endresultat eines besonderen Denkpro

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