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Bewusstsein und Unsterblichkeit Neubearbeitung. von Schleich, Carl L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Bewusstsein und Unsterblichkeit

Schleich gibt in diesem Werk als Erster eine physiologische Darstellung der Vorgänge, welche zu einem Ichgefühl führen. Ihm steht als erfahrener Mediziner das Experiment der Narkose zur Seite, um für diese Art von Geistigkeit eine anatomisch-physiologische Basis zu finden. Mit Schleich werden wir einem größeren Wunder begegnen: der Individualität, dem Rätsel, warum eine Milliardenschar von Zellen nicht nur körperlich und geistig eine Einheit darstellt. Ja, wir werden sehen, wie diese Einheit in den kleinsten Elementen wiederkehrt. Wie kommt es dazu, dass die ungeheure Zahl von Zellen so eigenartig geprägt ist, dass sie einzeln und zu Organen und Organismen verschmolzen stets eine eigene, wesenhafte Individualität erhalten? Und was ist unsere Seele? Ihre Inkarnation ist laut Schleich der 'Nervus sympathicus'. Dieser hat sich ein Gehirn und Verstand erschaffen im Entwicklungsaufstieg. Vernunft ist demnach Verstandesaktion in Harmonie mit dem Sympathikus. Gefühl, Gemüt, Herz sind Ausdrücke für das Überwiegen der Sympathikusfunktion in den Gebieten des reinen Denkens. Mit diesem neu überarbeiteten Werk werden wir das Geheimnis von Bewusstsein und Unsterblichkeit schauen.

Carl Ludwig Schleich (1859-1922) hat als deutscher Chirurg eine Methode zur lokalen Anästhesie (Infiltrationsanästhesie) entwickelt. Er promovierte 1887 in Greifswald. Noch in der Kaiserzeit wurde er zum Professor ernannt (1899). Ab 1900 übernahm er die Leitung der Chirurgischen Abteilung am Krankenhaus der Gemeinde Groß-Lichterfelde. Schleich publizierte mehrere kleine Bücher, bevor er 1912 den Band 'Es läuten die Glocken' mit 'Phantasien zum Sinn des Lebens' veröffentlichte. Im Jahr 1920 verfasste er dann einige Aufsätze über sein Leben und seine Lehrer, die bei Rowohlt unter dem Titel 'Besonnte Vergangenheit' als Buch veröffentlicht wurden. Das Werk erreichte eine Millionenauflage. Die bislang letzte Auflage erschien 1985. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) verleiht jährlich den Carl-Ludwig-Schleich-Preis für 'bedeutsame Arbeiten auf dem Gebiet der Schmerzforschung'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 16.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739264523
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1251kBytes
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Bewusstsein und Unsterblichkeit

1. Das Ich und die Seele

In einer Zeit, in der für uns alle leider Grund genug vorhanden ist, für unsere äußere Existenz die schlimmsten Befürchtungen zu hegen, kehrt sich unwillkürlich der Blick ins eigene Innere, um hier wenigstens unsere seelische Existenz vor der Bedrohung zu bewahren. Ewig sind die Fragen, die wir hier aufwerfen. Handelt es sich doch um die letzten Dinge: das Ich und die Unsterblichkeit, denen diese folgenden sechs Vorträge gewidmet sind. Wenn wir so eine begriffliche Innenschau vorzunehmen beginnen, so ist von vornherein streng formal festzustellen, dass die Bezeichnung für sogenannte seelische Dinge durchaus schwankend ist.

Bei solcher Revision stoßen wir zuerst auf zwei große Begriffe, die unser heutiges Thema ausmachen. Das, was uns selbst am eigentümlichsten ist, was unser Individuum ausmacht, das Ich, wird nicht nur in Romanen, sondern auch in der gewöhnlichen Sprache häufig mit dem Begriff der Seele verwechselt. Der Missbrauch dieser Worte ist so ungeheuer, dass es kaum einen Begriff dieser Art gibt, der in einer ganz bestimmten Umschreibung von allen Menschen in gleichem Sinne gebraucht wird. Man sagt: Seele, Herz, Gemüt und meint damit dasselbe. Oder man sagt: Verstand, Geist, Vernunft und bedenkt nicht, dass wir diese Dinge nur so gebrauchen sollten, wie sie einen physiologischen Sinn umschließen. Der Begriff der Seele ist das tiefste Kapitel unserer Geisteswissenschaft.

Was ist die Seele in unserem Leben? Wo ist sie? Zu finden ist sie nicht. Gerade im Krieg mit seiner enormen Experimentierarbeit hat jeder von uns, der beim Verbändemachen zugesehen hat, sich davon überzeugen können, dass, wenn esslöffelweise die Hirnsubstanz aus dem Kopf herausfließt, dies unmöglich Seelensubstanz sein kann. Wer verfolgt hat, wie die Verletzungen des Gehirns der Seele des Verletzten auch nicht das geringste antun konnten, der muss den Glauben aufgeben, als könne die Seele im Gehirn sitzen als sei die Seele ein Produkt der Gehirntätigkeit wie die Galle ein Produkt der Leber; und zwar deshalb nicht, weil keine Stelle zu finden ist, durch deren Verletzung die Seele ausgeschaltet würde. 1 Mit demselben Recht, mit dem man das Gehirn zu dem Sitz der Seele ernannt hat, könnte man sagen, die Schilddrüse z. B. sei der Sitz der Seele. Denn wenn Kocher in Bern uns gelehrt hat, dass, wenn man einem Menschen die ganze Schilddrüse entferne, man ihn zum Idioten stemple, dass also ein der Schilddrüse frühzeitig beraubter Goethe ein Idiot statt Deutschlands strahlendster Genius geworden wäre, so könnte man mit einigem Recht auch sagen: Der Sitz der Seele ist die Schilddrüse! Oder irgendeine andere Drüse, denn wir wissen auch von anderen Drüsen, dass ihre Säfte einen ungeheuren Einfluss auf unsere Stimmung, auf unser Behagen -- positiv oder negativ - haben. Die Griechen haben die Seele unter das Zwerchfell verlegt; wir werden noch sehen mit einigem Grund. Jedenfalls besteht dazu ebenso viel Berechtigung, als wenn die Inder die Seele in einen zapfenartigen Anhang des Gehirns verlegen, in eine kaum kirschgroße Nervenzellmasse, die auf einem knöchernen Sesselchen der sella turcica, thront; alles das sind deshalb vergebliche Versuche, weil die Seele dem Körper überhaupt nicht angehört, jedenfalls nicht in dem Sinne, als wäre irgendeine Substanz überhaupt imstande, etwas Seelenhaftes zu schaffen. Die Seele ist kein Produkt des Körpers, sie ist nicht der volle Akkord aus allen Orgeltönen, der hervortritt ins All, sondern die Seele ist erst die metaphysische Schöpferin des Körpers. In einer einzigen belebten Zelle haben wir zum Mindesten schon eine Art Hemmung, die spezifisch ist, die sich die Seele geschaffen hat. Was wir an der Wissenschaft studieren, sind nirgends die Kräfte. Auch die Seelen- oder Lebenskraft ist eine Form der Allkraft. Alle Kräfte sind nur Äste eines Stammes. Die Kraft an sich ist schon metaphysisch, wir können ihr mit unseren Verstandesaktionen nicht naheko

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