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Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft Kritik der Urteilskraft

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2010
  • Verlag: Akademie Verlag
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Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft

In der 'Kritik der Urteilskraft' (1790) entwickelt Kant eine philosophische Ästhetik und eine Theorie der organischen Natur. Die beiden scheinbar heterogenen Gegenstandsbereiche sind durch das Prinzip der Urteilskraft, die Idee der Zweckmäßigkeit, verbunden, die der Mensch sowohl bei der Reflexion über die schönen Gegenstände der Natur und der Kunst als auch bei seiner Erforschung der organischen Natur zugrunde legt. Da sich alle Zwecke zuletzt auf den Endzweck des Menschen als moralisches Wesen beziehen, übersteigt die dritte 'Kritik' schließlich die Bereiche von Kunst und Natur und berührt Fragen der Moralphilosophie und der Moraltheologie. Zusätzlich entdeckt Kant im subjektiven Vermögen der Urteilskraft jenes Bindeglied unter den menschlichen Gemütskräften, das einen architektonischen Übergang zwischen den Naturbegriffen des Verstandes in der ersten und dem Freiheitsbegriff der Vernunft in der zweiten 'Kritik' ermöglicht, durch den sich die theoretische und die praktische Philosophie in einem einzigen philosophischen System vereinigen lassen. Dieser Band der Reihe 'Klassiker Auslegen' gibt in Form eines kooperativen Kommentars in 20 Originalbeiträgen eine textnahe, fortlaufende Interpretation der 'Kritik der Urteilskraft'. Mit Beiträgen von: Karl Ameriks, Jochen Bojanowski, Reinhard Brandt, Gerardo Cunico, Michaël Foessel, Eckart Förster, Christel Fricke, Hannah Ginsborg, Piero Giordanetti, Ina Goy, Otfried Höffe, Andreas Kablitz, Georg Kohler, Steinar Mathisen, Birgit Recki, Jacinto Rivera de Rosales, Siegfried Roth und Eric Watkins.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 398
    Erscheinungsdatum: 01.10.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783050050157
    Verlag: Akademie Verlag
    Größe: 1568 kBytes
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Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft

9.1 Die Erörterung der Kunst und ihre Funktion in der Logik von Kants Kritik der Urteilskraft (S. 151)

Zielsetzung meiner folgenden Überlegungen ist es, die innere Logik dieses Passus der Kritik der Urteilskraft herauszuarbeiten. Zu einem solchen Vorhaben gehört es aber auch, die Logik des hier untersuchten Teils dieser Schrift innerhalb ihres gesamten Aufbaus zu klären, und dies bedeutet vor allem, die Frage zu stellen, ob Kants Erörterung der Kunst und ihrer Eigenheiten sich unmittelbar aus der voraufgehenden Argumentation ergibt, oder ob sie sich gewissermaßen kontingent einstellt.

Die äußere Gliederung suggeriert durchaus einen in der Sache selbst gegebenen Zusammenhang, insofern die Beschäftigung mit der Kunst den – als solchen nicht sonderlich gekennzeichneten – zweiten Teil der "Deduktion der reinen ästhetischen Urteile" bildet. Indessen bietet diese Einteilung aus sich heraus kein unmittelbar ersichtliches Argument, worin der betreffende Zusammenhang des näheren besteht. Wie also, so muß die hier aufgeworfene Frage genauer lauten, gelangt Kant von der Analyse der Struktur des Geschmacksurteils zu seiner Untersuchung der Kunst? Den Schlüssel zur Antwort auf diese Frage bieten die beiden Paragraphen, die dem hier genauer betrachteten Abschnitt der Kritik der Urteilskraft voraufgehen, § 41 "Vom empirischen Interesse am Schönen" sowie § 42 "Vom intellektuellen Interesse am Schönen".

Den konzeptuellen Ausgangspunkt des Gedankengangs, aus dem heraus auch die Charakteristik der Kunst ihre Bedeutsamkeit wie ihre argumentationslogische Schlüssigkeit innerhalb der Systematik der Kritik der Urteilskraft gewinnt, bietet ein Begriff, der in der Tat ins Zentrum von Kants Analyse des Geschmacksurteil führt: der Begriff des Interesses. Während es zum einen zu den entscheidenden Voraussetzungen dieses Geschmacksurteils gehört, daß die Lust am Schönen auf einem interesselosen Wohlgefallen gründet, schließt dies zum anderen nicht aus, daß es gleichwohl ein Interesse an dem schönen Gegenstand gibt, anders gesagt "eine Lust an der Existenz desselben" (296).

Diese Differenzierung steht im größeren Zusammenhang von Kants Anliegen, eine strukturelle Verbindung der Disposition des Menschen zum Ästhetischen mit derjenigen zum Moralischen nachzuweisen. Auch dieses Vorhaben ergibt sich nicht sozusagen nebenher, sondern erwächst seinerseits aus der Logik von Kants Schrift insgesamt, im letzten Grund wohl aus einem systematischen Bedürfnis, das über die Kritik der Urteilskraft hinausreicht. Denn es geht um nichts Geringeres als um ein Verbindungsglied zwischen dem empirischen und dem moralischen Erkenntnisvermögen.

Der Rahmen unserer Untersuchung verbietet es, diesem Interesse als solchem sowie der Stichhaltigkeit von Kants Bemühungen um den Nachweis einer wesenhaften Verbindung von ästhetischem und moralischem Urteil, einer – ebenso schlüssigen wie faktischen – Wechselbeziehung zwischen Geschmack und Sittlichkeit nachzugehen. Er selbst gibt durchaus Zweifel, jedenfalls Zweifel an der unmittelbaren Evidenz des hier von ihm postulierten Zusammenhangs zu erkennen: "Man wird sagen: diese Deutung ästhetischer Urteile auf Verwandtschaft mit dem moralischen Gefühl sehe gar zu studiert aus, um sie für die wahre Auslegung der Chiffreschrift der Natur zu halten, wodurch die Natur in ihren schönen Formen figürlich zu uns spricht" (301). Was uns an dieser Stelle indessen zu interessieren hat, ist der Konnex zwischen der Erörterung des Interesses an der Existenz des Schönen mit demjenigen an einer Analyse der Kunst, und in dieser

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