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Eine Wendung Von der Vernunft zu Emotionen. von Brandsdörfer, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Eine Wendung

Vernunft oder Emotion? Das heißt: Logos oder Mythos? Müssen oder wollen? Wirklichkeit oder Traum? Selbst die Fragestellung ist falsch! Die Wahrheit ist: Vernunft und Emotion! Logos und Mythos! Müssen und wollen! Wirklichkeit und Traum! Denn diese beide Prinzipien/Sphären bestimmen alle unsere Gedanken, Taten und Meinungen. Diese Sphären sind nur eins: der Mensch! Wenn aber die Sphäre der Vernunft, bzw. des Logos, des Müssens und der Wirklichkeit Oberhand gewinnt, wird der Entfaltungsraum der Emotion, des Mythos, des Wollens und des Traums verengt. Das menschliche Ich wird in seinem Drang zur Freiheit und Individualität gehindert und frustriert. Die Wiederherstellung des Gleichgewichts dieser Sphären - jetzt nötiger denn je - ist das unterschwellige und zugleich wichtigste Thema dieses Buches. Thomas Brandsdörfer wurde in Rumänien als Sohn eines Deutschen und einer Russin, die 1917 ihre Heimat verlassen musste, geboren. Seit 1969 ist er im Bereich der Kunst und der Kunsttheorie tätig. Er war Schauspieler, Regisseur, Dramaturg und hat Bühnenbilder und Plakate entworfen. Seine Bühnenadaptation des Werkes Lob der Torheit von Erasmus von Rotterdam hat er in Deutschland uraufgeführt. In Schweden hat Thomas Brandsdörfer eine internationale Kunstgalerie gegründet und über mehrere Jahre geführt. Er hat zahlreiche Kommentare, Artikel und Studien über Kunst in Fachzeitschriften, im Fernsehen und Hörfunk veröffentlicht. In den 70-er Jahren hat er entscheidend bei der Gestaltung der Kunstseiten der Literaturfachzeitschrift Steaua in Cluj Napoca (Klausenburg) mitgewirkt. Seit 1975 schrieb und veröffentlichte der Autor 8 Bücher (5 mit Essays, 3 Romane). Seine in Rumänisch verfassten Schriften signiert er mit dem Pseudonym Vladimir Brândus. Seit 1980 lebt und arbeitet Thomas Brandsdörfer in Düsseldorf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 30.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741244315
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 288kBytes
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Eine Wendung

Vorwort

Für die Leser, die schon einige Schriften von mir kennen, sollte es eine Evidenz sein: Ich habe immer versucht, die Idee mit der Emotion zusammen zu koppeln, d. h. die emotionelle Aura der Ideen als auch den Ideenkern der Emotionen zum Ausdruck zu bringen.

Ich halte es für ein starres Vorurteil zu behaupten, die Welt von Ideen - philosophischen Ideen! - hätte mit der Welt der Emotionen nichts Gemeinsames, und umso mehr zu glauben, dass diese beiden Welten sich gegenseitig ausschließen 1 . Vielmehr ergänzen sich die Sphären der Ideen/Vernunft und die der Emotionen, ja, wiederspiegeln sich, suchen und unterstützen sich sogar gegenseitig, auch wenn dies nicht immer augenscheinlich ist. Denn was das Menschliche ausmacht - der Geist und die Seele - sind nicht zwei unabhängige Monaden, sondern eine komplexe, sehr komplexe Dyade! 2

Nicht weniger wahr ist, dass innerhalb dieser Dyade auch Spannungen entstehen, die nicht selten unversöhnlich sind: der in der Philosophie wohl bekannte und unlösbare Streit zwischen Logos und Mythos. Wobei der Logos auf die Idee und Vernunft gründet, während der Mythos eher auf die Emotionalität des Glaubens abzielt. Die Tatsache, dass dieser Antagonismus fast allgegenwärtig ist und immer innerhalb einer menschlichen Persönlichkeit stattfindet, kann kein Indiz für eine Koexistenz von zwei Monaden (etwa Geist und Seele, oder Vernunft und Emotionen) im menschlichen Komplex sein, sondern ist ein überzeugender Beweis für die Existenz einer Dyade, innerhalb welcher sehr dynamische, manchmal dramatische Prozesse passieren. Weder Geist noch Seele, weder Idee/Vernunft noch Emotion können in einer Synthese je voneinander getrennt werden! Sie sind eins: der Mensch!

In diesem Sinne habe ich in meinen Essays inmitten der analytischen Abhandlung - per se auf Vernunft gegründet (siehe emotionslos!) - Metapher, poetische Vergleiche und Formulierungen, die Emotionen hervorrufen, unerwartet und unkonventionell eingeführt. Mag sein, dass so eine "unorthodoxe" stilistische Abweichung einigen Leser gewöhnungsbedürftig oder sogar skurril erscheint - andere Leser akzeptieren und schätzen diese sogar. Aber der Hauptgrund worauf ich in meinen theoretischen Texten von den poetischen Einführungen nicht Abstand nehmen werde, sind meine oben skizzierten philosophischen Überzeugungen.

Jedoch mit dieser "stilistischen Marke" in meinen theoretischen Texten ist für mich das Thema der Dyade Idee-Emotionen bei weitem nicht ausgeschöpft. In meinem im Jahre 2005 geschriebenen Roman Die schöne Insel führe ich zwei achtbare Figuren ein: der gelehrte Horatio und sein Gegenpart Felix. Horatio ist ein Mensch der Vernunft, der sich fast jegliche Emotion verbietet, während Felix - mindestens ebenso hochgebildet, wie der erste! - eindeutig ein Mensch der Gefühle ist. Auch wenn die Beiden heftige Auseinandersetzungen haben, ist es immer Felix der, der gewinnt! Besonders vor dem Tod! Es ist hier fast überflüssig zu betonen, dass Horatio und Felix ein und dieselbe Person sind, dass die Beiden eine Dyade und nicht zwei Monaden(!) sind (auch wenn ich sie im Roman aus dramaturgischen Gründen künstlich getrennt habe).

Weitere fast zehn Jahre hat mich dieses Thema, mehr oder weniger unterschwellig, verfolgt.

Nach einem Herzversagen - lebensbedrohlich, aber mit Erfolg von den Ärzten behandelt - konnte ich länger als ein Jahr weder schreiben noch lesen; ich kann mir selbst diesen "Stopp" in meiner geistigen Aktivität nicht erklären! Als dieser zu Ende war, schrieb ich am Anfang sehr vorsichtig, stellenweise sogar unsicher (ich wollte mir beweisen, dass ich wieder schreiben konnte!). Zum Glück wurden die Texte immer tiefgreifender und, meines Erachtens nach, immer besser. Es war aber unverkennbar, dass viele Abschnitte und sogar einige Titel im Ganzen stark emo

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