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Arschlöcher - eine Theorie von James, Aaron (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.03.2014
  • Verlag: Riemann
eBook (ePUB)
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Arschlöcher - eine Theorie

Jeder kennt eines
Man begegnet ihnen überall: im Job, in der Schule, im Freundeskreis, in der Politik, in Geschichtsbüchern, im Fernsehen oder im Straßenverkehr. Mitunter sogar in der Familie. Man könnte sie auch als Mistkerle, Tyrannen, Wichtigtuer, Intriganten oder Egomanen beschimpfen. Arschlöcher sind eine Zumutung. Doch was genau macht ein Arschloch aus? Warum sind es oft Männer? Weshalb bringen manche Länder mehr Arschlöcher hervor als andere? Ist der Kapitalismus schuld? Oder ist es eine Frage des Charakters? Und können wir uns überhaupt wohl fühlen in einer Gesellschaft, wo Arschlöcher sprießen wie Unkraut? Aaron James beschäftigen diese und weitere Fragen. Seine Theorie ist so intelligent wie unterhaltsam und enthält darüber hinaus eine nützliche Gebrauchsanleitung für den Umgang mit A .

Aaron James promovierte an der Harvard University und hält eine Professur für Philosophie an der University of California, Irvine. Neben seiner Tätigkeit als Dozent und Buchautor (u.a. auch "Fairness in Practice: A Social Contract for a Global Economy") ist er ein leidenschaftlicher Surfer.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 24.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641101947
    Verlag: Riemann
    Originaltitel: Assholes: A Theory
    Größe: 320 kBytes
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Arschlöcher - eine Theorie

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Eine Theorie

Stanley McChrystal, General der US-Streitkräfte und Kommandeur der ISAF in Afghanistan, hat, wie es heißt, im Sommer 2010 die zivile Militärführung der USA in einer Weise diskreditiert, die Präsident Barack Obama keine andere Wahl ließ, als dem General den Rücktritt nahezulegen. McChrystals Mangel an Respekt in dieser Sache war offenkundig, doch wie McChrystal andere, weniger staatstragende Angelegenheiten handhabte, sagt fast noch mehr über ihn aus. Hierzu gibt es eine ganz aufschlussreiche Geschichte. Einmal wurde McChrystal von seinem Stabschef darüber informiert, dass man ihn zu einem Dinner mit den NATO-Verbündeten in Paris erwarte – zum einen, um dort um Unterstützung für den Afghanistan-Krieg der USA zu werben, zum anderen, weil, wie der Stabschef es ausdrückte, "das eben zum Job gehört". Daraufhin hielt McChrystal ihm seinen ausgestreckten rechten Mittelfinger unter die Nase und fragte ihn: "Und? Gehört das auch zum Job?" 1

Doch was Unverschämtheit und Respektlosigkeit angeht, gibt es durchaus Zeitgenossen, neben denen General McChrystal aussieht wie ein Waisenknabe – zum Beispiel General Douglas MacArthur. Während des Koreakrieges war MacArthurs Wille Gesetz, im Großen wie im Kleinen. So forderte er öffentlich Präsident Truman heraus, weil er unbedingt Atomwaffen gegen Korea einsetzen wollte. MacArthur ging dabei so weit, dass er, als er und Truman sich auf Wake Island zur Beilegung ihrer Differenzen treffen sollten, als Erster auf der Insel eintraf, und dem Flugzeug des Präsidenten keine Landeerlaubnis erteilte. Der Präsident, MacArthurs Oberbefehlshaber, musste dadurch endlose Warteschleifen drehen. Als er schließlich die Landebahn betrat, wirkte er wie dessen Untergebener.

Als Truman später erklärte, weshalb er MacArthur seines Kommandos enthoben habe, sagte er: "Ich habe ihn gefeuert, weil er die Autorität des Präsidenten nicht anerkannt hat. Ich habe ihn nicht gefeuert, weil er ein dämlicher Hurensohn ist, obwohl er das ist, aber das verstößt bei Generälen nicht gegen das Gesetz." 2 Offensichtlich hielt Truman sich im Ton zurück, denn es wäre vollkommen gerechtfertigt gewesen, MacArthur ein Arschloch zu nennen.

Und diese Episode ist keineswegs ein Einzelfall – in der Geschichte und im öffentlichen Leben wimmelt es nur so von Arschlöchern. Neben den erwähnten außer Kontrolle geratenen Generälen gibt es da auch noch solche Zeitgenossen wie den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi oder den früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Auch der selbstverliebte Immobilien- und Entertainment-Tycoon Donald Trump, der frühere FIFA-Präsident Josef "Sepp" Blatter, die menschenverachtenden Pop-Musik-Juroren Dieter Bohlen und Simon Cowell oder der unverschämte TV-Moderator Oliver Pocher gehören in diese Kategorie. Das Fernsehen präsentiert uns tagtäglich solche Arschlöcher, die zum Beispiel als Moderatoren permanent ihre Gäste unterbrechen. Auch im Talk-Radio finden wir sie, wo derjenige die meiste Sendezeit abkriegt, der seine Lügen und Beleidigungen am marktschreierischsten an den Zuhörer bringt. Obwohl ein derartiges Gebaren den Stil der öffentlichen Diskussion, die für jede Demokratie lebenswichtig ist, nachweislich unterminiert, werden die durchgeknallten Moderatoren reich und berühmt – und amüsieren sich auch noch blendend bei ihrem Treiben.

All das wirft eine im Grunde philosophische Frage auf: Was macht das Arschloch zum Arschloch? Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach, obwohl wir immer wieder mit Menschen zu tun hab

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