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Die Simpsons und die Philosophie Schlauer werden mit der berühmtesten Fernsehfamilie der Welt

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2016
  • Verlag: Tropen
eBook (ePUB)
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Die Simpsons und die Philosophie

"Wer sich jetzt noch einmal daran erinnern möchte, warum diese Serie zum Brillantesten gehört, was die nicht so reiche Weltkultur der vergangenen Jahrzehnte hervorgebracht hat, sollte ?Die Simpsons und die Philosophie? lesen." Daniel Kehlmann, Cicero Seit über zwanzig Jahren gilt "Die Simpsons" als beste und beliebteste Fernsehserie der Welt. Der Erfolg zeigt, dass die Simpsons mehr sind, als nur irgendeine Familie. An Marges Küchentisch und in den Straßen von Springfield treten die Grundfragen der Menschheit off en zu Tage. In elf brillanten und komischen Essays denken elf Philosophen über "Die Simpsons" und die Philosophie nach. William Irwin ist Assistenz-Professor für Philosophie am King's College in Pennsylvania. Mark T. Conard ist Schriftsteller, Philosoph und lebt in Philadelphia. Aeon J. Skoble ist Assistenz-Professor für Philosophie an der United States Military Academy in West Point.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 27.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608100518
    Verlag: Tropen
    Originaltitel: The Simpsons an Philisophy: The Doh! of Homer
    Größe: 3771 kBytes
    Idee von: Groening, Matt
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Die Simpsons und die Philosophie

Lisa und der amerikanische Antiintellektualismus Aeon J. Skoble

Die amerikanische Gesellschaft hegt seit jeher eine Hassliebe gegenüber Intellektuellen. Einerseits begegnet sie Professoren oder Wissenschaftlern mit einem gewissen Respekt, lehnt jedoch andererseits intelligente oder studierte Menschen ab, allen voran Elfenbeinturmbewohner mit ihrem angelesenen "Bücherwissen". Die republikanischen Ideale der Gründerväter setzen zwar eine aufgeklärte Bürgerschaft voraus, doch wird heutzutage schon eine auch nur halbwegs anspruchsvolle Analyse politischer Themen als "elitär" angeprangert. Historiker genießen Respekt, aber ihre Meinung wird leicht übergangen mit der Begründung, sie sei letztlich auch nicht mehr wert als die eines einfachen Arbeiters. Populistische Kommentatoren und Politiker beuten diese Ablehnung von Expertenwissen oft aus, indem sie etwa dem politischen Gegner vorwerfen, er käme von einer Eliteuniversität - wobei sie in Wahrheit einen ähnlichen Bildungshintergrund haben (oder sich auf politische Berater aus diesem Umfeld stützen).

Es ist vergleichbar mit Ärzten in einem Krankenhaus, die einen Bioethiker konsultieren, dessen Rat jedoch in den Wind schlagen, weil er ihnen zu abstrakt erscheint und zu wenig Bezug zur medizinischen Realität hat. Viele Leute stärken ihre Position gern durch Expertenwissen, beschwören dann aber populistische Gefühle, sobald die Experten ihre Sichtweise nicht unterstützen. Ich kann also meine Argumentation mit dem Zitat eines Experten stützen, der mit mir übereinstimmt; ist er jedoch anderer Meinung, tue ich sie mit den Worten ab: "Was weiß der denn schon?" oder "Auch ich habe ein Recht auf meine Meinung". Seltsamerweise gibt es diesen Antiintellektualismus sogar unter Intellektuellen. An vielen Universitäten haben zum Beispiel unter den Studierenden und Lehrenden die klassischen Studienfächer, und hier vor allem die Geisteswissenschaften, an Bedeutung verloren. Der Trend geht eindeutig dahin, berufsvorbereitende Programme zu entwickeln und die berufliche "Relevanz" zu betonen. Die traditionellen Geisteswissenschaften gelten dagegen nur noch als Luxus oder als Ergänzungsfächer, nicht aber als richtige Ausbildung. Ihr Wert wird höchstens darin gesehen, Fähigkeiten wie strukturelles oder kritisches Denken zu fördern.

Dabei scheint es periodische Schwankungen zu geben: In den Fünfzigern und frühen Sechzigern, als die USA sich bei der Weltraumforschung im Wettbewerb mit der Sowjetunion befanden, genossen Wissenschaftler großen Respekt. Heutzutage schwingt das Pendel zur anderen Seite aus, und der gegenwärtige Zeitgeist hält alle Meinungen für gleichermaßen gültig. Dennoch scheinen die Menschen immer noch an den Meinungen der so genannten Experten interessiert zu sein. Schon ein flüchtiger Blick auf Fernseh-Talkshows oder Leserbriefe in Zeitungen enthüllt diesen Zwiespalt. So lädt eine Talkshow etwa einen Experten ein, weil die Zuschauer vermutlich dessen Meinung hören wollen. Stimmen jedoch die Gesprächsteilnehmer oder Zuschauer dem Experten nicht zu, wird behauptet, ihre Sichtweisen seien genauso viel wert. Eine Zeitung wird vielleicht auf der Meinungsseite einen Spezialisten zu Wort kommen lassen und daraufhin Leserbriefe erhalten, denen die Behauptung zugrunde liegt, dass "keiner wirklich alles weiß" oder letztlich "alles subjektiv" sei. Diese letzte Erklärung ist besonders heimtückisch: Wenn es nämlich stimmt, dass alles nur eine Frage der persönlichen Einstellung ist, dann würde daraus folgen, dass meine Meinung genauso relevant ist wie die des Experten; jegliche fachliche Kompetenz wäre überflüssig.

Man kann also mit gutem Grund behaupten, dass die amerikanische Gesellschaft mit den Intellektuellen im Clinch liegt. 1 Respekt vor ihnen scheint Hand in Hand zu gehen mit Vorbehalten. Das ist ein ebenso merkwürdiges wie wichtiges gesellschaftliches Problem: Wir stehen nämlich am Rande eines "neuen Mittelalters", wo Sachvers

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