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Glück kommt von Denken Die Kunst, das eigene Leben in die Hand zu nehmen von Bennent-Vahle, Heidemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2014
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Glück kommt von Denken

Selber leben, statt gelebt zu werden, ist gar nicht so einfach. Um sich nicht fremdbestimmen zu lassen, braucht es Selbstbewusstsein, Mut und Vernunft. Heidemarie Bennent-Vahle zeigt, wie wir mitten im rasenden, komplexen Leben innehalten und ins Denken geraten können. Das philosophische Denken, die Fähigkeit zur Selbstdistanzierung und zum nachdenklichen Ausloten der eigenen Situation, eröffnet neue Perspektiven jenseits der gängigen Selbstverwirklichungs-Credos. Lebendig und flott geschrieben, schöpft dieses Buch aus der Fülle der großen Themen: Lebensziele, Partnerschaft, Sex, Erziehung, Älterwerden, Selbstdistanz, Freiheit und das Miteinander mit den anderen. "Das Denken tut dem Menschen gut, wenn er es nämlich selber tut." Frei nach Wilhelm Busch Dr. Heidemarie Bennent-Vahle ist Philosophin und Logotherapeutin. Sie führt eine Philosophische Praxis in Henri-Chapelle (Belgien) und ist Mitglied im Vorstand der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 27.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451804502
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3723 kBytes
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Glück kommt von Denken

Einleitung

Philosophie ist, worauf man beinahe von selbst gekommen ist.

(Hans Blumenberg)

Wenn das Licht aus dem Raum getragen worden ist und meine Frau nichts mehr sagt - sie ist nämlich schon mit meiner Gewohnheit vertraut -, dann durchforste ich meinen gesamten Tag und gehe meine Taten und Worte noch einmal durch. Ich verhehle mir nichts und übergehe auch nichts. Warum sollte ich auch vor irgendeinem meiner Fehler Angst haben? Ich kann doch sagen: "Sieh zu, dass Du das nicht mehr tust. Dieses Mal verzeihe ich Dir noch."

(Seneca)

Die meisten Leute ahnen nicht, wie viel besser es ihnen gehen würde, wenn sie hin und wieder einmal sehr gründlich nachdenken würden. In dieser Angelegenheit ist ganz und gar auf eine Diagnose der Philosophin Hannah Arendt zu setzen, die das Denken zur wesentlichen Voraussetzung einer voll entfalteten Vitalität macht. Ohne Denken treiben wir wie narkotisiert durchs Leben und erleiden schlimmstenfalls eine Art seelisch-geistigen Erstickungstod.

Schenkt man einer Reihe von renommierten Beobachtern der gegenwärtigen westlichen Gesellschaften Glauben, so befindet sich eine nicht unerhebliche Zahl von Zeitgenossen in einem Zustand gesteigerter Erschöpfung. Viele fühlen sich überfordert von dem hohen Anspruch, ein erfolgreiches, kreatives und selbstverwirklichtes Leben zu führen, und sacken, ohne es recht zu bemerken, ermattet in sich zusammen, noch bevor das Lebensschiff so recht in Fahrt kommt. Während die einen sich schon früh wie gelähmt, niedergedrückt und verlangsamt fühlen, gleiten andere auf dem Strom sich anbietender Möglichkeiten scheinbar geschmeidig dahin, sind erfolgreich, zielorientiert, sorglos und brechen doch irgendwann in der Mitte des Lebens entzwei - nicht selten ausgelöst durch Trennung, berufliche Bruchlandungen oder Krankheit.

Dass hier das philosophische Nachdenken und nicht allein die therapeutisch angeleitete Selbstreflexion hilfreich sein kann, ist die Kernthese dieses Buches. Ich möchte sogar so wagemutig sein zu sagen, dass in vielen Fällen das Philosophieren nachhaltiger wirkt als jede selbstbezogene Nabelschau, insofern es einen weiteren Bogen spannt und uns dazu verhilft, über den Tellerrand unseres kleinen, schmächtigen Ichs hinauszublicken. Worin aber unterscheidet sich ein philosophisch angeleitetes Leben von einem nichtphilosophischen? Warum ist es heute mehr denn je so anstrengend, ein "philosophisches Leben" zu führen? Und warum sollte man überhaupt ein solches führen, wenn Mühen in Aussicht gestellt werden?

Soll das Denken vitalisierend wirken, so muss wohl mehr damit gemeint sein als die vertraute Hintergrundmusik flüchtiger Gedanken und routinierter Überlegungen, die unser alltägliches Leben permanent begleiten. Auch wenn es erst das Endziel dieses Buches ist, von der Besonderheit und unverzichtbaren Bedeutung des Philosophierens zu überzeugen, so lassen sich jetzt schon zwei Merkmale dieser Denkform absehen. Erstens: Da sie auf ein grundsätzlicheres Nachdenken zielt, ist sie beschwerlich, und man kann sie nicht dauerhaft durchhalten. Es wird also darauf ankommen, den richtigen Moment abzupassen, oder, wenn dieser versäumt wurde, wenigstens jenen zweiten oder dritten Moment zu ergreifen, an dem es noch gelingen kann, den Schaden zu begrenzen. Zweitens: Damit die Verlebendigung des Denkens wirkt, muss man selbst der Urheber seiner Gedanken sein. Frei nach Wilhelm Busch könnte man in humoriger Tonlage formulieren: "Das Denken tut dem Menschen gut, wenn er es nämlich selber tut."

Was es heißt, etwas selbst zu tun, eigenursprünglich - und nicht außengelenkt, fremdbestimmt oder aus zweiter Hand - zu denken, das soll das zentrale Thema in den letzten Kapiteln dieses Buches sein. Es geht dabei um nicht mehr und nicht weniger als unser Lebensglück. Obwohl es viele hochintelligente, kluge und gebildete Menschen gibt, ist anzunehmen, dass das Denken als praktische Lebenskunst, als Leb

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