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Philosophie des 19. Jahrhunderts Von Kant bis Nietzsche von Zöller, Günter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2018
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Philosophie des 19. Jahrhunderts

Die Philosophie des 19. Jahrhunderts in 13 Porträts: beginnend mit Kant und dem deutschen Idealismus - Fichte, Schelling und Hegel - über deren radikale Nachfolger und kritische Fortführer - Schopenhauer, Kierkegaard und Feuerbach - zu fünf originellen Auseinandersetzungen mit der modernen Gesellschaft - Marx, Tocqueville, Thoreau, Comte, Mill. Am Ende steht Nietzsches heroischer Gegenentwurf zur Moderne. In jedem Porträt legt Günter Zöller den Fokus auf einen Grundbegriff des Denkens der Epoche, darunter Vernunft, Freiheit, Existenz, Arbeit, Gleichheit und Einsamkeit. Günter Zöller ist Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 15.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406721298
    Verlag: Verlag C.H.Beck
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Philosophie des 19. Jahrhunderts

2. Die Philosophie der Freiheit: Johann Gottlieb Fichte

"Was für eine Philosophie man wählt, hängt demnach davon ab, was man für ein Mensch ist: denn ein philosophisches System ist nicht ein toter Hausrat, den man ablegen oder annehmen könnte, wie es uns beliebt, sondern es ist beseelt durch die Seele des Menschen, der es hat."

J. G. Fichte, Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre (1797 / 98)

Das Leben und Wirken von Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), der aus äußerst ärmlichen Verhältnissen in der Oberlausitz stammt, steht ganz im Zeichen der zeitgenössischen politischen Ereignisse, auf die er in philosophischen und populären Vorlesungen und Schriften analytisch und kritisch reagiert - von der Französischen Revolution über das Kaiserreich Napoleons bis zur politisch-militärischen Erhebung gegen dessen Vorherrschaft in Europa. Nachdem seine erste Buchveröffentlichung ( Versuch einer Kritik aller Offenbarung , 1792) zunächst für ein Werk Kants gehalten wird, nimmt Fichtes Karriere einen meteorischen Verlauf, in dessen Zenit eine Professur an der Universität Jena (1794-1799) steht und die nach einer öffentlichen Kontroverse über seinen angeblichen Atheismus und dem daraus resultierenden Verlust seines akademischen Amtes ihr frühes Ende findet.

Die nächsten zehn Jahre verbringt Fichte zumeist in Berlin als Privatgelehrter mit regelmäßiger selbstorganisierter Vorlesungstätigkeit, darunter der kritischen Auseinandersetzung mit der geistigen Situation seiner Zeit ( Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters , 1804 / 05; Reden an die deutsche Nation , 1807 / 08). Nach seiner Berufung an die neu gegründete Berliner Universität lehrt Fichte noch einmal für vier Jahre (1810-1814), ohne aber den Einfluss und die Wirksamkeit seiner frühen Lehrtätigkeit wieder zu erreichen. Ein Großteil seines philosophischen uvre wird erst posthum bekannt und beachtet. Zu Fichtes Hörern zählen in Jena Hölderlin und Novalis, in Berlin Schopenhauer. Besonders prägend ist sein Werk für die Frühromantiker um Friedrich Schlegel.

Schon früh ersetzt Fichte bei der Darstellung seines Denkens in Wort und Schrift den traditionellen Terminus "Philosophie", wörtlich "Weisheitsliebe", durch den Ausdruck "Wissenschaftslehre". Damit ist zum einen der in der Nachfolge Kants erhobene Anspruch auf die Philosophie als eine Wissenschaft wiedergegeben, zum anderen aber auch die Bescheidung der Philosophie auf die Vermittlung von Wissen unter Ausschluss von Weisheit, die nicht eigentlich vermittelt werden kann, sondern die die einzelne Person auf der Grundlage des philosophischen Wissens je für sich erstreben und erlangen soll. Für Fichtes Philosophieren ist durchweg charakteristisch, dass es rigoroses Argumentieren, das im eigenständigen Denken nachvollzogen werden soll, mit dem emphatischen Appell zur Umsetzung der vermittelten Einsichten im eigenen persönlichen Leben verbindet.

Im Zentrum von Fichtes Philosophieren steht, wie schon bei Kant, als dessen authentischen Nachfolger, Fortsetzer und Vervollständiger Fichte sich versteht, die Freiheit. Fichte teilt auch Kants Strategie, der Freiheit samt ihrer Gesetzessphäre - der Sittenwelt, einschließlich der Gebiete von Recht und Ethik, aber auch von Politik und Geschichte - dadurch Raum zu verschaffen, dass der Geltungsbereich der Natur und ihrer Gesetze als prinzipiell eingeschränkt nachgewiesen wird. Doch anders als Kant, bei dem die Gesetzesordnungen von Natur und Freiheit strikt voneinander getrennt sind und nebeneinander zu stehen kommen ("System der Natur", "System der Freiheit"), sucht Fichte von Anfang an die Integration der beiden bei Kant noch separaten Systeme in ein einziges System von Natur wie Freiheit, das seinerseits ganz im Zeichen der Freiheit steht. Aus Fichtes Sicht ist die N

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