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Philosophie für Anfänger von Sokrates bis Sartre Ein Wegbegleiter durch die abendländische Philosophie von Ralf Ludwig von Ludwig, Ralf (eBook)

  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
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Philosophie für Anfänger von Sokrates bis Sartre

Philosophen leicht verstehen Wer einen leicht verständlichen Überblick über die abendländische Geschichte der Philosophie von den Vorsokratikern bis ins 20. Jahrhundert braucht, wird hier fündig: Dieses Buch bietet eine Kombination von Philosophiegeschichte und Lexikon in chronologischer Anordnung. Die wichtigsten Philosophen werden in sehr salopper Sprache vorgestellt. Der Aufbau mit Haupt- und Nebenartikeln lässt rasches Nachschlagen zu. Ralf Ludwig studierte Theologie und Philosophie, promovierte über Kant, war evangelischer Pastor und unterrichtete am Gymnasium. Seit einigen Jahren lebt er als freier Schriftsteller in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423422826
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Größe: 2158 kBytes
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Philosophie für Anfänger von Sokrates bis Sartre

Philosophie der Antike

1. Der Aufbruch des Denkens: Die Philosophen vor Sokrates

Als Vorsokratiker gelten seit dem späten 19. Jahrhundert die Denker, die entweder vor Sokrates lebten oder von dessen Philosophie noch nicht beeinflusst waren. Von den Werken dieser Pioniere des Geistes sind leider nur Bruchstücke in späteren Zeugnissen überliefert. Trotzdem verdanken wir gerade diesen Männern den Aufbruch zu einem neuen Denken. Faszinierend ist ein Blick auf die Geburtsstunde der abendländischen Philosophie.

Ab der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. macht aus bislang unerklärlichen Gründen das Denken des Menschen an verschiedenen Punkten der Erde, die in keinerlei Verbindung miteinander standen, einen unerwarteten Sprung: in Indien mit Buddha, in China mit Lao-tse und Konfuzius, in Persien mit Zarathustra und unter den Griechen mit den Vorsokratikern. Karl Jaspers nennt dies die "Achsenzeit der Weltgeschichte".

Neues Denken bedeutet stets Ablösung von altem Denken. Was aber war das alte Denken, und warum wurde gerade diese Ablösung zur Geburtsstunde der Philosophie?

Der Grund liegt in der folgenschweren Tatsache, dass die vorsokratischen Denker sich von der wichtigsten Voraussetzung abgesetzt haben, die das Denken in naiv-religiöser Geborgenheit gefangen hielt.

Die Rede ist vom Mythos (griech. mythos : "Wort, Rede", später: "Fabel, Sage"). Mit Mythen versuchen die Menschen, die Welt gedanklich zu formen. Äußerungen der Natur - von der Entstehung der Welt bis hin zu ihrem möglichen Ende - werden ängstlichen oder freudigen Sinnes erfasst, verarbeitet und zu Antworten geformt. Der Blitz als Zorn des Göttervaters, die peitschende See als Rache des Meeresgottes und der Regen als segensreiche göttliche Antwort auf Opfergaben: Das alles ist nicht lächerlich, sondern zuerst einmal kulturgestaltend.

Friedrich Nietzsche hat den Mythos zu Unrecht diffamiert, indem er ihn das "Faulbett des Denkens" nannte. Der Mythos war eine wichtige Vorstufe zur Systematisierung von zusammenhanglosen Annahmen über die Anfänge der Welt, die Geburt der Götter usw. Die Tendenz, all das zu systematisieren, ist zwar schon bei Hesiod (um 700 v. Chr.) zu beobachten, aber die eigentliche Befreiung stand noch aus: das Bestreben, alles Wirkliche aus Prinzipien abzuleiten. So ist der Übergang vom Mythos zur Philosophie der Schritt vom bildhaft-anschaulichen zum begrifflich abstrakten Denken.

Dies war der Aufbruch des Abendlandes zu eigenständigem wissenschaftlichen Denken und machte die Vorsokratiker zu wahren Pionieren des Geistes.
a. Die ionischen Naturphilosophen

Bezeichnend für die Anfänge des neuen Denkens ist, dass sie außerhalb der attischen Polis einsetzten. Der ionische Küstenstreifen, heute die türkische Westküste, hatte nicht nur eine handelspolitische Bedeutung, sondern war auch die kulturelle Nahtstelle zwischen Morgenland und Abendland - offen für neue Ideen und kulturelle Errungenschaften anderer Völker. Im Schnittpunkt der Handelswege lag Milet mit seinen vier Häfen, mehreren Speichern und Schiffshäusern. Es war die Mutterstadt von 80 griechischen Pflanzstädten, die von Ägypten bis zum Schwarzen Meer reichten. Der Umschlagplatz Milet war auch für die Textüberlieferung von zentraler Bedeutung: Aus Ägypten wurde Papyrus eingeführt, der wichtigste Beschreibstoff des Altertums.

Thales von Milet (624-545 v. Chr.) Sein Verdienst ist es, die Frage nach einem umfassenden Prinzip des Seins als Erster gestellt zu haben. Die Annahme einer einheitlichen Substanz, von Thales als materieller Grundstoff angesehen, war für ihn Voraussetzung dafür, dass Prozesse wie Werden, Sein, Bestehen und Vergehen überhaupt verständlich sind. Trotz massiver Ungereimtheiten führt daher der Denker aus Milet den Titel Vater der Philosophie nicht zu Unrecht.

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