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Gesammelte philosophische Werke Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele + Philosophische Gespräche + Über die Frage: was heißt aufklären? + Morgenstunden oder Vorlesungen über das Daseyn Gottes und mehr von Mendelssohn, Moses (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2015
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte philosophische Werke

Dieses eBook: 'Gesammelte philosophische Werke' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Moses Mendelssohn (1729-1786) war ein deutscher Philosoph der Aufklärung und gilt als Wegbereiter der Haskala. Auf Lessings Rat hin übersetzte Mendelssohn das 1755 in Amsterdam erschienene Werk Rousseaus Discours sur l'origine et les fondements de l'inégalité parmi les hommes. 1763 gewann Mendelssohn, vor Immanuel Kant, mit einem philosophischen Aufsatz den Ersten Preis der 'Königlichen Academie' (der späteren Preußischen Akademie der Wissenschaften) und wurde damit als Denker allgemein anerkannt. 1767 veröffentlichte er Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele. Dieses Werk ist eine Interpretation des platonischen Dialogs Phaidon, 'modernisiert und in Wolffische Metaphysik verwandelt' (Hegel). Inhalt: Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele Philosophische Gespräche Ueber die Frage: was heißt aufklären? Morgenstunden oder Vorlesungen über das Daseyn Gottes An die Freunde Lessings (Mendelssohns' Replik auf Friedrich Heinrich Jacobis Schrift 'Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn') Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn (Friedrich Heinrich Jacobi) Betrachtungen über die Quellen und die Verbindungen der schönen Künste und Wissenschaften Pope ein Metaphysiker! Gedanken von dem Wesen der Ode Von der Lyrischen Poesie

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 15.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026832980
    Verlag: e-artnow
    Größe: 912 kBytes
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Gesammelte philosophische Werke

Erstes Gespräch

Inhaltsverzeichnis

ECHEKRATES, PHÄDON, APOLLODORUS, SOKRATES, CEBES, KRITO, SIMMIAS.

ECHEKRATES
Warst du selbst mein Phädon ! denselben Tag beym Sokrates, als er im Kerker den Gift zu sich nahm, oder hat es dir jemand erzählet?

PHÄDON
Ich selbst, Echekrates! war da.

ECHEKRATES
Was sprach der Mann vor seinem Tode? wie starb er? Wenn mir doch jemand alles umständlich erzählen wollte! die Phliasischen Bürger kommen itzt selten nach Athen, und auch von daher ist schon lange kein Gast zu uns gekommen, der uns dergleichen Nachrichten hätte überbringen können. So viel haben wir vernommen: Sokrates hat Gift getrunken und ist gestorben; nicht den geringsten Umstand mehr.

PHÄDON
Nichts von seiner Verurtheilung?

ECHEKRATES
O ja! Das hat uns jemand erzählet. Wir verwunderten uns noch, daß man ihn, nachdem er bereits verurtheilet gewesen, noch so lange hat leben lassen. Wie kam dieses, Phädon?

PHÄDON
Ganz von ungefähr, Echekrates . Es traf sich eben, daß das Schiff, welches die Athenienser jährlich nach Delos zu schicken pflegen, den Tag vor seiner Verurtheilung bekränzt wurde.

ECHEKRATES
Und dieses Schiff -

PHÄDON
soll, wie die Athenienser sagen, dasselbe Fahrzeug seyn, in welchem einst Theseus die sieben Paar Kinder unbeschädigt nach Kreta hin und wieder zurück gebracht hatte. Die Stadt soll, wie man hinzusetzt, dem Apollo damals das Gelübde gethan haben, ihm jährlich in diesem Schiffe stattliche Geschenke nach Delos zu schicken, wenn diese anders ohne Schaden zurück kommen würden; und seit der Zeit hat man dem Gotte noch immer Wort gehalten.
Wenn das heilige Schiff abgehen soll, so behänget der Priester des Apollo das Hintertheil desselben mit Kränzen, und sofort nimmt die Feyer der Theorie ihren Anfang. Dieses Fest dauert so lange, bis das Schiff zu Delos angelangt, und von da wieder zurück gekommen ist, binnen welcher Zeit die Stadt gereiniget wird, und nach dem Gesetze niemand öffentlich hingerichtet werden darf. Wenn das Schiff von widrigen Winden aufgehalten wird, so können die Verurtheilten hiedurch lange Frist gewinnen.
Der Zufall fügte es, wie ich schon vorhin gesagt, daß die Bekränzung des Schiffes einen Tag vorher geschahe, ehe Sokrates verurtheilet worden; und darum verstrich eine so geraume Zeit zwischen seiner Verurtheilung und seinem Tode.

ECHEKRATES
Aber den letzten Tag, Phädon ! wie gieng es da? Was hat er gesprochen? Was hat er gethan? Welche Freunde waren in der Todesstunde bey ihm? Oder wollten die Archonten niemanden zu ihm lassen? und verschied er, ohne einen Freund um sich zu haben?

PHÄDON
Keinesweges! es waren ihrer viele zugegen.

ECHEKRATES
Halten dich keine Geschäffte ab, Phädon, so erzähle mir, was sich dabey zugetragen. Ich bin sehr begierig, alle Umstände von dieser wichtigen Begebenheit zu erfahren.

PHÄDON
Und ich eben so willig, sie dir zu berichten. Ich habe niemals Geschäffte, so oft ich mich vom Sokrates unterhalten kann. Was ist angenehmer, als sich dieses Mannes zu erinnern, von ihm zu reden oder reden zu hören?

ECHEKRATES
Deine Zuhörer, Phädon , sind der nehmlichen Gesinnung. Erzähle also alles, so genau und so umständlich, als es dir möglich ist.

PHÄDON
Ich war zugegen, Freund! aber mir war wunderbar zu Muthe. Ich fühlte kein Mitleiden, kein solches Beklemmen, als wir zu empfinden pflegen, wenn ein Freund in unsern Armen erblasset. Der Mann schien mir glückselig, beneidenswerth, Echekrates! so sanft, so ruhig war sein Betragen in der Todesstunde, so gelassen waren seine letzten Worte. Sein Thun dünkte mich, nicht wie eines Menschen, der vor seiner Zeit zu den Schatten des

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