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Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele Leben und Charakter des Sokrates + Phädon in drei Gesprächen von Mendelssohn, Moses (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele

Dieses eBook: 'Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Moses Mendelssohn (1729-1786) war ein deutscher Philosoph der Aufklärung und gilt als Wegbereiter der Haskala. 1767 veröffentlichte er Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele - einen viel gelesenen philosophischen Text, der in mehreren Auflagen erschien und in zehn Sprachen übersetzt wurde. Dieses Werk ist eine Interpretation des platonischen Dialogs Phaidon, 'modernisiert und in Wolffische Metaphysik verwandelt' (Hegel). Seinen Dialogen stellte Mendelssohn - von Zeitgenossen als 'deutscher Sokrates' bezeichnet - eine lesenswerte Biographie zu 'Leben und Charakter des Sokrates' voran.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 329
    Erscheinungsdatum: 21.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026820055
    Verlag: e-artnow
    Größe: 511 kBytes
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Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele

Phädon, oder über die Unsterblichkeit der Seele.

Inhaltsverzeichnis

Erstes Gespräch.

Inhaltsverzeichnis

ECHEKRATES, PHÄDON, APOLLODORUS, SOKRATES, CEBES, KRITO, SIMMIAS.

ECHEKRATES
Warst du selbst mein Phädon ! denselben Tag beym Sokrates, als er im Kerker den Gift zu sich nahm, oder hat es dir jemand erzählet?

PHÄDON
Ich selbst, Echekrates! war da.

ECHEKRATES
Was sprach der Mann vor seinem Tode? wie starb er? Wenn mir doch jemand alles umständlich erzählen wollte! die Phliasischen Bürger kommen itzt selten nach Athen, und auch von daher ist schon lange kein Gast zu uns gekommen, der uns dergleichen Nachrichten hätte überbringen können. So viel haben wir vernommen: Sokrates hat Gift getrunken und ist gestorben; nicht den geringsten Umstand mehr.

PHÄDON
Nichts von seiner Verurtheilung?

ECHEKRATES
O ja! Das hat uns jemand erzählet. Wir verwunderten uns noch, daß man ihn, nachdem er bereits verurtheilet gewesen, noch so lange hat leben lassen. Wie kam dieses, Phädon?

PHÄDON
Ganz von ungefähr, Echekrates . Es traf sich eben, daß das Schiff, welches die Athenienser jährlich nach Delos zu schicken pflegen, den Tag vor seiner Verurtheilung bekränzt wurde.

ECHEKRATES
Und dieses Schiff -

PHÄDON
soll, wie die Athenienser sagen, dasselbe Fahrzeug seyn, in welchem einst Theseus die sieben Paar Kinder unbeschädigt nach Kreta hin und wieder zurück gebracht hatte. Die Stadt soll, wie man hinzusetzt, dem Apollo damals das Gelübde gethan haben, ihm jährlich in diesem Schiffe stattliche Geschenke nach Delos zu schicken, wenn diese anders ohne Schaden zurück kommen würden; und seit der Zeit hat man dem Gotte noch immer Wort gehalten.

Wenn das heilige Schiff abgehen soll, so behänget der Priester des Apollo das Hintertheil desselben mit Kränzen, und sofort nimmt die Feyer der Theorie ihren Anfang. Dieses Fest dauert so lange, bis das Schiff zu Delos angelangt, und von da wieder zurück gekommen ist, binnen welcher Zeit die Stadt gereiniget wird, und nach dem Gesetze niemand öffentlich hingerichtet werden darf. Wenn das Schiff von widrigen Winden aufgehalten wird, so können die Verurtheilten hiedurch lange Frist gewinnen.

Der Zufall fügte es, wie ich schon vorhin gesagt, daß die Bekränzung des Schiffes einen Tag vorher geschahe, ehe Sokrates verurtheilet worden; und darum verstrich eine so geraume Zeit zwischen seiner Verurtheilung und seinem Tode.

ECHEKRATES
Aber den letzten Tag, Phädon ! wie gieng es da? Was hat er gesprochen? Was hat er gethan? Welche Freunde waren in der Todesstunde bey ihm? Oder wollten die Archonten niemanden zu ihm lassen? und verschied er, ohne einen Freund um sich zu haben?

PHÄDON
Keinesweges! es waren ihrer viele zugegen.

ECHEKRATES
Halten dich keine Geschäffte ab, Phädon, so erzähle mir, was sich dabey zugetragen. Ich bin sehr begierig, alle Umstände von dieser wichtigen Begebenheit zu erfahren.

PHÄDON
Und ich eben so willig, sie dir zu berichten. Ich habe niemals Geschäffte, so oft ich mich vom Sokrates unterhalten kann. Was ist angenehmer, als sich dieses Mannes zu erinnern, von ihm zu reden oder reden zu hören?

ECHEKRATES
Deine Zuhörer, Phädon , sind der nehmlichen Gesinnung. Erzähle also alles, so genau und so umständlich, als es dir möglich ist.

PHÄDON
Ich war zugegen, Freund! aber mir war wunderbar zu Muthe. Ich fühlte

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