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Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts von Schöndorf, Harald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.05.2016
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (PDF)
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Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Die Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts bildet die Grundlage des gesamten neuzeitlichen Denkens. Sie beginnt mit einer Prüfung des Wahrheitsgehalts unserer Bewusstseinsinhalte in möglichst streng wissenschaftlicher Methode durch die autonome Vernunft, um auf dieser Basis das System unserer Erkenntnisse zu entfalten. Unter dieser Norm stehen der Rationalismus von Descartes und Spinoza, Leibniz und Wolff ebenso wie der Empirismus seit Bacon und Hobbes bis Locke, Berkeley und Hume. Beide Denkrichtungen verbinden sich in der Aufklärung. Vor allem Kant vollendet und überwindet durch seine Vernunftkritik diese Periode; er erreicht zugleich durch die transzendentale Wende eine neue Problemebene philosophischer Reflexion, die grundlegend und richtungweisend wird für das nachfolgende Denken.

Dr. Harald Schöndorf SJ ist emeritierter Professor für Erkenntnislehre und Geschichte der Philosophie mit Schwerpunkt Philosophie der Neuzeit an der Hochschule für Philosophie München.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 373
    Erscheinungsdatum: 24.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170263932
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 3162kBytes
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Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

I. René Descartes

René Descartes wurde am 31. März 1596 in La Haye (Touraine) - heute Descartes genannt - als drittes Kind des Juristen Joachim Descartes und seiner Frau Jeanne geboren, die bereits 1597 stirbt. Von 1607 bis 1615 (1606-1614?) wird er am Collège Royal der Jesuiten in La Flèche (Anjou) ausgebildet und lernt die scholastische Philosophie sowie die neue Naturwissenschaft kennen. Aus Gesundheitsgründen genießt er manche Privilegien; er darf z. B. länger schlafen. 1616 erwirbt er in Poitiers das Lizentiat der Rechte.

1618, im Jahr des Beginns des 30jährigen Krieges, tritt er in Moritz von Nassaus Armee ein, wird in den Niederlanden ausgebildet und reist in den folgenden Jahren quer durch Europa. Er wechselt in die Dienste Maximilians von Bayern und erlebt im Winterlager in Neuburg an der Donau im November 1619 eine Erleuchtung, die ihn von seinen Zweifeln befreit.

1620/21 beendet er sein Soldatenleben und kehrt nach Frankreich zurück, reist zwei Jahre später nach Italien und lebt von 1625 bis 1628 in Paris. Doch dann emigriert er in die Niederlande, um dort ungestört und frei arbeiten zu können. Er wechselte oft seinen Aufenthaltsort, hatte aber briefliche Kontakte mit bedeutenden Gelehrten seiner Zeit. In diesen Jahren dürfte er mit den unvollendet gebliebenen und erst 1701 veröffentlichten "Regulae ad directionem ingenii" (Regeln zur Ausrichtung der Erkenntniskraft) begonnen haben. Einen praktisch vollendeten Traktat über die Welt veröffentlichte er nicht, als er 1633 von Galileis Verurteilung erfährt, dessen Standpunkt er teilte. 1635 gebar ihm in Santport Hijlena Jans eine Tochter namens Francine, die aber schon 1640 starb.

1637 veröffentlicht er anonym den "Discours de la méthode" (Erörterung der Methode), dem je eine Abhandlung über Optik (La dioptrique), Himmelserscheinungen (Les météores) und die von Descartes erfundene analytische Geometrie (La géométrie) beigefügt ist.

1641 erscheint die erste Auflage der "Meditationes de prima philosophia" (Meditationen über die erste Philosophie). Descartes hatte das Manuskript einigen Gelehrten, darunter den ihm befreundeten Theologen Mersenne und Arnauld sowie den empiristischen Philosophen Hobbes und Gassendi zukommen lassen und deren Einwände samt seinen eigenen Erwiderungen angefügt. Die 1642 erschienene zweite Auflage enthält zudem noch die Einwände des Jesuiten Bourdin.

1644 kommen die "Principia philosophiae" (Prinzipien der Philosophie) heraus, eine Zusammenfassung der Metaphysik und Naturphilosophie Descartes'. Diese beiden Schriften erscheinen 1647 in französischer Übersetzung.

1644 und von 1647 bis 1648 hält sich Descartes in Frankreich auf. 1649 erscheint die Schrift "Les passions de l'âme" (Die Leidenschaften der Seele), die durch die Korrespondenz mit der Prinzessin Elisabeth von der Pfalz angeregt worden war, die Descartes auch zu Präzisionen seiner Leib-Seele-Lehre veranlasst hatte. Im September/Oktober desselben Jahres zieht Descartes auf Wunsch von Königin Christine nach Stockholm, der er frühmorgens philosophische Unterweisungen geben soll. Anfang 1650 erkrankt er dort an Lungenentzündung und stirbt am 11. Februar. Sein Sarg wurde 1667 nach Frankreich überführt und 1819 in die Pariser Kirche Saint-Germain-des-Prés gebracht. Um 1900 brachten Charles Adam und Paul Tannery eine Ausgabe der gesamten Werke Descartes' heraus, auf deren Band- und Seitenzahl man sich seither üblicherweise bei Zitationen bezieht ("AT").

Literatur: Alquié 1962; Beck 1967, 1987; Beyssade 1979; Broughton 2008; Cottingham 1992, 1998, 2014; Marion 1991, 1996, 2002, 2004; Perler 2006; Röd 1995; Williams 1996; Wilson 1991
1. Die Methode

Die Suche nach gewissem und zuverlässigem Wissen hat Desc

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