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Die Philosophie bei 'Game of Thrones' Das Lied von Eis und Feuer: Macht, Moral, Intrigen

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2014
  • Verlag: Wiley-VCH
eBook (ePUB)
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Die Philosophie bei 'Game of Thrones'

Moral, Lügen und Intrigen sind die Themen bei George R.R. Martin. Gerade weil es in dieser Geschichte keine klassische Unterteilung in Gut und Böse gibt, ist eine philosophische Betrachtung der Beweggründe der Personen für ihr Handeln interessant. Ist Familie oder Rache wichtiger? Wer sollte die Sieben Königreiche regieren? Darf man um der Ehre Willen einen Krieg riskieren? Warum sollte der Gewinner des Throns noch moralisch handeln? All das sind Fragen, die Buch und Serie aufwerfen und mit Die Philosophie bei Game of Thrones betrachtet und diskutiert werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 290
    Erscheinungsdatum: 13.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783527690701
    Verlag: Wiley-VCH
    Größe: 697 kBytes
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Die Philosophie bei 'Game of Thrones'

2. Kapitel
Das Spiel um Throne: Lektionen von Machiavelli

Marcus Schulzke

In Das Lied von Eis und Feuer gibt es eine Fülle vielschichtiger Charaktere, die bestrebt sind, den Eisernen Thron zu gewinnen oder die politischen Machtspiele zumindest zu überleben. Jeder verfolgt seine eigene Strategie, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, doch im Verlauf der Geschichte wird offensichtlich, dass einige Strategien weit effektiver sind als andere. Einigen gelingt es, selbst aus völlig hoffnungslosen Situationen mit heiler Haut davonzukommen, während andere ausmanövriert und getötet werden. Die Philosophie des Niccolò Machiavelli (1469-1527) bietet Erklärungen, warum manche Akteure auf der politischen Bühne Erfolg haben, während andere scheitern. Machiavelli war mit Machtkämpfen vertraut und der Begriff 'machiavellistisch' kennzeichnet noch heute Menschen, denen jedes Mittel recht ist, um ihr Ziel zu erreichen - Gewalt und Intrigen eingeschlossen.

Machiavelli erläutert, dass es zwei unterschiedliche Arten der Herrschaft gibt, die durch Abstammung erworbene und die neue, die zwei unterschiedliche Herrschertypen verlangen. [ 1 ] Erbfürsten können ihre Macht durch eine Fortsetzung der Politik ihrer Vorgänger bewahren; ihre Position ist gesichert, weil sie Teil einer fest verwurzelten Dynastie sind, die eine tragfähige Machtbasis errichtet hat. Neue Herrscher sehen sich einer erheblich größeren Herausforderung gegenüber. Da sie die Kontrolle über ein Staatswesen von anderen übernommen haben, machen sie sich nicht nur Feinde, sondern demonstrieren auch, wie man den Thron oder die Regentschaft erobert. Sich als neuer Herrscher zu etablieren erfordert viel Geschick und Glück, und da man sich nur Ersteres aneignen kann, gilt es, den Fähigkeiten und Fertigkeiten ruhmreicher Herrscher nachzueifern. [ 2 ]

Machiavellis berühmtestes Werk Der Fürst enthält zahlreiche Empfehlungen für alle, die danach streben, als neue Herrscher Fuß zu fassen. Die zeitlosen Lektionen über die Mittel und Möglichkeiten, ein 'Reich' zu erobern und es gegen Herausforderer zu verteidigen, werden durch Fallbeispiele vom gelungenen oder gescheiterten Griff nach der Macht veranschaulicht. Der Fürst ist ein ideales Objektiv, um Das Lied von Eis und Feuer genauer in Augenschein zu nehmen, da bei beiden der Kampf um die Errichtung neuer Herrschaftsstrukturen im Mittelpunkt steht. Wie wir sehen werden, folgt der 'Krieg der Fünf Könige' der Logik des Machtkampfes, den Machiavelli beschreibt, und dient als Beispiel für einige seiner wichtigsten Lektionen.

Die Regentschaft des Irren Königs Aerys Targaryen, der vor Robert Baratheon über Westeros herrschte, basierte auf einer Position der Stärke: Er entstammte einem alten Adelsgeschlecht, das eine lange Reihe von Targaryen-Königen hervorgebracht hatte. Er besaß alle Vorteile eines 'Erbfürsten', doch er vergeudete sie durch seine grausamen und irrationalen Taten. Nach seinem Sturz verlor Westeros seine angestammte Herrscherdynastie und der Eiserne Thron wurde ein instabiler Sitz der Macht, eingenommen von neuen Herrschern, die sich etlichen von Machiavelli geschilderten Problemen gegenübersahen. Alle überlebenden Mitglieder des Hauses Targaryen und ihre Anhänger wurden Roberts Feinde. Diejenigen, die Robert zum Thron verholfen hatten, waren bestrebt, Gegenleistungen für ihre Unterstützung einzufordern und damit befasst, am neuen Herrscherhof Macht zu erlangen. Mit dem Sturz des Irren Königs begannen der Kampf um die Konsolidierung der Herrschaft und der Aufbau der nächsten Dynastie.
Virtù und Fortuna

Machiavelli erklärt, dass zwei Kräfte den Kampf um die Macht bestimmen: Virtù und Fortuna. Virtù ist ein vielschichtiger Kernbegriff bei Machiavelli und eine unabdingbare Voraussetzung, um die Macht zu ergreifen und zu bewahre

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