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Ungewißheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften von Agrippa von Nettesheim, Heinrich C. (eBook)

  • Erschienen: 01.03.2012
  • Verlag: Henricus - Edition Deutsche Klassik
eBook (ePUB)
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Ungewißheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften

Agrippa von Nettesheim: Die Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften und die Verteidigungsschrift. Herausgegeben von Fritz Mauthner, Bd. 1 und 2, München: Georg Müller, 1913 (Bibliothek der Philosophen, Bd. 5 und 8). Erstdruck: Antwerpen 1530. Erste deutsche Übersetzung von einem Anonymus: Ulm 1534. Der Text folgt Fritz Mauthners Bearbeitung einer ebenfalls anonymen Übersetzung, die 1713 in Köln erschien.

Produktinformationen

    Größe: 855kBytes
    Herausgeber: Henricus - Edition Deutsche Klassik
    Untertitel: - auch wie selbige dem menschlichen Geschlecht mehr schädlich als nutzlich sind (De incertitudine et vanitate scientarum et artium et de excellentia verbi dei).
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 323
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783847811237
    Erschienen: 01.03.2012
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Ungewißheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften

Vorrede

Mein, sage mir, lieber Leser, scheinet dir dieses mein Vorhaben nicht eine kühne und rechtschaffene, freche, ja weit über Herculis Kräfte sich erstreckende Tat zu sein, indem ich mir jetzo vornehme, wider den grossen und allgemeinen Riesen-Krieg aller Künste und Wissenschaften die Waffen zu ergreifen, und diese starken und mächtigen Jäger aller Gelehrsamkeit rauszufordern? Ich kann mir wohl einbilden, dass der stolze Haufe aller Doktoren, die grosse Gelehrsamkeit aller Lizentiaten, die Autorität und das gravitätische Ansehen aller Magister, die unterfangende Einbildung aller Baccalaurien und der grausame Eifer aller Schulfüchse, wie auch der Aufstand aller Künstler und Handwerksleute auf mich unerhört schänden und lästern werden. Denn, wenn ich diese anjetzo antaste, so wird es ebensoviel und noch mehr sein, als wenn ich mich unterstünde, den grausamen Nemeischen Löwen mit der Keule totzuschlagen, die Lernäische Schlange mit Feuer zu töten, das grosse Erymanthische Schwein zu fällen, den Hirsch, der in dem Mänalischen Walde güldene Hörner trägt, zu fangen, die Stymphalidischen Vögel in der Luft zu schiessen, den Antäum mit den Ellenbogen zu erdrücken, Grundsäulen in der offenbaren See aufzurichten, den dreiköpfigen Geryonem zu überwinden, starke Ochsen zu bezwingen, über den Acheloum im Duell Meister zu werden, des Diomedis Pferde zu entführen, den Höllenhund Cerberum bei der Kette herumzuführen, die güldenen Hesperidischen Äpfel wegzunehmen, und was dergleichen Sachen mehr sind, welche von dem Hercule mit grosser Arbeit und nicht geringer Gefahr sind verrichtet worden: fürwahr nicht weniger Arbeit werde ich hier brauchen und grösserer Gefahr befinde ich mich unterworfen zu sein, wenn ich diese akademischen Riesen, und diese grossen Schulenungeheuer zu überwinden mich anjetzo unterfange.

Denn es deucht mich schon, und ich sehe allbereit für Augen den blutigen und gefährlichen Krieg, in welchen ich mich anjetzo einlasse, indem ich mit einem mächtigen und schrecklichen Heer vielwissender Leute umgeben bin, ei, mit was für Rüstungen werden sie mir entgegenkommen, wie werden sie auf mich lästern und schmähen? Da werden erstlich die superklugen Grammatici herfürtreten und mir Widerpart halten, auch mit ihren Etymologien meinen ehrlichen Namen vergessen; da werden die frechen Poeten mich für ein Lästermaul oder Ägyptischen Bock halten, und mich in ihren Versen durchziehen; die fabelhaftigen Historienschreiber werden mich über Pausaniam und Herostratum entheiligen und ausschreien; die grosssprecherischen Rhetores oder Redner werden mit zornigen Augen, schrecklichem Gesichte, markschreierischer Stimme und üblen Gebärden mich einer Verletzung der Majestät beschuldigen; die wundersame Memoriographi oder Gedächtnisschreiber werden mir mein Gehirne mit einer überzogenen Larve suchen stumpf zu machen; die zänkischen Dialectici oder Vernunftkünstler werden unzählige syllogistische Pfeile auf mich schiessen.

Die hin und wieder sich kehrenden Sophisten oder Weltweisheitskünstler werden mich mit Wort-Stricken zu binden und mir ein Gebiss ins Maul zu legen suchen; der ungeschliffene Lulliste, oder der von allen Dingen was herzuschwatzen weiss, wird mit groben, ungehobelten Reden mir den Kopf wüste machen; die Mathematici oder diejenigen, so von der Grösse einer Sache Wissenschaft geben, werden mich im Himmel und auf Erden in die Acht erklären; die verwirrten Rechenmeister werden mit ihren wucherischen Konzepten mich zur Rechnung zwingen; der hartnäckige Spieler wird mir den Strick an den Hals wünschen; der unverschämte Pythagorista oder Weissager des Pythagorischen Loses wird mir unglückliche Zahlen vorlegen.

Der künstliche Geomanticus oder Weissager aus der Erden wird mir alles Böse weissagen und allen Dampf antun; bei den vieltonigen Musicis werde ich in allen Schenken die gemeine Fabel sein; sie werden mir mit ihren knarrenden Pfeifen, Posaunen und Waldhö

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