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Big Business und Big Bang Berufs- und Studienführer Physik von Rauner, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2015
  • Verlag: Wiley-VCH
eBook (ePUB)

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Big Business und Big Bang

Dr. Max Rauner ist Redakteur des Physik Journals und schreibt nebenbei unter anderem für die ZEIT. Er studierte Physik in Konstanz, Heidelberg und Boulder, Colorado, und promovierte in Hannover.

Dr. Stefan Jorda ist Chefredakteur des Physik Journals. Sein Physikstudium führte ihn nach Darmstadt, Rio de Janeiro und Regensburg, wo er in theoretischer Festkörperphysik promovierte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 30.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783527661831
    Verlag: Wiley-VCH
    Größe: 5098 kBytes
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Big Business und Big Bang

Die Legende vom Strudel in der Badewanne

Physics tempted me with its romantic "particle accelerators" and "thermodynamics", strange crazy words which swelled with exotic mystery and sex appeal ...

(John Joseph O'Brien)

It was no secret joke that brought the smile and the sparkle in his eye, it was physics. The joy of physics! The joy was contagious. We are fortunate who caught that infection ...

(Albert R. Hibbs über Richard Feynman)

Vor einigen Jahren hatte ich die Idee zu einer scheinbar einfachen Zuschauerfrage im Rahmen unserer Fernsehsendung "Kopfball", die da lautete: "Wie herum dreht sich der abfließende Wasserwirbel in der Badewanne?" Die Antwort war aus meiner Sicht sehr eindeutig, so dachte ich jedenfalls, und die Zuschauer hatten eine Woche Zeit, um uns die Lösung auf einer Postkarte zuzusenden.

Ranga Yogeshwar leitet die Programmgruppe. Wissenschaft-Fernsehen beim WDR. Für seine Beiträge und Sendungen, darunter Quarks&Co, Kopfball und Globus, wurde der Physiker mit zahlreichen Preisen geehrt.

Falls Sie, verehrte/r Leserin oder Leser, sich intensiver mit Physik befasst haben, dürfte Ihnen diese Frage bekannt vorkommen, und ich gehe jede Wette ein, dass vielen von Ihnen in dem Zusammenhang das Wort Coriolis-Kraft einfällt.

Da die Erde ein rotierendes Bezugssystem darstellt, wirkt die Coriolis-Kraft auch auf das abfließende Wasser der Badewanne. Auf der Nordhalbkugel - so die Theorie - dreht der Strudel entgegengesetzt zum Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel strudelt die Badewanne andersherum. Schließlich sorgt eben jene Coriolis-Kraft auch dafür, dass auf der Nordhalbkugel die Winde alle Hochdruckgebiete im Uhrzeigersinn umwehen und alle Tiefdruckgebiete gegen den Uhrzeigersinn.

Die richtige Antwort unserer "Kopfballfrage" sollte also lauten: "Der Badewannenstrudel dreht entgegen dem Uhrzeigersinn!" Die Frage war ein Erfolg, denn die Resonanz des Publikums war groß. In den folgenden Tagen erreichten uns über tausend Einsendungen, die von Mitarbeitern der Redaktion vorsortiert wurden. Kinder, alte Menschen, Physiker und Nichtphysiker schrieben uns ihre Antworten, doch das Ergebnis war verblüffend. Bei der Hälfte der Zuschauer drehte sich der Strudel im Uhrzeigersinn, bei der anderen genau entgegengesetzt. Bei einigen schien sich der Drehsinn sogar nach Belieben umzukehren. "Bist du dir bei der Antwort sicher?" fragte mich meine Kollegin. Natürlich war ich mir sicher, der Stoff wird in jedem Physik-Vordiplom abgefragt, und in vielen Lehrbüchern und Kursen wurde der Badewannenstrudel als Illustration der Coriolis-Kraft genannt. Ich schlug ein Physikbuch auf und zeigte ihr die entsprechende Stelle, doch sie blieb skeptisch: "Ich habe es ausprobiert- es stimmt nicht!"

Kurze Zeit später standen wir in unserer Teeküche und ließen das Waschbecken voll laufen. Während das Becken sich füllte, erzählte ich von den Hoch- und Tiefdruckgebieten und davon, dass das Phänomen nicht am Äquator auftaucht. Nein - es könne keinen Zweifel daran geben - die Antwort war eindeutig. Dann zog ich den Stopfen heraus, und gemeinsam beobachteten wir, wie sich der Strudel bildete. "Genau wie es die Theorie vorhersagt!" Der Strudel rotierte entgegen dem Uhrzeigersinn, und in mir machte sich das Gefühl einer Sicherheit breit - auf Physik ist schließlich Verlass!

Doch kaum war das Wasser abgeflossen, füllte meine ungläubige Kollegin - sie war Nichtphysikerin - das Becken erneut und wiederholte den Versuch. Dieses Mal drehte der Strudel im Uhrzeigersinn. "Siehst du - es stimmt nicht!" An diesem Nachmittag wiederholten wir das Experiment etliche Male, und nachdem sehr viel Wasser durch den Abfluss gegangen war, gab es keinen Zweifel mehr: Der Drehsinn des Strudels schien beliebig zu sein, und ich fühlte mich von Herrn Coriolis und der Erdrotation verraten. Erst nach einigen Telefonaten und Berechnungen wurde mir klar,

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