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Warum fällt der Mond nicht vom Himmel? Die Gesetze des Universums einfach erklärt von Woelk, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2015
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Warum fällt der Mond nicht vom Himmel?

Was schenkt ein Astronom seiner Tochter zur Einschulung? Natürlich ein Fernglas. Damit kann Stella ihren Glücksstern am Nachthimmel suchen. Doch welcher Lichtpunkt ist wirklich ein Stern und was unterscheidet ihn von einem Planeten? Stellas Vater erklärt ihr nach und nach den Kosmos. Anschaulich und leicht verständlich erläutert er die Gravitation, die er als den Klebstoff des Himmels bezeichnet, sagt, wie die Menschheit zum Heliozentrischen System kam, erklärt die Himmelsrichtungen und den Kalender ebenso wie die Relativitätstheorie oder das Navigationssystem. Doch Ulrich Woelks elegant und klar geschriebenes Buch liest sich auch als Reflexion über die Vaterschaft. Mit Stolz und Freude folgt er den unverbildeten Gedankengängen seiner Tochter und erlebt durch die Augen des eigenen Kindes die Entdeckung des Himmels noch einmal - vom ersten Staunen über den leuchtenden Mond bis zum Verständnis der komplexen Zusammenhänge unseres Universums.

Ulrich Woelk, geboren 1960 in Bonn, studierte in Tübingen Physik. 1991 promovierte er an der Technischen Universität in Berlin. Bis 1994 war er am Institut für Astronomie und Astrophysik dieser Universität als theoretischer Astrophysiker mit dem Spezialgebiet Doppelsterne tätig. Heute lebt der freie Schriftsteller in Berlin, ist verheiratet und hat eine Tochter. "Warum fällt der Mond nicht vom Himmel?' erschien 2008 unter dem Titel "Sternenklar" im DuMont Buchverlag. www.ulrich-woelk.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 226
    Erscheinungsdatum: 07.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832188603
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Größe: 1833 kBytes
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Warum fällt der Mond nicht vom Himmel?

Frühling

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Fertig ist das Mondgesicht

Die Weihnachtszeit ist zu Ende, die Temperaturen werden milder, wir nähern uns Ostern. Auch die Tage werden schon wieder merklich länger - auf die kosmische Uhr ist Verlass. Stella nimmt mit ein bisschen Wehmut Abschied von der Weihnachtszeit. Die frühe Dunkelheit mit den vielen (echten und künstlichen) Sternen hat ihr gefallen, besonders, da sie sich inzwischen ja als Expertin für Himmelskunde betrachtet.

Vor kurzem sagte sie zu mir: "Papi, warum hängt man Ostern eigentlich keine Sterne in die Bäume, sondern Eier?"

"Das ist ein alter Brauch", sagte ich. "Eier sind ein Zeichen für den Frühling."

"Und warum?"

"Weil in Eiern etwas Neues entsteht, neues Leben. Und im Frühling erneuert sich die Natur. Nach dem langen Winterschlaf erwacht sie wieder."

"Und findest du Weihnachten schöner oder Ostern?"

"Beides ist schön", sagte ich.

"Aber am Himmel leuchten doch Sterne und keine Eier."

"Ja, schon", sagte ich, "aber die Sterne sind ja einstmals auch entstanden. Und es entstehen immer noch neue."

Stella sah mich überrascht an. "Aber die Sterne gab es doch schon immer. Die waren auch schon bei Jesus da."

"Das stimmt, die Sterne waren schon bei Jesus da, aber immer gab es sie nicht. Und auch den Weltraum gab es nicht schon immer. Er ist zwar sehr alt, aber er war auch einmal jung. Sehr jung sogar. Eigentlich kann man sagen, dass er vor sehr langer Zeit aus einem Ei geschlüpft ist. Was vorher war, wissen wir nicht. Vielleicht gab es vorher überhaupt keine Zeit. Wenn wir Astronomen uns fragen, wo der Weltraum herkommt und was einmal aus ihm werden wird, dann nennen wir das Kosmologie. Das kommt von dem griechischen Wort Kosmos, das ursprünglich einmal Schmuck bedeutete. Die Griechen haben das Weltall als einen Schmuck empfunden, der die Erde umgibt. Ich finde, das ist ein schönes Bild. Ein bisschen verstehe ich sogar, dass sie glaubten, etwas derart Prächtiges wie das Weltall müsste ewig sein und unveränderlich. Das kann aber aus verschiedenen Gründen nicht stimmen. Einer davon ist, dass es dann nachts nicht dunkel werden würde. Das werde ich dir einmal erklären, wenn wir etwas mehr Zeit haben. Denn all das, die ganze Kosmologie, ist leider sehr kompliziert. Aber es ist gut, wenn du schon einmal weißt, dass der Weltraum etwas ist, das sich entwickelt hat, das wie eine Pflanze aus einem Keim hervorgegangen ist und das schließlich sogar Leben hervorgebracht hat. Wir leben in einem fruchtbaren Universum, und weil Eier Fruchtbarkeit symbolisieren sollen, gefällt mir Ostern genauso wie Weihnachten."

Abends kam Stella zu mir und hielt etwas in der Hand. Es war eins der ausgeblasenen Eier, die sie zurzeit für Ostern bemalt. Es war ganz dunkelblau mit kleinen silbernen Punkten, und sie sagte: "Das schenke ich dir."

Im Gegensatz zu mir betrachtet Stella die Navigationsanlage in meinem Auto keineswegs als Wunder. Sie wächst mit Computern, Handys und sprechenden Kuscheltieren auf - da kann ein kleines sprechendes Display, das mir sagt, wo ich langfahren soll, sie nicht verblüffen.

Um ihr dennoch ein wenig Ehrfurcht für diese technische Errungenschaft einzuflößen, sagte ich neulich zu ihr: "Dieses Navigationssystem funktioniert nur, weil es ständig Signale von ein paar Satelliten auffängt und verarbeitet, die um die Erde sausen. Sie fliegen mit mehr als zwanzigtausend Kilometern pro Stunde durchs Weltall und senden dabei ihr Piepen aus. Das ist ein bisschen so wie mit Schiffen und Leuchttürmen, aber viel komplizierter, denn Leuchttürme sausen ja nicht übers Meer."

"Hmm", machte sie.

"Man braucht eine unglaublich faszinierende Theorie, um diese kleinen Kästen zum Laufen zu bringen. Diese Theorie heißt Relativitätstheorie. Sie besagt, dass unsere Uhren, wenn wir uns bewegen, langsamer gehen als beim Stillsitzen. Ist das nicht verrück

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