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Die Entdeckung des Higgs-Teilchens Oder wie das Universum seine Masse bekam

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2013
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Die Entdeckung des Higgs-Teilchens

Im Oktober 2013 setzte der Nobelpreis für Peter Higgs und François Englert den vorläufigen Höhepunkt in der verrückten Geschichte um das sogenannte Gottesteilchen, das Higgs-Boson. Schon im Juli des Vorjahres hatten die Physiker weltweit gejubelt: Mehr als fünfzig Jahre nachdem Peter Higgs und andere Wissenschaftler die Existenz des Teilchens theoretisch begründet hatten, war es im gigantischen Teilchenbeschleuniger CERN gefunden worden. Jetzt erzählen Harald Lesch und seine Co-Autoren, warum sich rund um das Higgs-Teilchen so viele skurrile Missverständnisse und mediale Sensationen ranken. Gewohnt kurzweilig und gut verständlich enthüllen sie, wie aus dem verzweifelt gesuchten 'gottverdammten Teilchen' das Gottesteilchen wurde, dass der Urknall nicht simuliert werden kann und dass Schwarze Löcher nicht unbedingt alles verschlingende Monster sind. Dabei wird deutlich, dass die Suche nach den geheimnisvollen Kräften, die das Universum, unsere Erde und letztlich auch uns Menschen zusammenhalten, ein noch längst nicht beendetes wissenschaftliches Abenteuer ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 18.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641135584
    Verlag: C. Bertelsmann
    Größe: 7707 kBytes
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Die Entdeckung des Higgs-Teilchens

Higgs und der Journalismus

Matthias Helsen

Hat der alte Hexenmeister

Sich doch einmal wegbegeben!

Und nun sollen seine Geister

Auch nach meinem Willen leben.

Anfang Juli 1797 werden diese beschwörenden Worte niedergeschrieben. Warum Goethe sich die Satire Der Lu?genfreund des spätantiken Autors Lukian als Vorlage fu?r seinen Zauberlehrling nimmt, bleibt offen. Ob es sich um zeitgenössische Kritik handelt? Es liegt nahe. Zumindest ist davon auszugehen, dass Goethe mit diesem Gedicht verdeutlichen will, dass eben nicht jeder, der der deutschen Sprache mächtig ist, auch gleich ein Dichter ist, geschweige denn sich so nennen sollte.

Nach Aristoteles und Platon sind Worte nicht willku?rlich. Woher sie urspru?nglich kommen, lässt sich nicht mehr letztgültig ergru?nden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass ihre Entstehung irgendwo zwischen Willkür und Konvention angesiedelt ist. Trotzdem ist es wohl fu?r jeden offensichtlich, dass Worte heutzutage eine klare Bedeutung und Verwendung haben.

Was hat all dies nun mit dem Higgs-Boson zu tun? Nun, man möchte zunächst meinen, es gebe hier keinen Bezug. Allerdings relativiert sich dies, wenn man sich die Schlagzeilen zu seiner Entdeckung ansieht. Teilweise hat man den Eindruck, als wu?rden Wörter ganz willku?rlich miteinander verbunden. Auf diese Weise entsteht ein falscher Eindruck davon, was eigentlich gesagt werden soll, und man sorgt lediglich für Verwirrung. Genau wie es dem Lehrling in Goethes Gedicht am Ende geht. Sprache ist wie Magie, sie hat die Macht, den Menschen Gedanken einzupflanzen. Genau deshalb sollte man mit ihr verantwortungsvoll umgehen.

Anfang Juli 2012, 215 Jahre nach Goethes Zauberlehrling , veröffentlichten Forscher des CERN, die am Experiment mit dem LHC beteiligt sind, einige Ergebnisse, die bestätigten, dass etwas entdeckt wurde. Es lag nahe, dass es sich dabei um das Higgs-Boson handelte. Im Grunde keine Hexerei. Zugegeben, es wirkt geradezu wie Zauberei, wenn die Wissenschaftler urknallähnliche Zustände in gigantischen Teilchenbeschleunigern reproduzieren. Es ist auch erfreulich, dass der Mensch es schafft, vorhersagbare Ergebnisse in äußerst komplexen Experimenten zu erzielen. Der Nutzen wissenschaftlicher Entdeckungen kann nicht hoch genug veranschlagt werden, und für viele ist Wissenschaft heutzutage eine geradezu religiöse Instanz.

Dass am CERN etwas entdeckt wurde, sickerte schon im Herbst 2011 durch. Seitdem wurde viel spekuliert. Gerade nach der Pleite mit der vermeintlichen Überlichtgeschwindigkeit der Neutrinos im Sommer 2011 waren die Spannung und die Skrupel besonders hoch. Deshalb wohl auch waren die beteiligten Wissenschaftler diesmal so besonnen, sich genügend Zeit fu?r die Auswertung zu nehmen und auch bei der Bekanntgabe der Ergebnisse nicht zu marktschreierisch aufzutreten.

Umso verwunderlicher erscheint es, mit welch irrationaler, jenseits der Fakten liegender Berichterstattung über dieses Ereignis die Öffentlichkeit diesmal konfrontiert wurde. Fu?r einen Physiker du?rften die Ergebnisse der Versuchsreihe am CERN durchaus etwas bedeuten. Was dieses höchstwahrscheinlich nachgewiesene Higgs-Teilchen der Welt bringt, welchen tatsächlichen praktischen Nutzen wir aus dessen Entdeckung ziehen können, kann noch nicht ermessen werden. Was das Teilchen selber betrifft, so soll in diesem Buch ein auch für Laien gut verständlicher Überblick gegeben werden, der sich an den physikalischen Fakten orientiert und aus der hohen Kunst der Wissenschaft dann eben doch keine Zauberei macht.

Im Neuen Handbuch zum Journalismus von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue heißt es: "Wenn die demokratische Gesellschaft funktionieren soll, dann ist sie auf Journalisten

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