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Die perfekte Theorie Das Jahrhundert der Genies und der Kampf um die Relativitätstheorie von Ferreira, Pedro G. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.04.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Die perfekte Theorie

Die Allgemeine Relativitätstheorie war und ist der größte Triumph der modernen Physik. Von dem Augenblick an, da Einstein seine Theorie im Jahr 1915 vorschlug, wurde sie mit Enthusiasmus aufgenommen, stieß jedoch ebenso auf erbitterten Widerstand. Bis heute ist sie Anlass von Fehden, ideologischen Kämpfen, aber auch fruchtbarer internationaler Zusammenarbeit. Der Astrophysiker Pedro G. Ferreira hat die Biographie der allgemeinen Relativitätstheorie geschrieben. Sein Buch, das sich wie ein wissenschaftlicher Roman liest und ganz ohne Gleichungen und Kurven auskommt, ist eine fesselnde Erzählung der Ideen und Personen hinter Einsteins Theorie. 'Einsteins herrliche Theorie ist annähernd ein Jahrhundert alt, und sie hat seitdem ein wahres Crescendo an Entdeckungen ausgelöst. Mehr denn je ist ihr Platz heute an der vordersten Wissenschaftsfront, unverzichtbar für unser Verständnis des Universums. Pedro Ferreira beschreibt klar und unakademisch die wissenschaftlichen Durchbrüche, die von Einsteins Theorie ausgingen, und die Persönlichkeiten, die daran beteiligt waren.' Martin Rees 'Die perfekte Lektüre.' Steven Strogatz

Pedro G. Ferreira wuchs in Portugal und Großbritannien auf und ist nach Stationen in London, Berkeley und am CERN seit 2000 Professor für Astrophysik in Oxford. Seit mehr als 25 Jahren ist sein Forschungsschwerpunkt die Allgemeine Relativitätstheorie und die Kosmologie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 04.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406661389
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Originaltitel: The Perfect Theory. A Century of Geniuses and the Battle over General Relativity
    Größe: 2578kBytes
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Die perfekte Theorie

Vorwort

Am 6. November 1919 erhob sich Arthur Eddington bei einer gemeinsamen Versammlung der Royal Society und der Royal Astronomical Society und läutete mit seiner Verlautbarung sang- und klanglos den Untergang des bislang herrschenden Paradigmas der Gravitationslehre ein. Der Astronom aus Cambridge beschrieb feierlich und etwas langatmig seine Reise zu der kleinen, üppig bewachsenen Insel Príncipe vor der westafrikanischen Küste, wo er mit einem Teleskop Bilder einer totalen Sonnenfinsternis aufgenommen hatte, und wies dabei insbesondere auf einen blassen Sternenhaufen im Hintergrund hin. Durch genaue Bestimmung der Position dieser Sterne konnte Eddington nachweisen, dass die von Isaac Newton, dem Schutzheiligen der britischen Wissenschaften, aufgestellte Gravitationstheorie, die mehr als zwei Jahrhunderte lang als Wahrheit gegolten hatte, nicht stimmte. Er forderte, dass eine neue und korrekte Theorie an ihre Stelle treten müsse - die von Albert Einstein vorgeschlagene "allgemeine Relativitätstheorie".

Schon damals war Einsteins Theorie für ihr Erklärungspotenzial bezüglich des Universums ebenso bekannt wie für ihre Unverständlichkeit. Nach dem offiziellen Programm, und bevor sich alles ins abendliche London zerstreute, standen Publikum und Redner noch etwas beisammen, und der polnische Physiker Ludwik Silberstein schlenderte zu Eddington hinüber. Silberstein, selbst Autor eines Buchs über Einsteins enger gefasste "spezielle Relativitätstheorie", hatte Eddingtons Vortrag mit großem Interesse verfolgt und erklärte nun: "Professor Eddington, Sie müssen einer der drei Menschen auf der Welt sein, die die allgemeine Relativität verstanden haben." Als Eddington nicht gleich antwortete, fügte er an: "Nur keine falsche Bescheidenheit, Eddington." Der Angesprochene nahm ihn scharf ins Visier und entgegnete: "Ganz im Gegenteil. Ich überlege, wer die dritte Person sein könnte."[ 1 ]

Schon zu der Zeit, als ich Einsteins allgemeine Relativitätstheorie für mich selbst entdeckte, musste Silbersteins Zahl höchstwahrscheinlich nach oben korrigiert werden. Das war zu Beginn der 1980er Jahre, als Carl Sagan in der Fernsehserie Unser Kosmos erklärte, wie sich Raum und Zeit ausdehnen und gleichzeitig schrumpfen können. Ich bat meinen Vater sofort, mir die Theorie zu erklären. Er konnte aber nur dazu sagen, dass sie sehr, sehr schwierig zu verstehen sei. "Kaum jemand versteht die allgemeine Relativitätstheorie", meinte er. So leicht ließ ich mich aber nicht davon abbringen. Etwas an dieser bizarren Theorie mit ihren verformten Gittern aus Raumzeit, die sich um tiefe, trostlose Abgründe des Nichts krümmen, übte eine gewaltige Anziehungskraft aus. Die Auswirkungen der allgemeinen Relativität konnte ich in alten Folgen von Raumschiff Enterprise sehen, wenn der Sternenkreuzer von einem Schwarzen Stern in der Zeit zurückkatapultiert wurde oder wenn sich Captain James T. Kirk mit den verschiedenen Dimensionen der Raumzeit vertat. War das denn wirklich so schwer zu verstehen?

Wenige Jahre später ging ich an die Universität von Lissabon und studierte Ingenieurwesen in einem für die faschistische Architektur des Salazar-Regimes typischen monolithischen Klotz aus Stein, Eisen und Glas. Passender hätte die Umgebung nicht sein können für die endlosen Vorlesungen, in denen man uns so nützliche Dinge beibrachte wie Computer, Brücken und Maschinen zu bauen. Manche von uns beschäftigten sich in der Freizeit als willkommene Abwechslung vom endlosen Büffeln mit moderner Physik, und wir alle träumten davon, Albert Einstein zu sein. Hin und wieder tauchte etwas von seinen Gedanken

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