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Die Psychoanalyse nach Freud Eine praktische Orientierungshilfe von Schmidbauer, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.12.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Die Psychoanalyse nach Freud

In diesem Band trägt Wolfgang Schmidbauer die wesentlichen Erkenntnisse aus Freuds Psychoanalyse zusammen. Er erzählt von der Entstehung der Hypnose, Übertragung und Gegenübertragung, schildert die Fälle und Übungen, die Freud mit Patienten durchgeführt hat, und erklärt welche Schlussfolgerungen Freud daraus gezogen hat und wie brisant diese Erkenntnisse bis in unsere heutige Zeit hinein sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 118
    Erscheinungsdatum: 13.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955303297
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1541kBytes
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Die Psychoanalyse nach Freud

Wenn wir die Zeit der ersten "Studien über Hysterie" als Geburt der Psychoanalyse ansehen, ist sie 1913 volljährig geworden. 14 Damals fasste Freud die mit gewissen Abwandlungen bis heute gültigen Grundgesetze der psychoanalytischen Privatpraxis zusammen. Er hat daran festgehalten, wie zur Zeit der hypnotischen Behandlung den Kranken auf ein "Ruhebett" - also ein bequemeres Möbel als die harte Untersuchungsliege, die in jeder Arztpraxis steht - lagern zu lassen. Aber während in der Hypnose der Arzt im Gesichtskreis des Kranken tätig wird, nimmt der Analytiker ungesehen hinter dieser Couch Platz.

Freud begründet das mit einem persönlichen und mehreren sachlichen Motiven. Das persönliche (das andere mit ihm teilen werden) sei, dass er es nicht vertrage, viele Stunden am Tag angestarrt zu werden. Darüber hinaus überlässt sich der Analytiker während des Zuhörens selbst dem Ablauf seiner unbewussten Gedanken und möchte es vermeiden, dass der Patient aus seiner Miene Stoff für Deutungen gewinnt oder sich durch mimische Reaktionen des Analytikers beeinflussen lässt. 15

Viele Patienten protestieren, wenn sich die Person, auf die sich ihre Hoffnungen richten, ihrem Blick entzieht. Freud verbindet das mit dem Anteil an Schautrieb (Voyeurismus) in der Neurose und schlägt vor, dennoch darauf zu beharren, weil durch die Unsichtbarkeit des Analytikers die Übertragung schärfer hervortrete. Sie könne sich nicht wie beim Arbeiten von Angesicht zu Angesicht so leicht mit der Entwicklung der Einfälle im analytischen Prozess vermischen.

Das ist durchaus richtig, setzt aber eine gewisse Stabilität des Patienten und seine Bereitschaft voraus, die Übertragung - wenn nicht selbst zu thematisieren - doch als Thema anzunehmen, vor allem, wenn sie zum Widerstand geworden ist.

Dann wird dem Patienten 16 erklärt, dass der Analytiker viel von ihm wissen müsse, eher er imstande sei, etwas Hilfreiches zu sagen. Er könne mit seiner Kindheitsgeschichte beginnen oder mit seinen aktuellen Symptomen oder Problemen; in beiden Fällen müsse er jedoch die Grundregel der Psychoanalyse beachten - die absolute Wahrhaftigkeit im Tausch gegen eine ebenso absolute Diskretion.

Freud formuliert die Grundregel so: "Noch eines, ehe Sie beginnen. Ihre Erzählung soll sich doch in einem Punkte von einer gewöhnlichen Konversation unterscheiden. Während Sie sonst mit Recht versuchen, in Ihrer Darstellung den Faden des Zusammenhangs festzuhalten und alle störenden Einfälle und Nebengedanken abzuweisen, um nicht, wie man so sagt, aus dem Hundertsten ins Tausendste zu kommen, sollen Sie hier anders vorgehen. Sie werden beobachten, dass Ihnen während Ihrer Erzählung verschiedene Gedanken kommen, welche Sie mit gewissen kritischen Einwendungen zurückweisen möchten. Sie werden versucht sein, sich zu sagen: Dies oder jenes gehört nicht hierher, oder es ist ganz unwichtig, oder es ist unsinnig, man braucht es darum nicht zu sagen. Geben Sie dieser Kritik niemals nach und sagen Sie es trotzdem, ja gerade darum, weil Sie eine Abneigung dagegen verspüren. Den Grund für diese Vorschrift - eigentlich die einzige, die Sie befolgen sollten - werden Sie später erfahren und einsehen lernen. Sagen Sie also alles, was Ihnen durch den Sinn geht. Benehmen Sie sich so, wie zum Beispiel ein Reisender, der am Fensterplatze des Eisenbahnwagens sitzt und dem im Inneren Untergebrachten beschreibt, wie sich vor seinen Blicken die Aussicht verändert. Endlich vergessen Sie nie daran, dass Sie volle Aufrichtigkeit versprochen haben, und gehen Sie nie über etwas hinweg, weil Ihnen dessen Mitteilung aus irgendeinem Grunde unangenehm ist." 17

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