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Achtsamkeit Fortschritte der Psychotherapie 48 von Michalak, Johannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2012
  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
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Achtsamkeit

Achtsamkeit ist das Bemühen, sich dem, was sich im Hier-und-Jetzt entfaltet, mit möglichst großer Aufmerksamkeit und Offenheit zuzuwenden. In den letzten Jahren wurde dieses - ursprünglich vor allem im Rahmen östlicher Meditationsansätze kultivierte - Prinzip zunehmend auch in psychotherapeutische Behandlungsansätze integriert. Der Band gibt einen praxisorientierten Überblick über die theoretischen Hintergründe und die Methoden achtsamkeitsbasierter therapeutischer Arbeit. Dabei ist die Herausarbeitung eines Modells unterschiedlicher mentaler Zustände zentral: Neben der Anwendung in der Rückfallprophylaxe bei Depressionen werden mögliche erweiterte Optionen der Integration von Achtsamkeit in unterschiedliche Settings und bei unterschiedlichen Störungsbildern diskutiert. Der Schwerpunkt des vorliegenden Bandes liegt auf der konkreten Darstellung der Behandlungsmethoden. Dabei wird das Vorgehen bei einzelnen Achtsamkeitsübungen, z.B. beim Body-Scan oder der Sitzmeditation, beschrieben, Varianten der Integration des Achtsamkeitsprinzips in die therapeutische Arbeit vorgestellt und der Umgang mit möglichen Schwierigkeiten thematisiert.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 94
    Erscheinungsdatum: 19.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840922367
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 2544 kBytes
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Achtsamkeit

...von intensiven Angstsymptomen, Zwangsstörungen: Versuche, Gefühle von Ekel, Unruhe oder bestimmte beunruhigende Gedanken zu vermeiden) . Diese Vermeidung von inneren Erfahrungen stabilisiert die Störung und schränkt die Möglichkeit, ein wertbesetztes Leben zu führen, immer mehr ein . (Kürzere) Achtsamkeitsübungen werden, in Kombination mit anderen Therapieelementen, im Rahmen von ACT eingesetzt, um Patienten zu unterstützen, gegenüber ihren inneren Erfahrungen eine grundlegend akzeptierende Haltung zu entwickeln . Akzeptanz ist dabei aber kein Selbstzweck . Sie dient vielmehr dazu, engagiertes Handeln in Richtung der vom Patienten gewählten Werthaltungen (z . B . in Bereichen wie Familie, Beruf oder Spiritualität) zu unterstützen . Für eine Übersicht zu empirischen Befunden zu DBT und ACT siehe Michalak, Heidenreich und Bohus (2006) .

Auch in einigen stärker psychodynamisch orientierten Ansätzen wird in den letzten Jahren mit der Integration von Achtsamkeit gearbeitet . Im deutschsprachigen Raum ist hier vor allem die Traumatherapie von Reddemann (2006) zu nennen . Durch Achtsamkeit soll hier das gestörte Hierund-Jetzt-Erleben der Patienten gefördert und dissoziativen Zuständen vorgebeugt werden . Beim Alliance Ruptures-Ansatz von Safran und Muran (2000) soll Achtsamkeit den Therapeuten (und Patienten) dabei helfen, mit Brüchen in der therapeutischen Beziehung umzugehen . Achtsamkeit soll dabei ermöglichen, subtile Ablaufmuster in der therapeutischen Interaktion wahrzunehmen und offener und flexibler mit der therapeutischen Beziehung umzugehen . Letztendliches Ziel ist es dann, über die interaktionellen Ablaufmuster in einen metakommunikativen Austauschprozess zu kommen . Spezielle Achtsamkeitsübungen für Patienten werden dabei nicht vermittelt . Die Therapeuten selbst sollen sich aber in Achtsamkeit schulen .

2 Theoretischer Hintergrund des Verfahrens

Im Folgenden möchten wir den theoretischen Hintergrund der Anwendung von achtsamkeitsbasierten Verfahren darstellen . Wir werden dabei zuerst auf die theoretischen Hintergründe eingehen, die dazu geführt haben, dass Achtsamkeit im Rahmen der Rückfallprophylaxe bei Depressionen angewendet wurde . Auf der Grundlage dieser Modelle werden wir im Weiteren auch unsere Vorschläge für eine Erweiterung des Anwendungsspektrums achtsamkeitsbasierter Verfahren begründen . Unter einer Anwendungsperspektive sollen die folgenden Ausführungen den Therapeuten vor allem bei der Vermittlung der Verfahren an die Patienten unterstützen und ihm Hinweise für mögliche Indikationskriterien liefern .

2.1 Differenzielle Aktivierung negativer Kognitionen

Die frühen, vor allem von Beck entwickelten kognitiven Modelle gehen davon aus, dass für Depressionen vulnerable Personen aufgrund von Erfahrungen im Laufe ihrer Entwicklung (z .B . Traumata, ungünstige Erziehungsstile) dysfunktionale kognitive Schemata und Grundannahmen ausbilden . Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass der Selbstwert an rigide Maßstäbe geknüpft ist ("Nur wenn ich von allen Menschen gemocht werde, bin ich ein liebenswerter Mensch"; "Man darf keine Fehler machen, sonst ist man ein Versager") . Tritt nun im Leben einer Person mit solchen dysfunktionalen Grundannahmen ein Ereignis auf, das wie ein Schlüssel in das Schloss ihrer Annahmen passt (z . B . Zurückweisung oder Trennung bei einer Person mit ungünstigen Grundannahmen im interpersonellen Bereich), so aktiviert dies automatische Gedanken, die sich auf die eigene Person ("Ich bin nicht liebenswert"), die Zukunft ("Ich werde niemals gute Beziehungen zu anderen Menschen haben") und die Umwelt ("Andere sind liebenswerter als ich") beziehen . Diese Gedanken leiten dann nach Beck eine depressive Episode mit den vielfältigen Symptomen auf motivationaler, physiologischer und emotionaler Ebene ein . Beck zufolge sind dysfunktionale Grundannahmen stabil und sowohl während einer depressiven Episode als auch nach ihrem Abklingen vor

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