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Achtsamkeitstechniken vermitteln Ein praktischer Leitfaden von Dunkley, Christine (eBook)

  • Verlag: Junfermann
eBook (ePUB)
16,99 €
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Achtsamkeitstechniken vermitteln

Bücher über das Thema Achtsamkeit gibt es viele. In der Regel sind es Sammlungen von Übungen oder sie beschäftigen sich damit, wie Achtsamkeit in diversen Lebenssituationen helfen kann. Wie aber vermitteln Therapeutinnen oder Ärzte ihren Klienten Achtsamkeitstechniken, wenn diese keinerlei Vorkenntnisse haben? Hier setzt dieses Buch an. Die Autorinnen stellen die effektivsten Techniken vor, wie man Klientinnen und Klienten Achtsamkeitsübungen nahebringt. - Wie führe ich eine Klientin an eine Technik heran? - Wie kann ich das Feedback des Klienten nutzen? - Wie können Klienten lernen, Achtsamkeitsübungen in ihren Alltag zu integrieren? Dieser Band aus der Reihe 'Therapeutische Skills kompakt' bietet all jenen einen strukturierten Leitfaden, die künftig Achtsamkeitstechniken an ihre Klienten weitergeben möchten. Aber auch diejenigen, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrung haben, können von dem Buch profitieren.

Christine Dunkley ist Psychotherapeutin und bildet in Großbritannien Therapeutinnen und Therapeuten in Dialektischer Verhaltenstherapie weiter.

Maggie Stanton ist klinische Psychologin und lehrt an der Universität Southampton.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955713737
    Verlag: Junfermann
    Originaltitel: Teaching Clients to Use Mindfilness Skills
    Größe: 340 kBytes
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Achtsamkeitstechniken vermitteln

1. Was ist Achtsamkeit?

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit dem Thema, wie Achtsamkeitslehrer reagieren, wenn sie gefragt werden: "Was ist Achtsamkeit?" Kompetent zeigt sich, wer auf diese Frage gut vorbereitet ist, darüber hinaus eine eigene Technik entwickelt hat und die empirische Beweisgrundlage für das Achtsamkeitstraining kennt.

In unserer Anfangszeit als Achtsamkeitslehrerinnen wurden wir oft gefragt, was das denn überhaupt sei: Achtsamkeit. Inzwischen ist diese Methode ja schon viel bekannter, etwa durch Ratgeber wie "10 achtsame Minuten für stressfreie und ausgeglichene Kinder" von Goldie Hawn, oder weil man in einem Kurs zur gezielten Gewichtsreduktion etwas darüber gehört hat. Meist antworten wir mit dem Rat, sich am besten selbst zu informieren, und verweisen auf die vielen, überall leicht erhältlichen Medien, in denen auf die verschiedenen Bedürfnisse, Präferenzen und Lernstile eingegangen wird, beispielsweise:

Die Einführung zu dem Buch "Das Wunder der Achtsamkeit" (Thich Nhat Hanh 2001),
Videoclips auf Youtube (z.B. "Mindfulness with Jon Kabat-Zinn" 1 ),
Artikel im Internet (z.B. Mitchell 2012).
Am besten begreift man durch die eigene Praxis, d.h. indem man aus eigener Erfahrung lernt, was Achtsamkeit für einen selbst ist.

Gute Achtsamkeitslehrer haben natürlich immer auch einige einfache Definitionen parat. So plädierte Jon Kabat-Zinn (1991) dafür, Achtsamkeit in einer für die westliche Kultur verständlichen und gewohnten Sprache zu erklären. Bei dem Versuch, die Achtsamkeitspraxis in ein Stressreduktionsprogramm zu integrieren, hatte er nämlich die Erfahrung gemacht, dass Patienten und Kollegen aus der Medizin aufgrund ihrer Vorurteile über fernöstliche Meditation nicht einsahen, welch eine wichtige Rolle die Achtsamkeit im Zusammenhang mit Stressproblemen spielt. Diese Blockaden wollte der Autor mit einfachen Erklärungen beseitigen und auf diese Weise für mehr Offenheit sorgen. Heute erleben wir Ähnliches: Je einfacher und alltäglicher die Begriffe sind, die wir zur Beschreibung der Achtsamkeit verwenden, desto leichter bekommen unsere Klienten einen Zugang.
1.1 Definitionen von Achtsamkeit

Am häufigsten, und unserer Erfahrung nach bei vielen Klienten auch am beliebtesten, ist folgende Definition: Achtsamkeit ist eine besondere Form der Aufmerksamkeit "bewusst, im gegenwärtigen Augenblick und ohne zu bewerten" (Kabat-Zinn 2010, S. 18).

Achtsamkeit ist mit dem gegenwärtigen Augenblick verbunden. So Kabat-Zinn (2010, S. 7): "Der Augenblick ist das einzige, womit wir arbeiten können." Unser Leben lang denken wir viel zu viel darüber nach, was passiert ist oder was passieren könnte, und zwar so, als handelte es sich dabei nicht um Gedanken, sondern um Fakten. Das aber ist Unachtsamkeit.

Dem gegenwärtigen Augenblick wach begegnen, ein Ziel für die Aufmerksamkeit wählen und erkennen, wann man sich im Drama des eigenen Geistes verfängt - das ist Achtsamkeit.

Damit man sich unter diesen Definitionen etwas Reales vorstellen kann, müssen sie zum Leben erweckt werden, und dafür brauchen Therapeuten konkrete Beispiele, die zu den verschiedenen Lebensperspektiven ihrer Klienten passen. Wir etwa würden zur Veranschaulichung Beispiele wie diese verwenden:

Beispiel:

Amy bekam von ihrem Chef eine E-Mail, in der er ihr mitteilte, er wolle mit ihr sprechen. Bestimmt würde er ihr sagen, dass sie kurz davor war, ihren Job zu verlieren, dachte sie. In ihrer Vorstellung zeigte er sich unzufrieden mit dem Ergebnis oder der Geschwindigkeit ihrer Arbeit. Mit rasendem Herz und trockenem Mund ging sie zu seinem Büro. Da dachte sie an ihr Achtsamkeitstraining. Sie machte sich klar, dass sie sich in der Frage, warum ihr Chef sie sehen wollte, verfangen hatte. Dies war Unachtsamkeit. Also richtete sie ihre Aufmerksamkeit gezielt auf das Erleben der Gegenwart, indem sie bewuss

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