text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

ADHS im Erwachsenenalter: Wirksamkeit der psychotherapeutischen Verfahren von Dietrich, Isabel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: Bachelor + Master Publishing
eBook (PDF)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

ADHS im Erwachsenenalter: Wirksamkeit der psychotherapeutischen Verfahren

Dieses Buch thematisiert die Wirksamkeit von psychotherapeutischer Behandlung im Gruppensetting bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter. Lange Zeit galt die ADHS als eine psychische Störung, welche ausschließlich im Kinder- und Jugendalter auftritt. Hingegen zeigen wissenschaftliche Evaluationen, dass sich die Störung bei zwei bis drei Prozent der betroffenen Kinder- und Jugendlichen bis ins Erwachsenenalter fortsetzt. Bei der ADHS im Erwachsenenalter wird von einem bio-psycho-sozialen Bedingungsmodell ausgegangen, dabei wird die Fehlfunktion im Bereich der Selbstregulation als zentrale Rolle angenommen. Die Diagnosestellung gestaltet sich bei den betroffenen Erwachsenen als schwierig, da die ADHS häufig mit psychiatrischen Begleiterkrankungen einhergeht. Dabei führt die korrekte Diagnosestellung, welcher eine entsprechende Behandlung folgt, zu einer beträchtlichen Verbesserung der Lebensqualität und zu einem besseren Funktionieren in Alltagssituationen. Die Kernsymptomatik der ADHS kann mittels pharmakologischer Intervention wirksam behandelt werden. Die sozial-behavioralen Strategien können über die Reduzierung der Kernsymptomatik hinaus die Zielbereiche, Organisation, Aufschieben und den Selbstwert positiv beeinflussen. Zudem führte die Gruppentherapie im Rahmen der ADHS bei den Teilnehmern zu einer höheren Zufriedenheit und zu einer Verringerung der depressiven Symptomatik. Ein Wirksamkeitsvergleich zwischen pharmakologischer- und psychotherapeutischer Intervention hebt die hohe Wirksamkeit der sozial-behavioralen Verfahren hervor.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 63
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955495442
    Verlag: Bachelor + Master Publishing
    Größe: 336 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

ADHS im Erwachsenenalter: Wirksamkeit der psychotherapeutischen Verfahren

Textprobe: Kapitel 3., Interventionsstrategien: Es erfolgt die Darstellung der pharmakologischen und psychotherapeutischen Intervention, im Hinblick darauf die aktuelle Studienlage zu beschreiben. 3.1, Pharmakologische Intervention: Nach Sobanski und Alm (2004) kann Mittels der medikamentösen Behandlung die Kernsymptomatik Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität beeinflusst werden. Während für das Dopamin eine wesentliche Rolle bei Antrieb und Motivation angenommen wird, scheint das Noradrenalin einen Einfluss auf die Aufmerksamkeitsleistungen zu haben. Bei der Impulssteuerung wird ein Zusammenhang mit dem Serotonin gefolgert (Krause & Krause, 2009). Auf das Organisations- und Vermeidungsverhalten, den sozialen Interaktionsstil, den Selbstwert und Coping-Strategien hat die medikamentöse Intervention jedoch keinen Einfluss (Sobanski & Alm, 2004). Psychostimulanzien, welche einen Einfluss auf die Wachheit und Reaktionsbereitschaft und die Funktion der selektiven und geteilten Aufmerksamkeit haben, werden im ärztlichen Bereich als erstes Mittel der Wahl eingesetzt (International Consens Statement on ADHS, 2002). Die Übersichtsarbeit von Okie (2006) zeigt, dass in den USA ein Drittel der verschriebenen ADHSMedikamente für Erwachsenen verschrieben werden. Dabei ist die Zahl der Verschreibungen in den USA für Erwachsene zwischen 2002 und 2005 um 90 Prozent gestiegen (Okie, 2006). Das am häufigsten einsetzte und sogleich der wichtigste Wirkstoff unter den Stimulanzien ist das Methylphenidat (Krause & Krause, 2009). Zugleich werden üblicherweise Amphetamine bei ADHS Patienten eingesetzt, wenn Methylphenidat keine positive Wirkung erzielt oder die Betroffenen mit einer depressiven Verstimmung auf die Amphetamine reagieren. Neben den Stimulanzien stehen den Betroffenen die Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer und die trizyklischen Antidepressiva zur Verfügung (Krause & Krause, 2009). Die Einstellung eines Erwachsenen mit ADHS auf eine Stimulanz stellte sich bislang als kompliziert dar, da Methylphenidat den Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes unterliegt und in Europa - ausgenommen in Norwegen und Dänemark - bislang kein Medikament für Erwachsene zugelassen war (Krause & Krause, 2009). Seit 2011 ist in Deutschland erstmals ein Medikament mit dem Wirkstoff Methylphenidat unter dem Namen Medikinet adult für Erwachsene zugelassen und erstattungsfähig (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2011). Dadurch entfällt das Problem des 'Off-Label-Use' von Methylphenidat. Darunter wird die Anwendung und Verschreibung eines Arzneimittels verstanden, welches sich außerhalb der genehmigten Anwendungsgebiete befindet (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2011). Das Bundessozialgerichts (2002) legen fest, dass eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen von nicht zugelassenen Medikamenten nur dann erfolgen kann, wenn eine schwere Krankheit vorliegt und ein Behandlungserfolg zu erwarten ist. Das Methylphenidat bewirkt gemäß Lauth und Raven (2009) eine effizientere Vernetzung von Frontal- und Mittelhirn. Bildgebende Verfahren konnten bei Kindern unter Methylphenidat eine bessere Durchblutung im frontalen Cortex sowie in den Basalganglien im Striatum aufwiesen (Vaidya et al., 1998). Neurochemisch bewirkt das Stimulanz Methylphenidat eine reversible Blockade der Dopamintransporter, welches zu einer Erhöhung der Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt führt (Krause & Krause, 2009). Das unretadierte Methylphenidat hat eine Halbwertszeit und Wirkdauer von 2,5 bis 4 Stunden, während das retadierte Methylphenidat eine Wirkdauer von zwölf Stunden hat (Sobanski & Alm, 2004). Hormonelle- und stoffwechselbedingte Veränderungen im Erwachsenenalter gestalten die medizinische Einstellung der erwachsenen Patienten auf ein Stimulanz als schwierig (Krause & Krause, 2009). Der Vorstand der Bundesärztekammer (2005) empfiehlt eine Dosierung, welche dem Körpergewicht entspricht, obwohl die wissenschaftliche Bas

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen