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Bewältigung einer gynäkologischen Krebserkrankung in der Partnerschaft (Reihe: Therapeutische Praxis) von Heinrichs, Nina (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
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Bewältigung einer gynäkologischen Krebserkrankung in der Partnerschaft (Reihe: Therapeutische Praxis)

Das Buch stellt ein verhaltenstherapeutisches Behandlungsmanual für Paare dar, bei denen die Frau an gynäkologischem Krebs (Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs) erkrankt ist. Ziel ist es, die partnerschaftliche Bewältigung der Erkrankung zu fördern, insbesondere zu einer effektiven gemeinsamen Bewältigung von Stress beizutragen, um so zukünftigen psychischen Problemen bei der Patientin und ihrem Partner vorzubeugen. Zunächst werden die drei häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen der Frau und ihre medizinische Behandlung beschrieben. Auf verständliche Art und Weise wird das medizinische Grundwissen zu Diagnose und Behandlung vermittelt sowie auf psychologische Aspekte der Erkrankungen eingegangen. Im zweiten Teil des Buches wird praxisorientiert das verhaltenstherapeutische Vorgehen zur Förderung der partnerschaftlichen Bewältigung dieser Krebserkrankungen erläutert. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die partnerschaftliche Unterstützung dar, die auf zwei Ebenen gefördert wird: auf der emotionalen und auf der praktischen Ebene. Anschaulich werden die therapeutischen Interventionen in den fünf Behandlungsbausteinen beschrieben. Die einzelnen Strategien dienen primär der Förderung von Kommunikation zwischen den Partnern. Ziel ist es, die Partnerschaft zu stärken und zu einer effektiven gemeinsamen Stressbewältigung beizutragen. Zahlreiche Arbeitsmaterialien sowohl für den Therapeuten als auch für das Paar im Anhang des Bandes machen das Behandlungsmanual zu einer wertvollen Hilfe im Umgang mit Paaren, die von einer solchen Krebsdiagnose betroffen sind. Die Autorinnen Prof. Dr. Nina Heinrichs, geb. 1973. 1992-1998 Studium der Psychologie in Marburg, 2001 Promotion. 2003-2007 Berufung auf eine Juniorprofessur für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik an der Universität Braunschweig, 2007 Berufung auf eine Universitätsprofessur für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie und -psychotherapie an der Universität Bielefeld. Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie). Forschungsschwerpunkte: Angststörungen (Soziale Phobie, Agoraphobie und Panikstörung), kindliche emotionale und Verhaltensstörungen, Krebserkrankungen der Frau. Dr. Tanja Zimmermann, geb. 1974. 1997-2002 Studium der Psychologie in Braunschweig, 2002-2005 Stipendiatin der Christoph-Dornier Stiftung für Klinische Psychologie. 2006 Promotion. Seit 2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik der TU Braunschweig. Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie). Forschungsschwerpunkte: Partnerschaft und chronische Erkrankungen, Verhaltensmedizin.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 135
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840921018
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 3421 kBytes
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Bewältigung einer gynäkologischen Krebserkrankung in der Partnerschaft (Reihe: Therapeutische Praxis)

Kapitel 2 Psychische Belastung bei Krebserkrankungen (S. 31-32)

Krebserkrankungen zählen heute zu den chronischen Erkrankungen. Schätzungsweise 35 bis 40 % aller chronisch kranken, stationären Patienten leiden zusätzlich zur somatischen Erkrankung an psychischen Störungen. Dabei zählen affektive und Angststörungen sowie Suchterkrankungen und somatoforme Störungen zu den häufigsten begleitenden psychischen Erkrankungen bei chronisch Kranken (Bengel et al., 2003). Bei Patienten mit Krebserkrankungen liegt die psychische Komorbidität bei knapp 24 % (4 Wochen Prävalenz) bzw. 40 % (12-Monats-Prävalenz) und ist damit etwa ¼ bis 1 /3 höher als in der Allgemeinbevölkerung (Härter et al., 2001).

Die Entwicklung einer psychischen Störung im Rahmen von Krebserkrankungen ist daher nicht als die Regel zu betrachten, sondern eher als vergleichbar zu dem Auftreten psychischer Störungen nach dem Erleben anderer Stressoren. Die Krebserkrankung kann als Auslöser fungieren, der bei gegebener Disposition und entsprechenden Erfahrungen nun zum Ausbruch einer psychischen Störung führen kann. Das Erleben einer psychischen Belastung ist hingegen die Regel bei Krebserkrankungen. Normalerweise geht der Diagnose einer somatischen Erkrankung ein subjektives Missempfinden voraus, das die Betroffenen motiviert, einen Experten aufzusuchen (Perrez & Michel, 2005).

Bei Brust- oder Genitalkrebserkrankungen muss das nicht immer der Fall sein. Es kommt nicht selten vor, dass Knoten in der Brust bei Vorsorgeuntersuchungen zufällig entdeckt werden und die Patientinnen im Vorfeld keine körperlichen Beschwerden verspürt haben. Auch bei Eierstock- und Gebärmutterkrebserkrankungen kann der Tumor lange Zeit unbemerkt bleiben und keine Beschwerden verursachen. Für viele Patientinnen kommt die Diagnose daher sehr plötzlich, wie aus heiterem Himmel. Es ist nun gerade der Umgang mit der Diagnose, der einen ersten wichtigen Schritt im Adaptationsprozess darstellt – die erste wichtige "Bewältigungsaufgabe" (Perrez & Michel, 2005). Wie reagieren Frauen also im Allgemeinen auf die Diagnose einer Brust- oder Genitalkrebserkrankung?

2.1 Psychische Belastung bei der Patientin

Neben somatischen und vegetativen Symptomen wie Schmerzen, Funktionseinschränkungen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Fatigue, geht die Erkrankung häufig auch mit emotionalen Problemen wie Angst, Depression, Aggressivität, Hilf- und Hoffnungslosigkeit sowie Selbstwert- und Identitätsproblemen einher (Amir & Ramati, 2002, Derogatis et al., 1983, Edgar, Rosberger & Nowlis, 1992, Ell, Nishimoto, Morvay, Mantell & Hamovitch, 1989, Green et al., 1998, Irvine, Brown, Crooks, Roberts & Browne, 1991). Eine Krebserkrankung, bei der sexuelle Organe betroffen sind, kann zudem zu Problemen mit dem eigenen Körperbild und der sexuellen Identität führen (Andersen & Golden-Kreutz, 2000, Andersen, 1993, Neises, 2002, Weijmar Schultz & Van De Wiel, 2003).

Die Frauen fühlen sich häufig während und nach der medizinischen Behandlung weniger attraktiv, weniger weiblich und haben Schwierigkeiten, ihr z. B. durch eine Mastektomie verändertes Körperbild zu akzeptieren (Andersen et al., 1997, Schain, d'Angelo, Dunn, Lichter & Pierce, 1994). Die Akzeptanz der Narbe oder auch der Umgang mit den Nebenwirkungen der medizinischen Behandlung (s. Kapitel 1) können zu sexuellen Dysfunktionen führen (Andersen, 1993, Andersen, Woods & Copeland, 1997). Auch Sorgen um die Zukunft in Bezug auf ein Rezidiv oder aber langfristige Beeinträchtigungen durch die medizinische Behandlung können auftreten (Moyer & Salovey, 1996, S

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