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Bewusstsein Eine sehr kurze Einführung von Blackmore, Susan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2015
  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (ePUB)
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Bewusstsein

Das menschliche Bewusstsein ist eines der letzten großen Rätsel der Wissenschaft. Erstaunliche neue Erkenntnisse der Neurowissenschaften haben die Debatten um dieses Phänomen angefacht, und inzwischen arbeiten Biologen, Neurowissenschaftler, Psychologen und Philosophen daran, das Geheimnis hinter dieser sehr menschlichen Eigenschaft zu ergründen. Diese Einführung erklärt knapp und präzise die komplexen Fragestellungen und Theorien. Anhand eindrücklicher Experimente und mithilfe von Illustrationen und Cartoons gelingt es der Autorin, die an der University of the West of England lehrt und forscht, so komplexe Themen wie Aufmerksamkeit, Theorien des Selbst, veränderte Bewusstseinszustände und Effekte von Drogen oder Hirnschäden auf das Bewusstsein anschaulich darzustellen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 08.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456753256
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Originaltitel: Consciousness
    Größe: 2717 kBytes
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Bewusstsein

Kapitel 2

Das menschliche Gehirn

Die Einheit des Bewusstseins

Das menschliche Gehirn gilt als das komplexeste Objekt im bekannten Universum. Im Verhältnis zu unserem Körpergewicht haben wir Menschen ein größeres Gehirn als jede andere Tierart, und zwar mit großem Abstand. Wenn man von unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, ausginge, würde man ein um zwei Drittel kleineres Gehirn erwarten. Es wiegt ungefähr anderthalb Kilogramm und besteht aus mehr als einer Milliarde Nervenzellen und vielen Milliarden Synapsenverbindungen zwischen diesen Zellen. Diese Verbindungen sind der Grund für unsere außer gewöhnlichen Fähigkeiten: Wahrnehmung, Lern fähigkeit, Gedächtnis, logisches Denken, Sprache - und irgendwie auch das Bewusstsein.

Wir wissen, dass ein enger Zusammenhang zwischen Gehirn und Bewusstsein besteht. Beispielsweise verändern Drogen, die Gehirnfunktionen beeinträchtigen, auch das subjektive Erleben. Die Stimulation kleiner Hirnregionen kann sehr spezifische Halluzinationen, körperliche Empfindungen oder emotionale Reaktionen bewirken. Und Schädigungen des Gehirns können sich drastisch auf den Bewusstseinszustand eines Menschen auswirken. Das alles wissen wir, doch es bleibt ein Rätsel, warum wir überhaupt so etwas wie ein Bewusstsein haben.

Dabei scheint das Gehirn von seiner ganzen Anlage her nicht einmal geeignet, um das Bewusstsein hervorzubringen, wie wir es kennen. Das Gehirn ist konsequent parallel und dezentral organisiert. Infor ma tionen werden durch die Sinnesorgane aufgenommen und zur Kontrolle von Sprache, Handlungen und anderem Output eingesetzt. Dabei gibt es keine zentrale Schaltstelle und kein innerstes Heiligtum, in dem die wirklich wichtigen Dinge passieren. Ein Gehirn ist kein Computer mit einem zentralen Prozessor, sondern eher ein riesiges Netzwerk, oder vielleicht besser noch eine Ansammlung von zahllosen, miteinander verknüpften Netzwerken. Unterschiedliche Aufgaben wie Sehen, Hören, Sprache, Körperwahrnehmung, Bewegung, Planung und so weiter werden von jeweils eigenen Regionen übernommen. Diese Regionen kommunizieren zwar miteinander, doch dieser Austausch läuft nicht über eine zentrale Leitstelle, sondern über Abermillionen Verbindungen, die sich kreuz und quer durch das gesamte Gehirn ziehen.

Im Gegensatz dazu scheint unser Bewusstsein aus einem Guss zu sein. Diese "Einheit des Bewusstseins", die auch in den beliebten Metaphern des Kinos oder des Bewusstsseinstroms zum Ausdruck kommt, wird oft auf dreierlei Weise beschrieben.

Erstens gehen unsere Metaphern implizit davon aus, dass mein Erleben im Hier und Jetzt eine Einheit bildet. Das heißt, einiges befindet sich in meinem Bewusstsein, anderes nicht. Die "Bewusstseinsin halte" sind wie ein zusammenhängender Strom oder wie ein Film auf der Leinwand unseres Kinos. Zweitens scheint das Bewusstsein auch über längere Zeiträume hinweg in sich geschlossen, von einem Augenblick zum nächsten und selbst über ein ganzes Leben hinweg scheint das bewusste Erleben eine Kontinuität zu bilden. Und drittens werden diese Bewusstseinsinhalte von ein und demselben Ich erlebt, das heißt, nicht nur der Bewusstseinsstrom bildet eine bruchlose Einheit, sondern auch die Instanz, die ihn erlebt.

Die Bewusstseinsforschung muss die Inhalte und die Kontinuität des Bewusstseins sowie des bewussten Ich erklären und zeigen, wie das konsequent dezentral organisierte Gehirn diese erzeugt. Später werden wir noch näher auf das Problem des Ich eingehen, doch zunächst beginnen wir mit der scheinbar harmlosen Vorstellung der Bewusstseinsinhalte.

Ein entscheidender Punkt ist hier, dass die allermeisten Abläufe des Gehirns gar nicht bewusst werden und dem Bewusstsein nicht einmal zugänglich sind. Wir sehen, wie sich die Blätter der Bäume im Wind bewegen, doch von der regen elektrischen Aktivität der Sehrinde, die diese Wahrnehmung erzeugt, bekommen wir nichts mit. Wir sitzen am Com

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